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Nach rechtlichen Schritten: Julian Assange darf nun im Gefängnis heiraten

© SNA / Alex McNaughton / Zur BilddatenbankJulian Assange
Julian Assange - SNA, 1920, 12.11.2021
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WikiLeaks-Gründer Julian Assange hat nach mehreren erfolglosen Versuchen die Erlaubnis erhalten, seine Verlobte Stella Moris im britischen Gefängnis Belmarsh zu heiraten, in dem er seit 2019 seine Haftstrafe absitzt. Darüber berichtete die britische Tageszeitung „The Guardian“.
Demnach darf Assange sogar einige Gäste einladen – auch müssten dazu wie immer zwei Trauzeugen anwesend sein, heißt es im Artikel.
Dem Blatt zufolge erklärte ein Sprecher des Gefängnisdienstes, dass der Antrag von Assange vom Gefängnisdirektor „wie für jeden anderen Gefangenen“ auf die übliche Weise entgegengenommen, geprüft und bearbeitet worden sei.
Auch die Verlobte Stella Moris teilte die erfreuliche Nachricht auf Twitter mit:
„Gute Nachrichten: Die britische Regierung hat 24 Stunden vor Ablauf der Frist nachgegeben. Julian und ich haben jetzt die Erlaubnis, im Belmarsh-Gefängnis zu heiraten. Ich bin erleichtert, aber immer noch wütend, dass die rechtlichen Schritte erforderlich waren, um dem illegalen Eingriff in unser Grundrecht auf Eheschließung Einhalt zu gebieten.“
Dem Blatt gegenüber sagte Moris ihrerseits, dass sie erleichtert sei, dass die Vernunft gesiegt habe, und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass es „keine weiteren Eingriffe in unsere Ehe“ geben werde.
Assange soll Stella Moris kennengelernt haben, als er in der ecuadorianischen Botschaft in London lebte. Dort soll er politisches Asyl beantragt haben. Das Paar hat zwei Kinder und soll seit 2017 verlobt sein.

Monatelange Versuche scheiterten

Das Paar versuchte seit Mai 2021 zu heiraten, als Assanges Verlobte einen Gefängnispriester gebeten hat, die Zeremonie zu organisieren. Ohne auf Hilfe zu warten, hat sich Moris Anfang Oktober an das Büro des Direktors gewandt, um die Erlaubnis zur Heirat zu erhalten – die Antwort blieb aber aus. Zahlreiche Nachfragen bei der Gefängnisverwaltung waren ergebnislos.
Anfang November hat das Paar dem Justizminister Dominic Raab und der Gouverneurin des Gefängnisses, Jenny Louis, vorgeworfen, ihre Macht gegenüber Assange missbraucht, sich irrational und unfair verhalten und ihm seine Menschenrechte verweigert zu haben, und ist gegen sie dafür rechtlich vorgegangen.
Assange und Moris sind demnach davon ausgegangen, dass die Hindernisse, die die britischen Behörden ihrer Hochzeit in den Weg legen, mit einem von den USA unterstützten politischen Krieg gegen den WikiLeaks-Verleger und Aktivisten zusammenhingen.
Die Belmarsh-Gouverneurin hat den Anwälten des Paares mitgeteilt, sie seien verpflichtet, den Heiratsantrag an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Das Anwaltsteam Assanges hat dies jedoch für irrelevant gehalten, weil im Vereinigten Königreich gegen Assange keine Anklage erhoben worden war.
Julian Assange - SNA, 1920, 04.11.2021
Julian Assange wird Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums

Hintergrund der Inhaftierung

Assange suchte 2012 Zuflucht in der ecuadorianischen Botschaft, um einer Auslieferung an die USA über Schweden zu entgehen. Dort wurde er aber mit Anschuldigungen wegen Sexualdelikten konfrontiert, für die er nie angeklagt wurde. Er bestritt diese und sie wurden später fallen gelassen. Im Jahr 2019 wurde er von der Polizei gewaltsam aus der Botschaft gebracht und im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh inhaftiert.
Vorgeworfen wird Assange, mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Er habe damit US-Informanten in Gefahr gebracht. Seine Unterstützer sehen in ihm hingegen einen investigativen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht gebracht hatte.
Assange drohen in den USA bis zu 175 Jahre Haft. Die britische Richterin Vanessa Baraitser hatte das Auslieferungsbegehren im Januar mit Hinblick auf die angegriffene psychische Gesundheit des WikiLeaks-Gründers und die zu erwartenden Haftbedingungen in den USA abgelehnt.
Die USA argumentierten, Baraitser sei von Assanges Psychiatrie-Experten Michael Kopelman „in die Irre geführt“ worden, und fordern nun die Royal Courts of Justice in London auf, das Urteil aufzuheben.
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