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Hilfe für ärmere Länder statt Gewinnstreben – WHO-Chef übt scharfe Kritik an Impfstoffhersteller

© REUTERS / POOLWHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus  - SNA, 1920, 04.11.2021
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Wegen des anhaltenden Impfstoffmangels in ärmeren Ländern hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Corona-Impfstoffhersteller scharf kritisiert und zusätzliche Forderungen an sie gestellt.
Die Produzenten sollten bei den Bestellungen dem solidarischen UN-Impfstoff-Programm Covax den Vorzug geben, „nicht dem Gewinn für Aktionäre“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag auf einem WHO-Briefing in Genf.
Man höre Ausreden, warum die ärmeren Länder bislang nur 0,4 Prozent des Impfstoffs erhalten hätten, sagte Tedros. Sie machten neun Prozent der Weltbevölkerung aus. Eine Ausrede sei, sie seien noch nicht bereit, um Impfprogramme aufzulegen. Mit wenigen Ausnahmen stimme das nicht, sagte Tedros. Das Problem sei einfach, dass die ärmeren Länder die Impfstoffe nicht bekommen könnten, betonte er.
Eine andere Ausrede der Hersteller sei, die ärmeren Länder hätten keine Impfstoffe bestellt. Tedros verwies aberdarauf, dass sie sich auf das Covax-Programm verließen. Covax habe Geld und Verträge, aber die Hersteller lieferten nicht.

Keine Impfstoff-Lieferungen an Länder mit 40-Prozent-Impfrate

Die Hersteller sollten keinen Impfstoff mehr in Länder liefern, die bereits 40 Prozent ihrer Bevölkerung oder mehr geimpft hätten, forderte Tedros. Solche Lieferungen sollten erst wieder aufgenommen werden, wenn auch alle anderen Länder mit Hilfe von Covax eine Impfrate von 40 Prozent erreicht haben.

WHO-Chef gegen Auffrischungsimpfungen

Außerdem sollten laut Tedros keine Auffrischungsimpfungen mehr verabreicht werden, außer an Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

„Die meisten Länder mit einer hohen Impfrate ignorieren weiterhin unsere Forderung nach einem weltweiten Moratorium für Auffrischungsimpfungen – auf Kosten des Gesundheitspersonals und der gefährdeten Bevölkerungsgruppen in Ländern mit niedrigem Einkommen, die immer noch auf die erste Dosis warten“, kritisierte er.

„Wir können die Pandemie nicht ohne Impfstoffe beenden, aber Impfstoffe allein werden die Pandemie nicht beenden. Impfstoffe ersetzen nicht die Notwendigkeit öffentlicher Gesundheits- und Sozialmaßnahmen – sie ergänzen sie. Körperliche Distanz, das Vermeiden von Menschenansammlungen, Masken, Belüftung, Handhygiene und andere wirksame Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit bleiben in jedem Land wichtig“, mahnte der WHO-Chef.
Im mikrobiologischen Labor an der Föderalen Universität in Kasan, Teilrepublik Tatarstan (Archiv) - SNA, 1920, 04.11.2021
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