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Vierte Corona-Welle: Lauterbach fordert 2G-Regel „mit Kontrollen und Kontrollen der Kontrollen“

© AFP 2021 / Stefanie LoosKarl Lauterbach
Karl Lauterbach - SNA, 1920, 11.11.2021
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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich in der jüngsten ARD-Sendung „Maischberger. Die Woche“ für Kontrollen und Strafen ausgesprochen, sollten die Corona-Zugangsregeln für Geimpfte und Genesene nicht eingehalten werden. Lauterbach zufolge ist die vierte Welle ohne die flächendeckend geltende 2G-Regel nicht in den Griff zu bekommen.
Mit Blick auf die deutlich steigendenZahlen der Corona-Neuinfektionen zeigte sich der Gesundheitsexperte Lauterbach in der ARD-Talkshow äußerst besorgt und brachte es deutlich auf den Punkt: „Wir sehen da dramatische Umstände – und da ist noch kein Ende in Sicht“.
Im Gespräch mit der Moderatorin Sandra Maischberger und der FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus erklärte er, dass er „im engen Austausch mit Kollegen aus Kliniken“ stehe. Diese hätten ihm eben bestätigt, dass die Betten in Krankenhäusern fast nur noch von „Ungeimpften“ und „jüngeren Menschen“ belegt seien.
Von daher könne der Politiker dem deutschen Virologen Christian Drosten in dem Punkt zustimmen, dass die Lage mit Corona in Deutschland nicht unter Kontrolle sei.

Vierte Welle wird „katastrophal“ sein

Anhand der Tabelle mit den Corona-Erkrankungszahlen, die die Moderatorin den Talkshow-Teilnehmern vor Augen geführt hat, erklärte Maischberger, dass es zum jetzigen Zeitpunkt mehr als doppelt so viel Infizierte pro Tag als vor einem Jahr gebe (gemeint ist der 10. November 2020 und 2021 – Anm. d. Red.). Vor diesem Hintergrund bat sie Lauterbach einzuschätzen, wie schwierig die vierte Welle sein werde.
„Ich glaube, die Welle wird katastrophal werden“, so der Politiker und fuhr fort: „Die Delta-Variante ist sechs Mal so ansteckend. Wenn dann zwei Drittel der Bevölkerung geimpft und ein Drittel ungeimpft sind, erwischt es dieses Drittel, was ungeimpft ist, ganz ganz hart, ultrahart“.
Wenn die Menschen vorsichtiger sein würden, glaube er nicht an die Hunderttausend Todesfälle, so Lauterbach. Aus seiner Sicht werden selbst diejenigen, „die Impfgegner sind oder die denken, das betreffe sie nicht“, in unmittelbarem Umfeld erfahren (welche Folgen Corona haben kann – Anm. d. Red.) – „von dem sie das nie erwartet hätten“.
Als Beispiel nannte der Politiker einen gesunden Sportler, der infolge der Infektion mal auch eine Beatmung brauchen würde.
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2G flächendeckend „mit strengen Kontrollen“

Im Zuge einer hitzigen Diskussion mit seiner FDP-Amtskollegin Aschenberg-Dugnus, die eine klare 3G-Regel-Befürworterin ist, machte Lauterbach deutlich: Der Antigentest könne bei der Delta-Variante nicht ausreichen, „weil man am ersten Tag der Ansteckung, wo man sehr stark andere anstecke, den oft falsch negativ hat“. Daher sei eine 2G-Regelung (geimpft/genesen) „viel besser“, als wenn man testet. Und wenn man teste, dann „eben tatsächlich PCR“.
Trotz der Argumente seiner Opponentin aus der FDP, die 2G für „falsch“ aufgrund der „Scheinsicherheit“ halte und für die täglichen Tests plädiert, hielt Lauterbach unerschütterlich an seiner Meinung fest: „Wir müssen 2G flächendeckend einführen, sofort.“
Hinzu kommen auch strenge Kontrollen, die der Gesundheitsexperte deutlich forderte, um „Infektionsketten zu durchbrechen“.
„Wir sind wirklich in einer Notsituation. Wenn wir 2G mit Kontrollen und Kontrollen der Kontrollen nicht umsetzen, dann bekommen wir das ohne den Lockdown nicht in den Griff“, so Lauterbach.

Warum 2G und nicht 3G?

Dabei verteidigte er die 2G-Regel dahingehend, dass wenn sich unter 2G-Bedingungen Menschen gegenseitig ansteckten, sie dann „nicht schwer erkranken“ würden. Wenn man aber eine 3G-Veranstaltung habe – und da seien Ungeimpfte dabei, so Lauterbach – „die sehe ich dann eine Woche später oder zwei Wochen später auf der Intensivstation“. Wenn man 3G weiter mache und die schlecht kontrolliere, „kommen wir aus dieser harten Welle nicht heraus“, brachte es der SPD-Politiker auf den Punkt.
„Wenn beispielweise dann ein Restaurant 2G nicht kontrolliert und fällt dann auf bei der Kontrolle, dann führt das zu sechs Wochen Schließung“, begründete Lauterbach die gewünschte Maßnahme.
Dabei räumte der Politiker gegenüber der FPD-Politikerin ein, dass er ihr zwar zustimme, dass die Impfung nicht den kompletten Schutz gebe – das Risiko, sich und andere anzustecken, sei dabei aber niedrig. Die Impfung schütze wohl „nicht perfekt“ vor der Ansteckung, so Lauterbach. Aber zwischen „schützt nicht“ und „schützt nicht perfekt“ sei ein Riesenunterschied.

„Lauterbach verbreitet Panik“

Am Montag hat eine andere FDP-Politikerin, Daniela Schmitt, Lauterbach wegen seiner Meinung zu den Corona-Maßnahmen aufs Korn genommen und forderte: „Das Leben muss weitergehen“.
Sie hat sich dahingehend geäußert, dass man auch an die Eigenverantwortung der Menschen appellieren sollte. Es gebe, so die Politikerin, viele Möglichkeiten für die Gesellschaft, „auch mit der Pandemie umzugehen und zu leben. Und auch bestimmte Dinge am Laufen zu halten.
Bei aller Vorsicht, was den Gesundheitsschutz angehe, muss ihr zufolge auch die gesellschaftliche Situation insgesamt betrachtet werden. „Wir müssen an die sozialen Folgen denken, auch in dieser Phase“, erklärte Schmitt. Zur Frage des Springer-Mediums, ob Lauterbach Panikmache betreiben würde, hatte sie eine klare Antwort parat: „Ich finde schon“.
Virologe Christian Drosten (Archivbild) - SNA, 1920, 09.11.2021
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Corona-Lage in Deutschland

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist stark angestiegen und hat erstmals in der Corona-Pandemie den Wert von 50.000 überschritten. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages den Höchstwert von 50.196 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von Donnerstagmorgen wiedergeben. Am Vortag waren es 39.676 Ansteckungen und vor genau einer Woche hatte der Wert bei 33.949 Ansteckungen gelegen. Bereits der Wert vom Mittwoch war ein Höchststand gewesen.
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreichte ebenfalls wieder einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 249,1 an. Sie ist somit am vierten Tag in Folge auf einen Höchstwert gestiegen. Am Mittwoch hatte der Wert bei 232,1 gelegen. Zum Vergleich: Vor einer Woche lag die Inzidenz bei 154,5 (Vormonat: 66,5).
Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 235 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 165 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.894.250 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Ansteckungen nicht erkannt werden.
Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.432.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 97.198.
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