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Seltener Fund in Italien: Antikes Sklavenzimmer nahe Pompeji ausgegraben – Fotos

© SNA / Sergey MamontovRuinen der antiken Stadt Pompeji
Ruinen der antiken Stadt Pompeji - SNA, 1920, 07.11.2021
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In der Civita Giuliana, einer Villa im nördlichen Vorort von Pompeji, ist während Ausgrabungen ein Raum gefunden worden. Er war von Sklaven, die in der Villa arbeiteten, genutzt worden, wie der Archäologische Park von Pompeji am Samstag mitteilte.
Der außergewöhnlich gut erhaltene Raum ist ein Teil der Villa, wo zuvor ein Prunkkarren und ein Stall mit angespannten Pferden entdeckt wurden.
Der Raum bietet einen außergewöhnlichen Einblick in einen Teil der Antike, der bislang weitgehend im Dunkeln blieb. Dank dem außergewöhnlichen Erhaltungszustand schildert er die tägliche Realität der Sklaven und bietet die Möglichkeit, Gipsabgüsse von Betten und anderen Gegenständen herzustellen, die ihre Spuren im Cinerit hinterlassen hatten.
Der Raum diente als bescheidene Unterkunft für Mitarbeiter, die in der römischen Villa tägliche Arbeiten geleistet hatten, einschließlich der Instandhaltung und der Vorbereitung des Karrens.
Außerdem wurde eine Holztruhe mit Metall- und Stoffgegenständen entdeckt, die Teile eines Pferdegeschirrs zu sein scheinen. Auf einem der Betten fanden die Forscher eine Karrenachse, von der ein Abguss abgefertigt wurde.
Die Betten bestanden aus grob bearbeiteten Holzbrettern, die je nach Körpergröße angepasst werden konnten. Während zwei von ihnen etwa 1,7 Meter lang sind, misst ein Bett nur 1,4 Meter – eventuell gehörte es einem Kind.
Die Schlafebene der Betten bestand aus Seilen, deren Abdrücke teilweise im Cinerit erkennbar sind. Sie sind als Hohlräume im Boden konserviert und wurden im Gipsgussverfahren nachgebildet.

Unter den Betten wurden mehrere persönliche Gegenstände gefunden, darunter Amphoren zur Aufbewahrung privater Besitztümer, Keramikkrüge und ein „Nachttopf“. Der Raum wurde durch ein kleines Fenster erhellt und wies keine Wanddekorationen auf.

Es war nicht nur ein Schlafzimmer für eine Gruppe von Sklaven – möglicherweise eine kleine Familie, wie das Vorhandensein des Kinderbettes vermuten lässt. Der Bereich wurde auch als Lagerraum genutzt, wie die Amphoren in den Ecken demonstrieren.
Laut dem Generaldirektor des Archäologischen Parks, Gabriel Zuchtriegel, ist es ein Einblick in die prekäre Realität von Menschen, die selten in historischen, fast ausschließlich von der Elite verfassten Quellen auftauchen und dadurch in großen Berichten unsichtbar blieben.
„Es ist ein Fall, in dem die Archäologie uns hilft, einen Teil der Antike zu entdecken, von dem wir sonst wenig wissen, der aber dennoch äußerst wichtig ist.“
Der wahre Schatz sei hier die menschliche Erfahrung, in diesem Fall die schutzbedürftigsten Mitglieder der antiken Gesellschaft. Der dazu gehörende Raum sei ein einzigartiges Zeugnis davon, so Zuchtriegel.
„Pompeji ist ein Beweis dafür, dass Italien, wenn es an sich glaubt und als Team arbeitet, Außergewöhnliches erreichen kann, das auf der ganzen Welt bewundert wird“, erklärte der Kulturminister, Dario Franceschini. „(…) Dank dieser wichtigen Neuentdeckung wurde unser Wissen über das tägliche Leben der antiken Pompejaner bereichert, insbesondere über einen Teil der Gesellschaft, über den bis heute wenig bekannt ist.“
Pompeji, Italien - SNA, 1920, 18.08.2021
Faszinierender Fund nahe Pompeji: Sklave wird nach Befreiung Kultpriester
Die Ausgrabungen des Raums sind Teil der Arbeiten, die der Archäologische Park von Pompeji gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft von Torre Annunziata durchführt.
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