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Dialog statt „Sanktionsknüppel“: Moskau reagiert auf mögliche EU-Sanktionen gegen Aeroflot

© SNA / Alexander KriaschewPassagierflugzeug Boeing 737 der russischen Fluggesellschaft Aeroflot (Archivbild)
Passagierflugzeug Boeing 737 der russischen Fluggesellschaft Aeroflot (Archivbild) - SNA, 1920, 11.11.2021
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Dem jüngsten „Bloomberg“-Bericht zufolge soll die russische Fluggesellschaft Aeroflot angeblich an dem gezielten Transport von Migranten an die Grenze der Europäischen Union beteiligt sein. Die russische Regierung will nun die ins Spiel gebrachten möglichen Sanktionen vonseiten der EU nicht unbeantwortet lassen – und verspricht eine Gegenreaktion.
Zu dem möglichen Schritt nahmen der Kreml-Sprecher, Dmitri Peskow, der Außenminister, Sergej Lawrow, und der stellvertretende Außenminister Russlands, Alexander Gruschko, mittlerweile Stellung.
Gruschko gab gegenüber russischen Medien eindeutig zu verstehen, dass im Falle der Aufnahme von Aeroflot in das EU-Sanktionspaket gegen Fluggesellschaften sicher eine Reaktion folgen werde.
„Aber wir sind überhaupt nicht überrascht, denn der Eindruck ist, dass die Europäische Union bei allen internationalen Problemen lieber zum Sanktionsknüppel greift und diesen bedenkenlos schwingt, anstatt mit den tatsächlich Betroffenen in einen Dialog zu treten“, sagte der Diplomat.
Die Lösung der Probleme, so der russische Politiker weiter, „vor denen die EU so eine Angst hat“, erfordere keine Einschränkungen, sondern „Kooperation und Dialog“. Die Sanktionen „werden die Situation nur im Wesentlichen verschlimmern und der Möglichkeit eines normalen Gesprächs im Wege stehen“, fügte Gruschko hinzu.
Aus Sicht des Kreml-Sprechers, Dmitri Peskow, sind „solche Einfälle“ nur in den Informationslügen solcher Art lebendig.
„Wir haben bereits die Erklärung der Firma (Aeroflot – Anm. d. Red.) gesehen, dass sie den Transport von Migranten nach Minsk weder gewährleistet hätte noch es tue – sie beteilige sich nicht daran. Darüber hinaus, auch wenn irgendwelche Unternehmen dies auch tun sollten, widerspricht dies in keiner Weise irgendwelchen internationalen Normen“, erklärte Peskow.
Russland mache alles Mögliche für die Lösung der entstandenen Situation, so der Kreml-Politiker weiter. Wladimir Putin stehe in ständigem Kontakt mit seinem belarussischen Amtskollegen, Alexander Lukaschenko. In diesem Zusammenhang verwies Peskow auf das gestrige Telefongespräch mit der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Deutschlands, Angela Merkel, bei dem die Lage an der Grenze (an der polnisch-belarussischen – Anm. d. Red.) im Mittelpunkt stand“, sagte der Kreml-Sprecher anschließend.
Der russische Außenminister, Sergej Lawrow, bezeichnete die angeblichen Anschuldigungen vonseiten der EU als „Unwahrheit“ – „sehr diplomatisch ausgedrückt“.
Auch Wladimir Dschabarow, der erste stellvertretende Leiter des Internationalen Komitees des Föderationsrates, äußerte sich zu angeblichen Anschuldigungen seitens der EU. Aeroflot habe, so der Beamte, damit nichts zu tun. Ihm zufolge versucht die EU, „Russland um jeden Preis zu beißen“.
Dabei betonte er, dass im Falle der Verhängung von Sanktionen gegen Aeroflot Russland die Frage in Erwägung ziehen könnte, Flüge westlicher Fluggesellschaften durch das Territorium des Landes zu verbieten:
„Wenn sie Sanktionen gegen unsere Fluggesellschaft verhängen, werden wir ihre Unternehmen mit ähnlichen Sanktionen belegen, die aufgrund ihrer geografischen Lage stark von Russland abhängig sind“, erklärte der Politiker.
Dschabarow bezeichnete die „westlichen Politiker“ in dieser Hinsicht als „Hitzköpfe, die die Konsequenzen solcher Schritte nicht einkalkuliert haben“, und zeigte sich zuversichtlich, dass es dazu (zu beidseitigen Sanktionen – Anm. d. Red.) nicht kommen werde.
Bundesaußenminister Heiko Maas  - SNA, 1920, 10.11.2021
Lage im belarussischen Grenzgebiet: „Die EU ist nicht erpressbar“ – Maas droht mit Sanktionen

Aeroflot dementiert Beteiligung am Migrantentransport

Die Fluggesellschaft „Aeroflot“ hat Berichte über ihre Beteiligung an Massentransporten von Flüchtlingen in Belarus dementiert. Das geht aus dem Pressedienst des Unternehmens hervor.

„Informationen über die Beteiligung oder Unterstützung von Aeroflot bei der Organisation des Massentransports von Migranten auf das Territorium der Republik Belarus entsprechen nicht der Realität“, heißt es in der Mitteilung.

Die Fluggesellschaft führe weder regelmäßige noch Charterflüge in die Städte vom Irak und Syrien, noch auf der Route Istanbul-Minsk durch. Der Pressedienst erklärte auch, dass die Transitbeförderung von Bürgern dieser Länder über das Territorium Russlands dadurch erschwert sei, da dort spezielle Visa erforderlich seien.
Das Unternehmen fügte hinzu, dass es sich und seine Aktionäre mit allen möglichen Mitteln verteidigen werde – gegebenenfalls auch vor Gericht.
„Aeroflot ist das größte international tätige Unternehmen mit Niederlassungen in Dutzenden von Ländern auf der ganzen Welt. Informationen über drohende Sanktionen können erhebliche negative Auswirkungen auf die operative und finanzielle Tätigkeit des Unternehmens sowie seine Kapitalisierung haben“, so der Pressedienst der Fluggesellschaft.

EU-Sanktionen gegen Aeroflot in Sicht – „Bloomberg“

Am Mittwoch hatte das Magazin „Bloomberg“ in einem Artikel mit Verweis auf einen unbenannten EU-Vertreter berichtet, dass die Europäische Union die Möglichkeit erwäge, die russische Fluglinie Aeroflot in das Sanktionspaket gegen Fluggesellschaften aufzunehmen. Das Unternehmen steht demzufolge angeblich im Verdacht, an der Überführung illegaler Migranten über Belarus an die EU-Grenzen beteiligt zu sein.
Ein europäischer Beamter, der mit der Entwicklung eines Sanktionspakets gegen Belarus vertraut ist, bestätigte gegenüber der Zeitung, dass neben der russischen Aeroflot eine Reihe anderer Fluggesellschaften unter die Beschränkungen fallen könnten – insbesondere die türkische Fluggesellschaft Turkish Airlines.
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