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„Unnatürlicher Zustand“ – Russlands Botschafter über Spannungen im deutsch-russischen Verhältnis

© SNA / Evgeny BijatowAußenministerium der Russischen Föderation (Archivbild)
Außenministerium der Russischen Föderation (Archivbild) - SNA, 1920, 08.11.2021
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Der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, hat die Spannungen in den deutsch-russischen Beziehungen als einen unnatürlichen Zustand bezeichnet. Er verwies auf die Einseitigkeit der westlichen Berichterstattung über Russland und mahnte positive Anknüpfungspunkte im politischen Gespräch an.
Er sei mit seinem Amtskollegen, dem deutschen Botschafter in Russland, durchaus einverstanden: der Tonfall in der öffentlichen Diskussion über das Verhältnis der beiden Länder sei in der Tat irritierend. „Beim genauen Blick darauf, wie im Westen der Ton in der Diskussion russischer – innen- wie außenpolitischer – Probleme bestimmt wird, wundert man sich wirklich ob dieser Subjektivität und Einseitigkeit“, sagte Netschajew bei den diesjährigen „Potsdamer Begegnungen“.
Nicht Russland habe mit dieser „einseitigen Verhaltenslinie“ begonnen, „aber bisweilen sind wir gezwungen, darauf zu reagieren – mitunter so, dass es manch einem missfällt“, erklärte der russische Botschafter und mahnte den Erhalt einer „positiven Abfolge im politischen Dialog“ an.
Die Voraussetzung für einen konstruktiven Dialog mit Russland sieht der Diplomat im „Verzicht auf Ultimaten, auf die Absicht, von einer Position der Stärke aus zu sprechen, auf Versuche der Druckausübung und des Moralisierens speziell in Bezug auf die inneren russischen Probleme“.
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Eine Politik der „Eindämmung Russlands“ sei ein Weg in die Sackgasse, der zum Verfall der Beziehungen führe, was Russland jedoch unbedingt vermeiden wolle. „Wir werden in jedem Fall einen souveränen außenpolitischen Kurs verfolgen und dabei für einen konstruktiven Dialog ebenso offen bleiben wie für eine gegenseitig respektvolle Zusammenarbeit.“
In dem Zustand, in dem die deutsch-russischen Beziehungen gegenwärtig seien, werde deren „enormes Potenzial“ vernachlässigt. „Die Spannungen zu überwinden, auf Konfrontation zu verzichten, partnerschaftliche Beziehungen auszubauen – dies ist das, was den Interessen der Völker unserer Länder absolut entspricht.“ Russland und Deutschland hätten „eine Fülle an positiven Anknüpfungspunkten – nicht nur in Wirtschaft und Handel, sondern auch bei Investitionen und Energie“.
Hingegen seien die gegenwärtigen Spannungen in den deutsch-russischen Beziehungen ein „unnatürlicher Zustand“. Jedoch könne man diese „nicht einfache Phase“ überwinden, man müsse es sogar.
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