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Deutschland droht Überlastung durch Covid-Kranke – Intensivmediziner

© AFP 2021 / TOBIAS SCHWARZIntensivstation in einem Krankenhaus in Berlin
Intensivstation in einem Krankenhaus in Berlin  - SNA, 1920, 12.11.2021
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Der Chef der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, hat in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland die Auffassung vertreten, dass bundesweit eine Überlastung der Intensivstationen durch Covid-Patienten drohen könnte. Dennoch sprach er sich gegen eine Impfpflicht aus.
„Wenn sich diese Dynamik fortsetzt, können wir sehr bald nur noch Notfall- und Covid-Patienten behandeln. Das müssen wir dringend verhindern“, sagte Marx.
Dabei sprach sich der Divi-Präsident für eine deutliche Verbesserung für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf den Intensivstationen aus.
„Die Teams auf den Intensivstationen, allen voran die Pflegekräfte, brauchen endlich ernsthafte Unterstützung.“
Ihm zufolge hat die Vereinigung gemeinsam mit dem Pflegebeauftragten der Bundesregierung einen Katalog erarbeitet, in dem es um Bezahlung, Kompetenzerweiterung und um insgesamt bessere Bedingungen ging. Bisher sei aber überhaupt nichts davon umgesetzt worden. Nun habe Deutschland 4000 Intensivbetten weniger als im vergangenen Jahr.
Corona-Patient auf Intensivstation - SNA, 1920, 02.11.2021
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„Wir müssen jetzt akut etwas nachholen. Zum Beispiel: Nacht- und Wochenendarbeit sind ab sofort steuerfrei. Wir brauchen Verbesserungen, die jetzt und sofort spürbar sind“.
Auf die Frage, ob eine Impfpflicht für das Gesundheitswesen helfen könnte, antwortete Marx, das sei eine politische Entscheidung.
„Als Divi sind wir dagegen, denn wir müssen die Menschen überzeugen, nicht verpflichten. Sonst ziehen sich die Zweifler noch weiter zurück aus der Gesellschaft. Große Kampagnen wären jetzt wünschenswert“, betonte er.
Nach seiner Ansicht muss die Politik eine zweite große Impfkampagne fahren und aktiv auf die Ungeimpften zugehen.
„Und wir müssen nach sechs Monaten sofort boostern, vor allem die Älteren und auch die Pflegenden, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. In den Kliniken brauchen wir wieder echte Testkonzepte“.

Höchster Wert der Sieben-Tage-Inzidenz seit Pandemie-Beginn

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erneut angestiegen und hat den fünften Tag in Folge einen Höchstwert erreicht. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche betrug am Freitagmorgen laut RKI 263,7.
Bereits seit Montag hatte es Rekorde bei den tagesaktuell vom RKI berichteten Inzidenzen gegeben. Am Donnerstag lag der Wert bei 249,1. Vor einer Woche hatte der Wert bei 169,9 (Vormonat: 65,8) gelegen.
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Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle in Deutschland ist binnen eines Tages laut dem Robert-Koch-Institut (Stand: 12. November, 03:11 Uhr) um 48.640 auf insgesamt 4.942.890 gestiegen. Weitere 191 Todesfälle wurden demnach innerhalb von 24 Stunden gemeldet. Insgesamt sind damit bislang 97.389 Menschen an oder mit dem Virus gestorben.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (Stand 11. November, 09.38 Uhr) wurden in Deutschland 56 Millionen Menschen (67,3 Prozent der Gesamtbevölkerung) vollständig gegen Covid-19 immunisiert. Insgesamt haben 58,1 Millionen Menschen (69,9 Prozent) mindestens eine Dosis erhalten.
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