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Warum Antikörpertests nicht als Nachweis einer Corona-Infektion gelten – BMG antwortet

© SNA / Maxim BlinowAntikörpertest
Antikörpertest - SNA, 1920, 12.11.2021
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Als „genesen“ gilt derjenige, der gesichert eine Corona-Infektion durchgemacht hat und dies mit einem PCR-Test nachweisen kann. Spahn zufolge könne man das auch mit einem hochwertigen Antikörpertest tun. Dieser wird zwar bereits bei den Impfungen berücksichtigt, als Nachweis einer durchgemachten „Erkrankung“ wird dieser aber nicht anerkannt.
Es scheint an vielen Menschen vorbeigegangen zu sein: „Wer bereits mit Corona infiziert war, braucht nach der Empfehlung der Stiko nur eine Impfdosis. Zum Nachweis darüber, dass nur eine Impfung notwendig ist, ist der Nachweis über Antikörper im Blut ausreichend“, so die Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf SNA-Nachfrage. Die dem BMG vorliegenden Daten zeigten, dass sich auch damit eine Infektion sicher nachweisen lässt, schrieb ein Ministeriumssprecher am Mittwoch.
Das BMG schlussfolgert: „Wer mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest eine durchgemachte Infektion nachweist und sich einmal impfen lässt, gilt künftig 14 Tage nach der Impfung als vollständig geimpft“, aber eben anderes als in manchen anderen Ländern, wie beispielsweise der Schweiz (in Österreich gilt das seit Anfang November nicht mehr, Anm. d. Red.), nicht als „genesen“.
Schnelltest (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.11.2021
Ab Samstag wieder kostenlose Corona-Schnelltests für alle
Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte im September gegenüber der „Bild“-Zeitung. „Viele Bürgerinnen und Bürger waren infiziert, ohne es zu merken. Mit einem qualitativ hochwertigen Antikörpertest kann man das mittlerweile sicher nachweisen.“

Prüfung des Impferfolgs nicht möglich?

Doch offenbar nicht sicher genug. Denn auch mit hochwertigen Antikörper-Tests lasse sich der Zeitpunkt nicht feststellen, „wann sich jemand infiziert hat und wie gut die Schutzwirkung ist“. Somit seien Antikörpertests nach wie vor nicht als Nachweis für den Status „Genesen“ geeignet, heißt es aus dem BMG.
Nachgefragt beim „Paul-Ehrlich-Institut“ (PEI), warum das Institut positive Antikörpertests nicht als „Genesenen-Nachweis“ empfiehlt, kam prompt eine kurze Antwort: „Für die Prüfung des Impferfolgs bei Geimpften ist kein einheitliches serologisches Korrelat definiert. Daher existiert auch bisher kein Schwellenwert, ab dem eine Immunität angenommen werden kann. Das gilt entsprechend für Genesene“, erklärte eine PEI-Sprecherin gegenüber SNA News.
Daher empfehle das Robert Koch-Institut (RKI) „generell“ keine serologische Überprüfung der Immunantwort, wie es auf der RKI-Internetseite heißt. „Zudem wird unabhängig vom Vorhandensein von Antikörpern nach Impfung eine zelluläre Immunität aufgebaut. Ob im weiteren Verlauf ein serologisches Korrelat für die Wirksamkeit definiert werden kann, ist unsicher.“ Auch bei anderen impfpräventablen Krankheiten (z.B. Pertussis) könne bisher kein sicheres serologisches Korrelat für Schutz angegeben werden, merkt das RKI an.

Weitere Studien nötig

Bereits seit dem Beginn der Pandemie wird nach einem Immunkorrelat für einen Schutz vor Covid-19 geforscht. Anhand eines solchen Korrelats lässt sich bestimmen, ob ein ausreichender Immunschutz vorliegt oder ob beispielsweise eine Auffrischungsimpfung empfehlenswert ist. Die Wissenschaftler betonen immer wieder, wie wichtig es ist, ein Immunkorrelat zu kennen, mit dem sich zuverlässig in der Praxis und in der Forschung bestimmen lässt, wie hoch der individuelle Schutz gegen das Virus ist.
RKI-Hauptgebäude in Berlin (Archivbild) - SNA, 1920, 11.11.2021
RKI-Chef erwartet mehr Impfungen bei 2G
Carsten Watzl, Leiter des Forschungsbereichs Immunologie beim Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund, sagte laut dem Online-Portal „Sciencemediacenter“: „Es ist bereits bekannt, dass die Höhe des Antikörpertiters mit dem Impfschutz korreliert.“ Es brauche aber mehr Untersuchungen, wie die einer britischen Forschergruppe, die unter der Bezeichnung „Korrelate des Schutzes vor symptomatischer und asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion“ am 29. Sepetmber im Fachjournal „Nature Medicine” veröffentlichet wurde. Damit könnte in der Forschung Watzl zufolge ein konkreter Grenzwert bestimmt werden. „Dafür müssen ganz viele Probanden geimpft, ihre Antikörperspiegel bestimmt und dann analysiert werden, wer sich infiziert.“
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