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NYT: USA verschwiegen Luftangriffe mit Dutzenden Zivilopfern in Syrien

© CC0 / 12019/PixabayUS-amerikanischer Angriffsjet F-15E
US-amerikanischer Angriffsjet F-15E - SNA, 1920, 14.11.2021
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Das US-Militär soll mehrere Luftangriffe in Syrien, bei denen im März 2019 Dutzende Zivilisten ums Leben gekommen waren, vertuscht haben. Laut einem Bericht von „The New York Times“ (NYT) gab es keine Untersuchungen zu diesen Vorfällen.
Nach Angaben der Zeitung war Ende März 2019, in den letzten Tagen des Kampfes gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (Auch Daesh, IS)* in Syrien eine US-Militärdrohne im Einsatz, als Extremisten auf einem Feld nahe der Stadt Baghuz in die Enge getrieben wurden. Allerdings entdeckte die Drohne an einem nahe gelegenen Flussufer eine große Menschenmenge, in der sich vor allem Frauen und Kinder befanden.
Wie es weiter heißt, warf ein US-amerikanischer Angriffsjet F-15E ohne Vorwarnung eine rund 227 Kilogramm schwere Bombe auf die Menschenmenge ab. Danach sollen zwei weitere Bomben gefolgt sein. Die meisten Zivilisten seien dabei ums Leben gekommen.
Wie ein namentlich nicht genannter Militärangehöriger gegenüber Journalisten sagte, haben Mitarbeiter des Combined Air Operations Centers auf dem US-Luftstützpunkt Al Udeid in Katar dem Geschehen fassungslos zugesehen. Die Angriffe wurden ihm zufolge von einer Drohne live übertragen.
Eine erste Bewertung ergab laut dem Blatt schnell, dass die Zahl der Toten bei etwa 70 lag. Die Attacke nahe Baghuz sei offenbar einer der größten Angriffe bezüglich der Opferzahl unter Zivilisten im Krieg gegen den „Islamischen Staat“ gewesen, aber das US-Militär habe das nie zugegeben, berichtet NYT. Die Details zeigen, dass die Zahl der Todesopfer für das Militär fast sofort ersichtlich gewesen sei.
Ein Justizbeamter bezeichnete den Angriff als ein mögliches Kriegsverbrechen, das untersucht werden müsste. Aber „bei fast jedem Schritt unternahm das Militär alles, um den katastrophalen Angriff geheim zu halten“. Die Zahl der Todesopfer sei heruntergespielt worden.

„Berichte wurden verzögert, korrigiert und verheimlicht. Die Stellen der Bombeneinschläge wurde durch die von den Vereinigten Staaten geführten Koalitionstruppen eingeebnet. Und die Führungskräfte wurden nicht benachrichtigt“, heißt es.

Ein unabhängiger Generalinspektor des US-Verteidigungsministeriums leitete eine Untersuchung ein, aber die Ermittlungen sollen ins Stocken geraten und Hinweise auf den Angriff entfernt worden sein.
„Die Führung schien so darauf eingestellt zu sein, dies zu begraben. Niemand wollte etwas damit zu tun haben“, sagte Gene Tate, ein Gutachter, der den Fall für das Büro des Generalinspektors bearbeitete, und der sich bereit erklärte, die nicht vertraulichen Aspekte zu besprechen.

„Man verliert das Vertrauen in das System, wenn die Leute versuchen, das Richtige zu tun, aber niemand in den Führungspositionen das hören will.“

US-Zentralkommando: Angriffe sind gerechtfertigt

Diese Woche sendete „The New York Times” ihre Ergebnisse an das US-Zentralkommando, das die Luftangriffe in Syrien koordinierte. Dieses bestätigte zum ersten Mal die Attacken und gab an, dass 80 Menschen getötet worden seien, die Luftangriffe jedoch gerechtfertigt gewesen seien. Die Bomben hätten 16 Kämpfer und vier Zivilisten getötet. Bei den anderen 60 getöteten Menschen sei nicht klar, ob es sich um Zivilisten handle, da auch Frauen und Kinder im Islamischen Staat manchmal zu Waffen greifen würden, erklärte das Zentralkommando.

„Wir verabscheuen den Verlust unschuldiger Menschenleben und ergreifen alle möglichen Maßnahmen, um das zu verhindern“, sagte Bill Urban, der Hauptsprecher des Kommandos.

Sie würden die volle Verantwortung für den unbeabsichtigten Verlust von Menschenleben übernehmen, so Urban. Die Vereinigten Staaten positionieren die Luftangriffe gegen den „Islamischen Staat“ als den präzisesten und humansten Bombenangriff in ihrer Geschichte.
Jeder Bericht über zivile Opfer wird laut dem Militär untersucht, und die Ergebnisse werden öffentlich bekannt gegeben, aber die Angriffe auf Baghuz widersprechen den US-Behauptungen.
Eine Luftabwehranlage in der Nähe von Damaskus (Archivfoto) - SNA, 1920, 12.11.2021
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