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Asyl in Deutschland in neun Zahlen: Wer, woher und wie lange?

© AP Photo / Muhammed MuheisenAfghanische Flüchtlinge in Deutschland. Freilassing, Bayern, September 2015
Afghanische Flüchtlinge in Deutschland. Freilassing, Bayern, September 2015 - SNA, 1920, 12.11.2021
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Der Konflikt um Tausende Migranten an der belarussisch-polnischen Grenze, die in der EU Asyl beantragen wollen, spitzt sich seit Tagen zu. In diesem Zusammenhang haben wir eine Liste zu den Asylsuchenden in Deutschland vorbereitet und präsentieren Ihnen nun die wichtigsten Zahlen.
Die Zahl der Flüchtlinge, die in Deutschland leben, liegt bei 1,2 Millionen, geht aus dem Bericht „Global Trends 2020“ des UN-Flüchtlingshilfswerkes UNCHR hervor. Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben insgesamt 122.170 Personen in Deutschland im Jahr 2020 Asyl beantragt. Im Vergleich zum Vorjahr (165.938 Fälle) sei dies ein Rückgang von 26,4 Prozent. Die zugangsstärksten Staatsangehörigkeiten bei den Asylerstanträgen waren dabei
Syrien,
Afghanistan,
der Irak,
die Türkei,
Nigeria,
der Iran,
Somalia,
Eritrea
und Georgien.

Asylantragszahlen in Deutschland seit 1953

Seit der Gründung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Jahr 1953 haben rund 6,1 Millionen Menschen (davon 5,1 Millionen seit 1990) in Deutschland Schutz vor Verfolgung gesucht und Asyl beantragt. Dies geht aus dem Bericht der Behörde für das Jahr 2020 hervor, der im Oktober 2021 veröffentlicht worden ist. Lediglich 15,5 Prozent der gestellten Asylanträge entfallen auf den Betrachtungszeitraum bis 1989. Der große Anteil aller Asylanträge (84,5 Prozent) wurde seit 1990 gestellt.
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Entwicklung der Asylantragszahlen in Deutschland

Die Zahl der Asylantragstellungen hierzulande ist starken Schwankungen unterworfen, die Ausdruck der Entwicklung der weltweiten Fluchtbewegungen sind. Nachdem 2016 mit rund 745.000 Asylanträgen in Deutschland der bislang höchste Stand verzeichnet worden war, sanken die Antragszahlen in den Folgejahren stetig von rund 220.000 im Jahr 2017 auf zuletzt rund 122.000 im Jahr 2020, wobei die 2020er-Zahlen unter den Bedingungen der Corona-Pandemie zu sehen sind.

Bundesländer nach Zahl der Asylbegehrenden

Von den insgesamt 102.581 Asylerstanträgen wurde mehr als ein Fünftel (21.875) in Nordrhein-Westfalen gestellt. In der Top 5 folgen danach Bayern (12.346), Baden-Württemberg (11.567), Niedersachsen (10.994) und Hessen (8199), so das BAMF.

Asylerstanträge nach Geschlecht und Altersgruppen

Im Jahr 2020 wurde die Mehrheit der Asylerstanträge von männlichen Personen (59.359) gestellt. Das sind 57,9 Prozent von den insgesamt 102.581 Asylerstanträgen. Mehr als drei Viertel (77,3 Prozent) waren jünger als 30 Jahre (79.290 Personen). Laut dem BAMF waren 26.520 der Asylerstantragstellenden (25,9 Prozent) in Deutschland Geborene im Alter von unter einem Jahr.
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Religionszugehörigkeit der Antragstellenden in Deutschland

Mehr als zwei Drittel der Asylerstanträge (69.047) wurden in Deutschland im Jahr 2020 von Angehörigen des Islam gestellt, heißt es weiter im BAMF-Jahresbericht. Das sind demnach 67,3 Prozent von den insgesamt 102.581 Asylerstanträgen. Mit 13,8 Prozent folgen danach christliche Gläubige (14.109). An dritter Stelle mit 4,0 Prozent sind Personen jesidischen Glaubens (4.077). Konfessionslos waren 2,9 Prozent der Antragstellenden (2.987). 0,4 Prozent der Asylerstanträge wurden von Angehörigen des Hinduismus gestellt. 11,7 Prozent hatten eine andere Religionszugehörigkeit.

Zielländer von Asylantragstellenden in Europa

In der EU wurden 2020 insgesamt 471.900 Asylanträge gestellt. Für jeden Vierten (rund 122.000 Personen) war Deutschland das Zielland. Unter den drei wichtigsten Zielländern waren auch Frankreich (rund 93.000) und Spanien (rund 88.000). Damit ist Deutschland, wie auch in den Vorjahren, Hauptzielstaat für Asylantragstellende in Europa. Zu den zehn zugangsstärksten europäischen Zielländern (92 Prozent aller Asylanträge) gehören auch
Griechenland,
Italien,
Belgien,
Schweden,
die Niederlande,
Österreich
und die Schweiz.

Asylanträge in Europa

In den EU-Staaten wurden 2020 insgesamt 471.900 Asylanträge gestellt. Dies stelle demnach einen Rückgang um 32,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 (699.095 Asylanträge) dar und sei auf die Covid-19-Pandemie sowie die damit verbundenen Reisebeschränkungen der EU-Mitgliedstaaten zurückzuführen.
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Ausländer in Deutschland

Darüber hinaus nimmt das Bundesamt Aufgaben im Bereich der Migration wahr, so die Behörde auf ihrem Portal. So wurden im Ausländerzentralregister 867.211 ausländische Staatsangehörige registriert, die im Jahr 2020 nach Deutschland zugezogen sind, darunter 365.097 Drittstaatsangehörige (42,1 Prozent). Dies geht aus dem Jahresbericht 2020 des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervor. Bei der Fachkräftezuwanderung nach Deutschland habe insbesondere die Blaue Karte in der EU als Aufenthaltstitel für Hochqualifizierte stark an Bedeutung gewonnen. Seit 2015 sei auch der Anteil der Zugewanderten gestiegen, die eine Beschäftigung aufgenommen haben, die keine qualifizierte Berufsausbildung erfordert.
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