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Pflegeroboter in Heimen: Maschine hat ersten Testbetrieb in Deutschland erfolgreich absolviert

© Foto : Fraunhofer IPA/Foto: Florenz GrafCare-O-Bot im Testbetrieb in einem Pflegeheim
Care-O-Bot im Testbetrieb in einem Pflegeheim - SNA, 1920, 11.11.2021
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Drei Jahre lang wurde „Care-O-Bot“ entwickelt und mehrere Wochen in einem Pflegeheim getestet und optimiert. Nun kann der Fraunhofer-Roboter Bewegungen von Menschen beurteilen und durchsichtige Objekte wie Flaschen greifen. Laut Pflegepersonal ist der Roboter sicher im Betrieb, könnte aber kleiner und wendiger sein – und kommunikativer.
Roboter sind in der Industrie längst Alltag. Kaum jemand kennt nicht den Roboterarm, der etwas greift, hebt, schweißt, schraubt. Auch mobile Roboter kommen immer häufiger zum Einsatz etwa in der Logistik, wo sie als Transport- und Sortiermaschinen Prozesse beschleunigen. Sie erhöhen aber auch die Zahl der Unfälle mit Menschen in der Arbeitsumgebung, wie eine Untersuchung beim Logistikriesen Amazon aus dem Jahr 2020 zeigt, derzufolge 50 Prozent mehr Unfälle in Logistikhallen mit Roboterkollegen passieren.

Robotik als Teillösung bei Überalterung?

Roboter halten aber auch in diversen Ländern mit überalterten Gesellschaften und Fachkräftemangel Einzug in sensiblere Bereiche wie etwa die Pflege in Krankenhäusern oder Seniorenheimen. In Japan etwa, das stark auf Roboter setzt, sollen diese nicht nur Aufgaben übernehmen, sondern auch empathische Gesprächspartner sein. Ebenfalls sehr aktiv in der Roboterentwicklung ist das Hightech-Land Südkorea.

Pflegeroboter im Realbetrieb getestet

Wo Roboter außerhalb der Fabrikhallen auf Menschen treffen oder gar schwache und verletzliche Patienten bedienen sollen, ist natürlich Sicherheit das oberste Gebot. Auch in Deutschland macht man sich auf den Einsatz von Pflegerobotern in der Pflege bereit. Die Sicherheit solcher Roboter im Realeinsatz hat dabei das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) im Rahmen des „S³“-Projekts seit November 2018 untersucht. Im Rahmen des Projekts wurde der Roboter nun mehrere Wochen in einem Pflegeheim der „Bruderhaus Diakonie“ untersucht. Das „S³“ steht für „Sicherheitssensorik für Serviceroboter“. Wie der Name schon andeutet, sollten in erster Linie die Fähigkeiten eines Roboters untersucht werden, im dynamischen Pflegealltag Situationen einzuschätzen und flexibel und sicher zu handeln. Das Projekt wurde am 31. Oktober 2021 abgeschlossen und die Ergebnisse am Donnerstag vorgestellt.

Menschliche Bewegungen erkennen und durchsichtige Objekte greifen

Der Roboter namens „Care-O-Bot“ lernte Fraunhofer IPA zufolge, Menschen zu erkennen und basale Handlungen wie Gehen und Greifen auszumachen. Dadurch konnte er im Betrieb sein Verhalten daran anpassen – und damit Gefahrensituationen verhindern. Ebenso wurde seine Sensorik so verbessert, dass er durchsichtige Objekte wie Wasserflaschen wahrnehmen konnte, was zuvor nicht möglich gewesen war. Diese Funktion wurde in einem Testszenario entwickelt, in dem der Roboter leere Wasserflaschen gegen volle austauschen sollte. Grundsätzlich lernte der Roboter in der Projektdauer laut den Fraunhofer-Forschern sicherer, Objekte greifen.
© Foto : Fraunhofer IPA/Foto: Florenz GrafPflegeroboter „Care-O-Bot“ kann auch durchsichtige Objekte wie Flaschen greifen
Pflegeroboter „Care-O-Bot“ kann auch durchsichtige Objekte wie Flaschen greifen - SNA, 1920, 11.11.2021
Pflegeroboter „Care-O-Bot“ kann auch durchsichtige Objekte wie Flaschen greifen

Pflegekräfte: Roboter ist sicher, könnte aber schneller arbeiten und kleiner sein

Das Fraunhofer IPA befragte auch die Pflegekräfte nach ihren Erfahrungen mit dem künstlichen Kollegen. Diese sollen ihn als sicher wahrgenommen haben und keine Angst vor ihm verspürt haben. Bislang arbeitet „Care-O-Bot“ aus ihrer Sicht aber zu langsam und könnte auch seine Kommunikation mit der Außenwelt verbessern. Konkret sollte er durch Mimik oder Sprache Auskunft darüber geben, was er gerade macht und welche Pläne er im weiteren Verlauf verfolgt. Auch sollte der künftige Pflegeroboter aus Sicht des Pflegepersonals kleiner ausfallen und wendiger sein – schließlich soll er keine Gänge versperren und nicht am Ende die Pflegekräfte bei ihrer Arbeit behindern.
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