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Ziele der Bundeswehr-Einsätze überprüfen: Strack-Zimmermann warnt vor Überforderung nach Afghanistan

CC BY 2.0 / FDP-Ratsfraktion Düsseldorf / Wikimedia CommonsMarie-Agnes Strack-Zimmermann spricht auf einer Veranstaltung in Düsseldorf (Archivbild)
Marie-Agnes Strack-Zimmermann spricht auf einer Veranstaltung in Düsseldorf (Archivbild) - SNA, 1920, 07.11.2021
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In Zusammenhang mit den Erfahrungen in Afghanistan hat die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA) am Sonntag vor einer möglichen Überforderung des Militärs gewarnt und eine Überprüfung der Zielvorgaben für die Auslandseinsätze der Bundeswehr gefordert.
Im Interview mit DPA wünschte sich Strack-Zimmermann, dass die Zielvorgaben für die Auslandseinsätze der Bundeswehr überprüft werden. Mit Blick auf die Erfahrungen des deutschen Militärs in Afghanistan warnte sie zugleich vor seiner möglichen Überforderung. „Wir gehen in Auseinandersetzungen, wo von Beginn an klar ist, die können wir nicht gewinnen“, findet Strack-Zimmermann.
Bundeswehr-Soldaten  - SNA, 1920, 29.10.2021
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Deutschland müsse als international vernetztes Land aber bereit sein, so die FDP-Politikerin, sich an Militäreinsätzen von EU, Nato und Vereinten Nationen zu beteiligen: „Es wäre fatal, das problematische Ende des Afghanistaneinsatzes vorzuschieben und zu sagen, wir gehen nirgendwo mehr hin“. Man sollte gegenüber Verbündeten selbstbewusster auftreten und sich auf keinen Automatismus der Beteiligung einlassen, so Strack-Zimmermann.
„Auch als Deutsche müssen wir den Mut haben, Bündniseinsätze zu hinterfragen: Zu artikulieren, was wir wollen und was wir nicht bereit sind mitzutragen. Auch ehrlich zu sein, wenn wir eine Aufgabe nicht zu leisten im Stande sind, beziehungsweise politisch eine andere Auffassung haben“.
Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan

Am Hindukusch waren in den vergangenen fast 20 Jahren insgesamt über 150.000 Soldaten der Bundeswehr im Einsatz. Sie waren in der Regel je vier bis sechs Monate im Einsatz. 59 deutsche Militärs kamen dort ums Leben, 35 von ihnen wurden im Gefecht oder durch Anschläge getötet. Das war bislang der höchste Blutzoll, den Deutschland in Auslandseinsätzen zu beklagen hat. Denn in anerkannten ausländischen Missionen, an denen sich die Bundeswehr seit 1992 beteiligt, sind insgesamt 115 deutsche Soldaten gestorben, so das Militär der Bundesrepublik.

ExpandierenMinimieren
Strack-Zimmermann hält die Einflussmöglichkeiten des Militärs generell für weitgehend begrenzt. „Die Bundeswehr wird nie und nimmer die Krisen der Welt lösen können“, sagte die Politikerin gegenüber DPA. Das Militär könne immer nur eine Region beruhigen und möglicherweise eine Chance eröffnen, diplomatisch tätig zu werden und mit Entwicklungshilfe Situationen zu verändern.
„Ihre Aufgabe ist wie die eines Anästhesisten, der den Patienten kurzfristig narkotisiert, damit der Chirurg – also die Politik – ihn in dem Moment operiert und das Leben retten kann“, betonte Strack-Zimmermann.
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Zugleich geht die Politikerin, die zu FDP-Vertretern in den laufenden Koalitionsverhandlungen gehört, davon aus, dass die Bekämpfung des Terrorismus noch auf Jahrzehnte die Einsätze der Bundeswehr begleiten werde, wie es etwa derzeit im Irak und im westafrikanischen Mali der Fall ist.
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