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Entschädigung von Missbrauchsopfern: Katholische Kirche in Frankreich will Vermögenswerte verkaufen

© AP Photo / Vincenzo PintoKatholische Kirche (Archivbild)
Katholische Kirche (Archivbild) - SNA, 1920, 09.11.2021
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Nach Bekanntwerden von mehr als 200.000 Missbrauchsfällen in der französischen katholischen Kirche infolge einer Untersuchung haben Priester am Montag Entschädigungszahlungen für Betroffene in Aussicht gestellt. Demnach wollen sie nun kirchliche Immobilien verkaufen und gegebenenfalls auch Kredite aufnehmen.
Laut den französischen Bischöfen soll dieser Schritt Entschädigungen für Missbrauchsopfer ermöglichen. Dafür solle ein Fonds eingerichtet werden, dessen Kommission Immobilen verkaufen werde, um die notwendigen Gelder aufzubringen, schreibt Reuters mit Verweis auf den Vorsitzenden der französischen Bischofskonferenz, Eric de Moulins-Beaufort.
Die Kirchenbeiträge der Gläubigen sollen für den geplanten Entschädigungsfonds nicht verwendet werden, so der Erzbischof weiter.
„Bei Bedarf sind wir auch bereit, Kredite aufzunehmen, um unseren Verpflichtungen nachzukommen“, erklärte der Geistliche.
Die Kirche habe ihre „institutionelle Verantwortung“ erkannt und beschlossen, „einen Weg der Anerkennung und Wiedergutmachung einzuschlagen“, bestätigte de Moulins-Beaufort.
Zur Höhe der Entschädigungszahlungen wurden bislang keine Angaben gemacht. Zur Strafverfolgung von Missbrauchstaten wollten die französischen Bistümer Abmachungen mit den Staatsanwaltschaften treffen, sagte der Erzbischof.
Die Bischöfe haben Papst Franziskus auch gebeten, ein Team von „vertrauenswürdigen“ Beratern zu entsenden, um die Kinderschutzmaßnahmen der französischen Kirche zu bewerten, heißt es laut der „The New York Times“.
Ein Prozessionskreuz liegt auf einem Stuhl in der Kirche Saint Clotilde in Paris  - SNA, 1920, 03.10.2021
Untersuchung: Rund 3000 Kinderschänder in französischer Katholischer Kirche seit 1950 tätig gewesen

Kindesmissbrauchsfälle kommen ans Licht

Der Leiter der unabhängigen Kommission zur Untersuchung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche, Jean-Marc Sauve, hat im Oktober bestätigt, dass in Frankreich etwa 216.000 Kinder von Mitgliedern des katholischen Klerus missbraucht worden sind.
Bei den Opfern handle es sich um Kinder zwischen zehn und 13 Jahren. Der Höhepunkt des Missbrauchs war 1950-1970, so die Kommission in ihrem Bericht, mit einem Wiederaufleben der Fälle in den frühen 1990er Jahren.
Papst Franziskus bezeichnete die Ergebnisse – die neuesten Enthüllungen, die die römisch-katholische Kirche nach einer Reihe von sexuellen Missbrauchsskandalen auf der ganzen Welt erschütterten – als „einen Moment der Schande“.
Die Kommission nahm 2018 ihre Arbeit auf, nachdem Skandale in Kirchen in anderen Ländern bekannt geworden waren. Ihr gehörten Ärzte, Soziologen, Historiker und Theologen an. Sie untersuchten Kirchen-, Gerichts- und Polizeiarchive und befragten mehr als 6500 Opfer und Zeugen von Verbrechen.
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