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Volksgesundheit oder Geschäftsmodell? – Wiener Publizist zu Corona-„Angstregime“

© AFP 2021 / STRCoronavirus (Symbolbild)
Coronavirus (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.11.2021
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Österreich erhöht den Druck auf Ungeimpfte. Am 8. November trat die sogenannte 2G-Regel in Kraft, laut der nur Geimpfte und von Covid-19 Genesene in Restaurants essen gehen, Sportveranstaltungen besuchen oder Skilifte benutzen dürfen. Der Wiener Publizist und Verleger Hannes Hofbauer sieht darin ein neues Anzeichen einer Gesundheitsdiktatur.
In seinem Artikel „Welt – wohin?“ aus dem Buch "Schöne Neue Welt 2030" (Herausgeber Ullrich Mies) schreibt er, dass die Verbreitung von Angst generell zum Geschäftsmodell geworden ist, aus dem führende Pharma-Konzerne sowie die Kontrollindustrie Mega-Gewinne erzielen. Im SNA-Interview meint Hofbauer, die Verbreitung von Angst sei kein Geheimnis. „Seit Ende März 2020 ist auch ein 17-seitiges Strategiepapier des deutschen Innenministeriums publik geworden, in dem explizit davon geschrieben steht, dass Angst verbreitet werden muss, um die Seuche in den Griff zu bekommen.“
„Damals war im Worst-Case-Szenario von 1,2 Millionen Toten (für Deutschland) die Rede, eine Fantasiezahl“, so der Wirtschaftshistoriker. „Angst und Panik werden auch 18 Monate später noch verbreitet. Als Super-Geschäftsmodell hat sich das für die Pharma-Industrie und den Kontrollsektor erwiesen.“
Dabei nennt er folgende Zahlen: Im 2. Quartal 2020 lag der Umsatz von BionTech, dem deutschen Partner des US-Riesen Pfizer, bei 41 Millionen Euro; ein Jahr später, im 2. Quartal 2021, liegt er bei 5,3 Milliarden Euro. Das sind unglaubliche 130 Mal mehr. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass eine Impfung mit Pfizer/BionTech derzeit 19,50 Euro kostet. „Der Staat, das heißt die Steuerzahler bezahlen es, und die Konzerne machen Superprofite.“

Von Test- und Impfzwängen sowie Zugangsbeschränkungen zu einer totalitären Ordnung

Das Corona-Angstregime mit seinen Test- und Impfzwängen sowie seinen Ausgangs- und Zugangsbeschränkungen führe zu einer Totalkontrolle und damit zu einer totalitären Ordnung, fährt Hofbauer fort. „Denn jeder Test, jedes Contact Tracing, jede Impfung und jeder ausgestellte ,Grüne Pass‘ hinterlassen eine digitale Spur. Damit kann derjenige, bei dem sich diese Daten sammeln, Kontrolle ausüben.“
Er müsse es freilich nicht, fügt der Publizist hinzu, „aber die vom Angstmodus getriebenen Staatenlenker nutzen die angesammelten Daten, um ein möglichst vollständiges Bild aller menschlichen Bewegungen zu erlangen. Sie sagen, das sei wegen der Volksgesundheit notwendig. Hier beginnt mein Zweifel, denn die effektiven Zahlen der an Covid-19 erkrankten Personen sowie die Bettenbelegung rechtfertigen die repressiven Maßnahmen und vor allem die Politik der Trennung in Geimpfte und Nichtgeimpfte nicht. Wenn die Grundrechtseinschränkungen, wie von Spahn und Merkel vorgeschlagen, von der Regierung weiter fortgesetzt werden, dann ist das keine parlamentarische Demokratie mehr, sondern bewegt sich in Richtung autoritäre Ordnung.“

Kann man die Corona-Pandemie ohne Beschränkungen und Zwängen bekämpfen?

„Es ist nicht Aufgabe des Staates, jedermanns Krankheitsrisiko auszuschließen“, erinnert Hofbauer an die Worte des bekannten Philosophen Richard David Precht, der die Maßnahmen bislang mitgetragen und befürwortet hatte, und ergänzt: „Eine solche Politik benützt das Virus, um eine – wenn man so will – Gesundheitsdiktatur zu errichten. Vertrauen statt Überwachung, so müsste stattdessen die Losung in einem demokratischen, solidarischen Staat lauten.“
Der Publizist verweist darauf, dass ja niemand gezwungen wird, sich in Menschenmassen zu begeben, wenn eine Grippewelle oder eine Pandemie herrscht. „Alle, die wollen, sind mittlerweile geimpft. Warum braucht es da noch Zwänge wie z.B. in Österreich die sogenannte 2G-Regel. Das ist irrational und verrückt. Und es befördert eine Blockwartmentalität. Eine Gesellschaft, in der jeder jeden kontrolliert, ist keine freie Gesellschaft, sondern eine missgünstige, verleumderische, nicht lebenswerte.“
Ullrich Mies 1 - SNA, 1920, 30.10.2021
„Hinter Corona steckt eine globale Agenda“ – Video-Interview
Hannes Hofbauer wundert sich teilweise immer noch, dass es „dem bereits eineinhalb Jahre andauernde Ausnahmezustand im Inneren unserer Gesellschaften an linker Kritik fehlt. Im Kern ist es der Glaube an das herrschende Narrativ, nach dem es um Volksgesundheit geht und die Pharma-Industrie uns aus schweren Zeiten heraushilft. Doch die Pharma-Industrie hat viel eher den Börsenkurs und die Rendite im Auge als die Volksgesundheit.“
Beim militärisch-industriellen Komplex habe die Linke noch den Kopf geschüttelt, urteilt der Experte, wenn dieser seine Kriege in Jugoslawien oder Afghanistan mit dem Minderheitenschutz gegenüber den Kosovaren oder den Frauenrechten in Afghanistan gerechtfertigt hatte. „Warum Big Pharma in Kapital-getriebenen Gesellschaften anders funktionieren sollte als andere Industrien, kann die Systemlinke nicht erklären, sie glaubt es einfach.“
Hofbauer spricht Klartext: „Dass es auch der Europäischen Union nicht in erster Linie um die Volksgesundheit geht, zeigt auch die monatelange Nichtzulassung von Impfstoffen aus anderen Weltgegenden. Sinopharm und Sputnik erhalten nach wie vor keine Zulassung in der EU. Millionenfach eingekaufte und vertraglich für die Zukunft versprochene Vakzin-Dosen aus dem transatlantischen Raum müssen offensichtlich erstmal verimpft werden, damit eben kein Rubel oder kein Yuan rollt.“
Hannes Hofbauer hat zuletzt (gemeinsam mit Stefan Kraft) den Band „Herrschaft der Angst. Von der Bedrohung zum Ausnahmezustand“ herausgegeben (Wien, Promedia Verlag).
Polizeibeamte in Wien  - SNA, 1920, 08.11.2021
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