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Wirecard-Skandal: Insolvenzverwalter prüft Klage gegen EY – Bericht

© AP Photo / Matthias SchraderWirecard-Logo an der Zentrale in München
Wirecard-Logo an der Zentrale in München - SNA, 1920, 14.11.2021
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Michael Jaffé, der Insolvenzverwalter des Münchener Zahlungsdienstleisters Wirecard, prüft laut einem Medienbericht Schadenersatzansprüche gegen den langjährigen Wirtschaftsprüfer des Unternehmens EY.
Jaffé habe dazu Martin Jonas vom Wirtschaftsprüfer Warth & Klein Grant Thornton beauftragt, berichtete das „Handelsblatt“ am Sonntag. Eine Klage sei in Vorbereitung. Im Kern gehe es um die Frage, ob EY Fehler gemacht habe und falls ja, wie schwer diese gewesen seien, sagte Jonas der Zeitung. Von der Antwort hänge ab, ob und in welcher Höhe EY haften müsse.
Eine Haftungsgrenze greife nur bei fahrlässigen Fehlern, so Jonas weiter. Anders sehe es bei direktem oder indirektem Vorsatz aus. Allgemein gesprochen gelte: „Wenn Prüfer wussten, dass die Bilanz falsch war und sie trotzdem ein Testat erteilen, müssen sie unbegrenzt haften.“ Das gelte auch bei bedingtem Vorsatz, wenn der Schaden also billigend in Kauf genommen worden sei.
Jetzt werde Jonas im Auftrag von Jaffé einen Report über die Arbeit von EY erstellen. Sollte Jonas zu ähnlichen Ergebnissen kommen wie der vom Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags zu Wirecard eingesetzte Sonderprüfer um den Wirtschaftsprüfer Martin Wambach, sei eine Klage gegen EY wahrscheinlich, hieß es bei „Handelsblatt“. Erst am Donnerstag hatte die Zeitung den 168-seitigen Wambach-Bericht veröffentlicht, in dem es sich um zahlreiche Mängel in der Arbeit der Prüfer von EY handelte.
„Handelsblatt“ zitierte am Sonntag einen EY-Sprecher zu einer möglichen Jaffé-Klage mit den Worten: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu einzelnen oder potenziellen Klagen grundsätzlich nicht äußern können. Wir betonen jedoch, dass unsere Prüfer ihre Prüfungshandlungen nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt haben.“

Wirecard-Skandal

Im Sommer 2019 hatte der inzwischen insolvente Zahlungsdienstleister Wirecard eingestanden, dass in der Bilanz aufgeführte 1,9 Milliarden Euro nicht auffindbar waren. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht von einem „gewerbsmäßigen Bandenbetrug“ aus – und zwar seit dem Jahr 2015. Der Bilanzskandal hatte für hohe Schäden bei Anlegern gesorgt.
EY hatte jahrelang die Bilanzen des Münchner Zahlungsabwicklers geprüft und grünes Licht gegeben, obwohl es Warnhinweise in einigen Medien und auch von Investoren gab. Neben EY stehen die Aufsichtsbehörde BaFin und das Bundesfinanzministerium massiv in der Kritik.
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