Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Route Belarus-Türkei: Belavia und Turkish Airlines nehmen keine Iraker, Syrer und Jemeniten an Bord

© SNA / Alexej KudenkoEin Flugzeug der weißrussischen Fluggesellschaft Belavia
Ein Flugzeug der weißrussischen Fluggesellschaft Belavia - SNA, 1920, 12.11.2021
Abonnieren
Aufgrund der eskalierten Lage an der polnisch-belarussischen Grenze hat die belarussische Fluggesellschaft Belavia nach eigenen Angaben beschlossen, ein Flugverbot für Menschen aus Syrien, dem Irak und dem Jemen von der Türkei nach Belarus zu erlassen. Die gleiche Maßnahme haben einen Tag früher die Turkish Airlines verkündet.
Das Flugverbot gilt demnach bereits ab diesem Freitag. Die von der Maßnahme betroffenen Fahrgäste könnten mit vorhandenen Tickets eine volle Rückerstattung des Kaufpreises ohne Abzüge am Ort des Kaufs vornehmen, heißt es in der heutigen Pressemitteilung der Fluglinie.

Turkish Airlines greifen zum selben Schritt

Wie der Staatssekretär in der Kanzlei des polnischen Präsidenten, Jakub Kumoche, gestern Abend auf seiner Twitter-Seite mitgeteilt hat, habe die Fluggesellschaft Turkish Airlines bestätigt, dass die Staatsangehörigen des Irak, Syriens und des Jemen bei Flügen nach Minsk nicht mehr an Bord dürften – „Inhaber von Diplomatenpässen ausgenommen“.
Einige Stunden später gab der Politiker in einem anderen Beitrag bekannt, von der Generaldirektion für Zivilluftfahrt der Türkei über das Verbot des Verkaufs von Tickets nach Belarus an Bürger aus den drei Ländern erfahren zu haben.
„Das Verbot gilt sowohl für Turkish Airlines als auch für Belavia und alle Flughäfen. Gültig bis auf weiteres“, heißt es genau im Tweet.

Türkei dementiert Beteiligung an Migrantenschleusung

Die EU-Staaten werfen der Türkei vor, als Sprungbrett für die nach Europa strömenden Flüchtlinge zu dienen und dadurch zur Verschärfung des Flüchtlingsstreits zwischen Belarus und der EU beizutragen.
Das Land soll angeblich Migranten aus dem Nahen Osten mit Hilfe der halbstaatlichen Fluggesellschaft Turkish Airlines gezielt nach Belarus einfliegen, um den belarussischen Präsidenten, Alexander Lukaschenko, zu unterstützen.
Am Donnerstag hat der türkische Außenminister, Mevlüt Cavusoglu, die Beteiligung Ankaras an der Einschleusung von Migranten gegenüber seinem polnischen Amtskollegen, Zbigniew Rau, dementiert. Dabei soll der türkische Politiker sein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht haben, dass man versuche, die Türkei „zu einem Teil des Problems zu machen“, obwohl sie es nicht sei, hieß es nach Angaben eines Sprechers des türkischen Außenministeriums.
Cavusoglu habe „die unhaltbaren Anschuldigungen gegen die Türkei und die Fluggesellschaft Turkish Airlines zurückgewiesen“. Um die Öffentlichkeit wahrheitsgemäß zu informieren, sei dem polnischen Außenminister vorgeschlagen worden, eine technische Kommission aus Polen in die Türkei zu entsenden.
Auch die Fluglinie Turkish Airlines hat zwei Tage früher die Vorwürfe vonseiten der EU im Zusammenhang mit der Migrationskrise folgendermaßen dementiert:
„Wir möchten die Öffentlichkeit darüber informieren, dass die in den Medien verbreiteten Behauptungen jeder Grundlage entbehren.“
Das Unternehmen garantiere wiederum „die Einhaltung aller Sicherheitsvorkehrungen und Sensibilitäten in Zusammenarbeit mit den internationalen Behörden bei all seinen Flügen in alle Ecken der Welt“, so Turkish Airlines.
Passagierflugzeug Boeing 737 der russischen Fluggesellschaft Aeroflot (Archivbild) - SNA, 1920, 11.11.2021
Dialog statt „Sanktionsknüppel“: Moskau reagiert auf mögliche EU-Sanktionen gegen Aeroflot

Sanktionen gegen Aeroflot angeblich in Aussicht

Am Mittwoch hatte das Magazin „Bloomberg“ in einem Artikel unter Berufung auf einen EU-Vertreter berichtet, dass die Europäische Union die Möglichkeit erwäge, die russische Fluglinie Aeroflot in das Sanktionspaket gegen Fluggesellschaften aufzunehmen. Das Unternehmen steht demzufolge angeblich – genauso wie die Turkish Airlines – im Verdacht, an der Überführung illegaler Migranten über Belarus an die EU-Grenzen beteiligt zu sein.
Daraufhin hat die Fluggesellschaft ihrem Pressedienst zufolge ihre Beteiligung an Massentransporten von Flüchtlingen in Belarus dementiert. Die Fluggesellschaft führe weder regelmäßige noch Charterflüge in die Städte vom Irak und Syrien, noch auf der Route Istanbul-Minsk durch. Der Pressedienst erklärte auch, dass die Transitbeförderung von Bürgern dieser Länder über das Territorium Russlands dadurch erschwert sei, da dort spezielle Visa erforderlich seien.
Die russische Regierung ihrerseits hat den EU-Staaten mit Gegenmaßnahmen – wie etwa mit einem Verbot der Flüge westlicher Fluggesellschaften durch das Territorium Russlands – gedroht, sollten sie die angeblich in Erwägung gezogenen Sanktionen ins Leben rufen.
Alexander Lukaschenko (Archivfoto) - SNA, 1920, 11.11.2021
Sollte EU Grenze zu Belarus schließen: Lukaschenko droht dem Westen mit Gasabstellung

Migrationskrise an polnisch-belarussischer Grenze

Seit Tagen wird über Massenansammlungen von Migranten an der Grenze zwischen Belarus und Polen berichtet. Der belarussische Grenzschutz geht inzwischen von mindestens 2000 Flüchtlingen aus. Die Menschen haben auf der belarussischen Seite behelfsmäßige Lager aufgeschlagen und warten auf eine Gelegenheit, die EU-Grenze passieren zu können.
Der polnische Grenzschutz verweigert den aus dem Nahen Osten stammenden Flüchtlingen den Durchgang. Die polnische Regierung hat den Ausnahmezustand in den grenznahen Gebieten ausgerufen und setzt die Armee sowie schwerbewaffnete Polizeieinheiten gegen die Migranten ein.
Die EU-Kommission macht die Regierung in Minsk für die Krise verantwortlich. Der Türkei wurde vorgeworfen, Migranten mit Hilfe der halbstaatlichen Fluggesellschaft Turkish Airlines gezielt nach Belarus einzufliegen, um Lukaschenko zur Seite zu stehen.
Dieser wies die Verantwortung für die Krise von sich, erklärte aber zugleich, die Flüchtlinge auf ihrem Weg in die EU nicht aufhalten zu können: Aufgrund der EU-Sanktionen fehlten seinem Land die dafür nötigen Kräfte und Mittel.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала