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Im Falle der Cannabis-Legalisierung: Nur Apotheken sicher – Expertin

© CC0 / NickyPe / PixabayCannabis (Symbolbild)
Cannabis (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.11.2021
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Laut Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda), sind die Apotheken der sicherste Weg, um Cannabis bei einer entsprechenden politischen Entscheidung zu verkaufen.
In einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte Overwiening: „Wir reißen uns nicht darum, künftig in unseren Apotheken Cannabis zu verkaufen. Im Fall einer Legalisierung sind wir aber davon überzeugt, dass es nur die Apotheken sein können, die ein Höchstmaß an Sicherheit für die Konsumenten gewährleisten.“
Nach einer Umfrage sind laut der Expertin rund zwei Drittel der Apotheker für eine Legalisierung, ein Drittel aber dagegen. Sie verwies auf Bedenken, die unter den Apotheken-Mitarbeitern bestehen: „Wie kann ich aber der Gesundheit des Volkes dienen, wenn ich ein Genussmittel abgebe, das Suchtpotential hat, zu Kontrollverlust führen oder Psychosen auslösen kann?“ Sie fügte hinzu, aus rein pharmazeutischer Sicht sollten die Apotheken kein Cannabis verkaufen.
Wenn die Politik jedoch pro Legalisierung entscheide und das mit dem Austrocknen des Schwarzmarktes, einer Entlastung von Polizei und Justiz und einem besseren Schutz der Konsumenten durch eine kontrollierte Abgabe begründe, dann seien das sehr nachvollziehbare Argumente, so Overwiening. „Ihnen können und wollen wir uns nicht entziehen.“

Cannabis nur ab 18 verkaufen

Overwiening glaubt allerdings, Cannabis sollte nur ab 18 Jahren verkauft werden. Gerade bei Heranwachsenden seien die möglichen gesundheitlichen Folgen nicht zu unterschätzen, so die Spezialistin.
Sie forderte außerdem, Kontrollmechanismen zu schaffen, die den Überverbrauch verhindern könnten. Sie verwies auf das Beispiel der Schweiz, wo durch ein elektronisches Meldesystem nur eine bestimmte Gesamtmenge Cannabis pro Monat gekauft werden kann.
Entscheidend werde außerdem sein, sauberes Cannabis mit einem definierten Wirkstoffgehalt aus sicheren Quellen beziehen zu können. „Das spricht für einen staatlichen Anbau“, betonte sie.
Im Falle der Legalisierung gingen die Apotheken nicht von hohen Umsätzen oder Gewinnen aus und die wirtschaftliche Situation der Betriebe ändere sich dadurch nicht, so Overwiening. „Nein, unsere Bedenken sind groß. Daher erwarten wir von der Politik, dass keine Apotheke zum Verkauf von Cannabis verpflichtet wird.“
Cannabis, Symbolbild - SNA, 1920, 29.10.2021
Bayern strikt gegen jegliche Cannabis-Legalisierung

Diskussion um Cannabis-Legalisierung

Eine Legalisierung von Cannabis ist bei den Parteien umstritten. Im Sondierungspapier einer möglichen Koalition aus SPD, Grünen und FDP gab es dazu keine Angaben. FDP und Grüne plädieren für Freigabe und Verkauf von Cannabis über staatlich lizenzierte Fachgeschäfte. Die SPD befürwortet Modellprojekte zur regulierten Abgabe an Erwachsene.
Cannabis ist in Deutschland seit 2017 für medizinische Zwecke erlaubt und darf von Ärzten verschrieben werden.
Drogen (Symbolbild) - SNA
Konsum von illegalen Drogen in Deutschland

In Deutschland haben 15,2 Millionen Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren und etwa 481.000 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren zumindest einmal in ihrem Leben eine illegale Droge konsumiert, so die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen. 2020 wohnten in Deutschland insgesamt 83.155.031 Menschen. Das bedeutet, dass fast jeder Fünfte (über achtzehn Prozent) damit Erfahrungen gemacht hat. Nach Angaben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, erhalten mehr als 80.000 Menschen in Deutschland regelmäßige Substitutionsmedikamente im Rahmen einer ärztlichen Behandlung.

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