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Deutsche Erfindungskraft in neun Zahlen

© CC0 / cadop / PixabayRöntgen (Symbolbild)
Röntgen (Symbolbild) - SNA, 1920, 09.11.2021
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In Deutschland sind Dutzende geniale Sachen entwickelt worden, die unsere Welt bis heute prägen – seien es der Buchdruck, das Auto, der Computer oder der Kühlschrank und das Bier. Zum Tag der Erfinder, der am 9. November begangen wird, haben wir wissen wollen, ob das Land nicht an Erfindungskraft verloren hat.
Deutschland ist nicht nur als das Land der Dichter und Denker bekannt, sondern auch durch dessen Erfinder und Entdecker berühmt geworden, darunter Albert Einstein, Wilhelm Conrad Röntgen, Gottlieb Daimler, August Oetker, Werner von Siemens und Dutzende weitere Personen, deren Namen heute zweifelsohne jedem gebildeten Menschen auf unserem Planeten bekannt sind. Ob wohl hierzulande immer noch gern getüftelt wird? Wie stark ist Deutschlands Erfindungskraft? Wir präsentieren Ihnen ein paar aussagekräftige Zahlen zum Thema.

Gültige Patente

Einschließlich der mit Wirkung für die Bundesrepublik Deutschland vom Europäischen Patentamt erteilten Patente waren am Jahresende 2020 insgesamt 834.584 Patente in Deutschland gültig, so das Deutsche Patent- und Markenamt (DPMA).

Patentanmeldungen in Deutschland

Jährlich werden beim DPMA mehr als 60.000 Patente angemeldet. 2020 waren es 62.105 Patentanmeldungen. Das ist ein Minus von 7,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund für den Rückgang der Anmeldungen dürfte die Corona-Pandemie sein, heißt es im DPMA-Jahresbericht.
„Kurzarbeit oder Schwierig­keiten bei der notwendigen Umstellung auf neue Formen der Zusammenarbeit haben ihre Spuren in den Forschungs-­ und Entwicklungsabteilungen der Firmen und Institutionen hinterlassen, sodass die technische Entwicklung und die Ausarbeitung von Patentanmel­dungen nicht wie bisher gewohnt vorangetrieben werden konnten“, so die Experten.
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Jedes dritte Patent aus dem Ausland gemeldet

Die meisten Anmeldungen (42.249) wurden beim DPMA im Jahr 2020 von Anmeldern mit inländischem Wohn- oder Firmensitz eingereicht. Fast jedes dritte (31,97 Prozent) Patent wurde aus dem Ausland angemeldet. So kam jede zehnte (11,7 Prozent) Patentanmeldung aus Japan und ebenso jede zehnte (9,5 Prozent) aus den USA. Auf Platz drei von den ausländischen Patentanmeldungen, die beim DPMA im Berichtsjahr eingingen, war die Republik Korea (2,6 Prozent). Weiter folgten Taiwan (1,5 Prozent), die Schweiz (1,3 Prozent) und Österreich (1,2 Prozent) – aus diesen Ländern wurden 700 bis etwa 1000 Anmeldungen eingereicht. Aus einer Reihe von weiteren Ländern gingen beim DPMA weniger Patentersuche ein.

Schwerpunkte der Patentaktivität

Patentanmeldungen in Deutschland kamen im Jahr 2020 überwiegend aus Technologiebereichen, wie Maschinenbau (10.758), Elektrotechnik (6992), Messtechnik (4565), Maschinenelemente (4431) und Computertechnik (3080).

Milliardenverlust durch Produktpiraterie

Durch Produkt- und Markenpiraterie entsteht allein im deutschen Maschinenbau ein Milliardenschaden, heißt es in der Studie „Produktpiraterie 2020“, die der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der größte Industrieverband Europas, veröffentlicht hat. Der geschätzte Schaden betrug im Umsatzjahr 2019 demnach 7,6 Milliarden Euro. Dieser habe sich im Vergleich zur Studie von 2018 um 300 Millionen Euro erhöht. Der Umsatzverlust in solcher Milliardenhöhe entspricht rund 35.000 Arbeitsplätzen, so der VDMA.

Das innovativste Bundesland

Die Rangliste der Bundesländer führt laut dem DPMA-Jahresbericht 2020 Baden-Württemberg mit seinen 13.687 Anmeldungen an. In der Top 3 sind auch Bayern (12.700) und Nordrhein-Westfalen (6388). Setze man die Anmeldungen ins Verhältnis zur jeweiligen Einwohnerzahl, lägen ebenfalls Baden-Württemberg (123 Anmeldungen pro 100.000 Einwohner) und Bayern (97) vorne. Auf Platz drei folge Niedersachsen (40).
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Top 5 der erfindungskräftigsten Unternehmen Deutschlands

Mit 4033 Anmeldungen reichte im Jahr 2020 kein Unternehmen in Deutschland so viele Patente ein, wie die Robert Bosch GmbH. Es folgten Unternehmen wie die Schaeffler Technologies AG (1907), die Bayerischen Motoren Werke AG (1874). Die Daimler AG reichte 1638 und die Volkswagen AG 1493 Anmeldungen ein, was die beiden entsprechend auf Positionen vier und fünf platzierte.

Südkorea überholt Deutschland

2020 wurden im Rahmen des Vertrags über die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens (PCT) 275.900 internationale Patentanmeldungen (PCT-Anmeldungen) eingereicht, geht aus dem Jahresbericht 2020 des internationalen Patentsystems der Weltorganisation für geistiges Eigentum (World Intellectual Property Organization, WIPO) hervor. Dies entspricht einem Zuwachs von vier Prozent gegenüber 2019. Mit 68.720 Anmeldungen belegt China aktuell nun Platz eins. Auf den folgenden Plätzen in der Top 5 der führenden Länder finden sich die USA (59.230), Japan (50.520), die Republik Korea (20.060) und Deutschland (18.643). Dabei hat Deutschland eine Position verloren. Im Vorjahr hatte das Land mit seinen 19.353 Patent-Anmeldungen Platz vier belegt, vor der Republik Korea (19.085). Aus der Schweiz stammten im Jahr 2020 insgesamt 4883 Anmeldungen (Platz acht) und aus Österreich 1519 Anmeldungen (Platz 19).

Das innovativste Land weltweit

Nach dem Global Innovation Index ist die Schweiz mit einem Indexwert von 65,5 das innovativste Land im Jahr 2021. Auf den ersten drei Positionen sind auch Schweden (63,1) und die USA (61,3). Darauf folgen Großbritannien (59,8), Südkorea (59,3), die Niederlande (58,6), Finnland (58,4) und Singapur (57,8). Den neunten und zehnten Platz haben Dänemark und Deutschland mit jeweils 57,3 Punkten belegt. Österreich bekam 50,9 Punkte, was der Alpenrepublik nun den Platz 18 von insgesamt 132 Positionen brachte.
Der Global Innovation Index ist eine Rangliste, die jährlich von der französischen Business School Insead, der US-amerikanischen Cornell University und der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) der Vereinten Nationen erstellt wird. Die Innovationskraft der Länder wird dabei anhand von 81 ausgewählten Kriterien in unterschiedlichen Themenbereichen untersucht.
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