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„Unvereinbar mit Grundrecht auf Privatsphäre“ – DJV kritisiert Springer-Ankündigung

© AP Photo / Franka BrunsZentrale des deutschen Medienriesen Axel Springer in Berlin
Zentrale des deutschen Medienriesen Axel Springer in Berlin - SNA, 1920, 11.11.2021
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In einer aktuellen Presseerklärung kritisiert Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands, die Ankündigung des Springer-Konzerns, künftig von Mitarbeitern die Offenlegung ihrer Liebesbeziehungen mit Kollegen zu verlangen.
Für den DJV stellt die neue Richtlinie, die das Medienhaus als Reaktion auf die Affäre um den ehemaligen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt angekündigt hat, einen Eingriff in die Privatsphäre der Mitarbeiter dar. „Das ist mit dem deutschen Recht ebenso wenig vereinbar wie mit dem Grundrecht eines jeden Menschen auf Privatsphäre“, so Überall. „Klar ist, dass das Einfordern sexueller Gefälligkeiten durch einen Vorgesetzten völlig inakzeptabel ist und strafrechtlich relevant sein kann.“ Ein Transparenzbericht, der tief in die Privatsphäre von Beschäftigten eingreifen würde, sei das falsche Gegenmittel. Stattdessen müsse Springer die Machtfülle von Chefredakteuren beschneiden, die die Reichelt-Affäre erst möglich gemacht habe.
Am Dienstag hatte der Springer-Konzern gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) bestätigt, dass bis Jahresende ein Regelwerk mit Informationsstandards zu innerbetrieblichen privaten Beziehungen erstellt werden soll. Nach Willen des Medienhauses soll der Arbeitgeber künftig über Liebesbeziehungen informiert werden, bei denen ein Interessenkonflikt bestehen könnte, etwa bei Abhängigkeitsverhältnissen zwischen Vorgesetzten und direkt Untergebenen. Dafür könnte eine Vertrauensperson eingesetzt werden oder die zuständige Stelle in der Compliance- oder der Personalabteilung.
Laut Springer-CEO Mathias Döpfner hat es bereits vor vier Jahren entsprechende Pläne gegeben, doch die Arbeitnehmervertreter hätten bisher gezögert, eine solche Regel einzuführen. Auslöser für den neuerlichen Anlauf war der Skandal um den inzwischen entlassenen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. Dieser soll Beziehungen zu jüngeren, in der Hierarchie viel weiter unten stehenden Mitarbeiterinnen unterhalten und seine Machtposition in diesem Zusammenhang missbraucht haben.
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