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Putin: Behandlung von Migranten an polnisch-weißrussischer Grenze widerspricht humanistischen Werten

© AP Photo / Leonid ShcheglovMigranten an der polnisch-weißrussischen Grenze
Migranten an der polnisch-weißrussischen Grenze - SNA, 1920, 13.11.2021
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Polens Haltung gegenüber Flüchtlingen an der Grenze zu Weißrussland passt nicht zu den von der Europäischen Union erklärten humanistischen Werten. Das sagte der russische Präsident Wladimir Putin in einem Interview für das russische Staatsfernsehen am Samstag.
Laut dem Präsidenten erinnern die europäischen Partner ständig daran, dass humanitäre Fragen im Vordergrund stehen sollten.
„Wenn nun an der Grenze zwischen Weißrussland und Polen polnische Grenzschutzbeamte und Vertreter der Streitkräfte diese potentiellen Migranten schlagen und mit Militärwaffen über ihre Köpfe schießen, nachts Sirenen und Licht anschalten an den Aufenthaltspunkten, wo sich Kinder und hochschwangere Frauen befinden, dann passt das irgendwie nicht wirklich mit den Vorstellungen von Humanismus zusammen, die angeblich der Politik unserer westlichen Nachbarn zugrunde liegen“, so der russische Staatschef.

Zudem machte Putin auf humanitäre Probleme aufmerksam, die nun vernachlässigt werden. „Ehrlich gesagt, wenn ich das sehe, tun mir vor allem die Kinder leid. Dort herrschen doch bei Nacht Minustemperaturen.“

„Eigentlich kommen sie recht wohlhabend an, aber Geld taucht nicht aus dem Nichts auf, es wird nur von den Menschen ausgegeben, die sich an der Grenze befinden. Ja, die Menschen tun mir natürlich leid. Ich spreche jetzt nicht über die Gründe, nicht darüber, was dort passiert, aber auf jeden Fall tun mir die Menschen leid.“
Des Weiteren reagierte Putin auf Vorwürfe der angeblichen Beteiligung Russlands an der Migrationskrise an der Grenze zur Europäischen Union. Laut Putin sitzen die Organisatoren dieser Ströme in Europa, die Vorwürfe gegen Russland sind völlig unbegründet.

Grundlose Anschuldigungen

Dem Präsidenten zufolge versuchen westliche Länder grundlos, Russland für die Situation an der weißrussisch-polnischen Grenze verantwortlich zu machen.
„Ich möchte, dass es alle wissen. Wir haben nichts damit zu tun“, erklärte Putin.
Putin verwies darauf, dass es nicht russische Luftfahrtunternehmen seien, die diese Menschen transportieren würden.
Der russische Präsident äußerte die Hoffnung, dass die Behörden Weißrusslands und der Europäischen Union alle Fragen im Zusammenhang mit den Flüchtlingen an der Grenze erörtern würden. Es sei notwendig, sich um Menschen zu kümmern, auch um Kinder und schwangere Frauen. Es gebe eine Reihe von Gründen, die zur Migrationskrise geführt hätten, für die sich die EU-Staaten und Weißrussland gegenseitig die Schuld gäben.
Eine Entscheidung solle im Interesse Weißrusslands und im Interesse der anderen europäischen Länder gefunden werden – einschließlich Polens, Deutschlands und anderer Länder, weil deren Sozialsysteme überfordert seien. Es müssten die Bedingungen dafür geschaffen werden, damit diese Menschen irgendwie beschäftigt würden, fügte der Kremlchef hinzu.

Kooperation zwischen Deutschland und Weißrussland

Wegen der Krise um die Migranten an der EU-Außengrenze hatten Merkel und Putin mehrfach miteinander telefoniert. Der russische Staatschef sagte, Alexander Lukaschenko und Angela Merkel seien bereit, miteinander zu sprechen. Er hoffe auf einen direkten Dialog zwischen Deutschland und Weißrussland. Das sei äußerst wichtig, da Migranten vor allem nach Deutschland kommen möchten.
Seit Anfang August sind rund 33.200 Versuche von illegalen Grenzübertritten nach Polen registriert worden. Die polnischen Sicherheitskräfte hatten die Migranten, die in die EU wollten, zurückgewiesen.
Polnische Soldaten an der polnisch-weißrussischen Grenze - SNA, 1920, 12.11.2021
Menschen angeblich nach Polen gedrängt: Warschau wirft Minsk Instrumentalisierung von Migranten vor
Die Regierung in Minsk sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, Migranten mit Visa und Flügen gezielt anzulocken und dann an die EU-Außengrenze bringen zu lassen. Minsk weist alle Beschuldigungen zurück. Der weißrussische Staatschef, Alexander Lukaschenko, hatte Ende Mai angekündigt, die Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern zu wollen – wegen der westlichen Sanktionen gebe es dafür „kein Geld und keine Kräfte“ mehr.
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