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Privatjet für 47 Kilometer: Klima-Präsidentin von der Leyen der Unglaubwürdigkeit verdächtigt

© REUTERS / Olivier Matthys/Pool via REUTERSEU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident charles Michel nehmen am 30./31. Oktober am G20-Gipfel in Rom teil
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident charles Michel nehmen am 30./31. Oktober am G20-Gipfel in Rom teil - SNA, 1920, 04.11.2021
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Mit ihrer „Green Deel“-Initiative pflegt Ursula von der Leyen den Ruf einer EU-Kommissionschefin, die gegen den Klimawandel kämpft. Doch jetzt droht ihre Vorbildrolle in Fragen Klimaschutz zu verblassen, denn es stellt sich plötzlich heraus, dass sie sogar für sehr kurze Strecken einen Privatjet nimmt. Passt das alles zusammen?
Ihre Reise von Wien nach Bratislava fand am 21. Juni statt und dauerte offenbar nur 19 Minuten: denn für nur 47 Kilometer (so weit liegen die Flughäfen der beiden Städte auseinander - Anm- d. Red.) soll Von der Leyen jedoch einen Privatjet genommen haben. Die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtete zuerst darüber. Sie berechnete auch, dass die Reise rund 1130 Kilogramm CO2 verursacht hatte.
Schaut man sich den Terminkalender Von der Leyens im Juni an, stellt man fest, dass sie damals durch Europas Hauptstädte gereist war, um mit den Regierungen die Freigabe von EU-Corona-Hilfsgeldern zu besprechen. im Wiener Flughafen hatte sie sich kurz vor der Abreise nach Bratislava mit dem damaligen Regierungschef Sebastian Kurz getroffen – in Bratislava mit der slowakischen Präsidentin Zuzana Čaputová. Nach dem Besuch in Bratislava soll Von der Leyen mit dem Privatjet schon nach Riga geflogen sein.
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg von Fridays for Future nimmt an einer Pressekonferenz teil, nachdem sie sich mit Italiens Premierminister Mario Draghi während eines Vorbereitungstreffens vor dem COP26-Klimagipfel in Mailand, Italien, 30. September 2021 getroffen hat. - SNA, 1920, 28.10.2021
„F*ck dich ins Knie“ vor Deutschland-Fahne? Werbespot zum Weltklimagipfel sorgt für Aufsehen
Nun kommt die Kritik aus dem Europäischen Steuerzahlerbund. Der Generalsekretär des Bundes, Michael Jäger, bezeichnete den 19-minütigen Trip der Kommissionspräsidentin in der „Bild“ als ökologische Sünde. Von der Leyen müsse aufpassen, sich nicht „unglaubwürdig“ zu machen, hieß es auch aus der CDU. Denn noch kürzlich auf dem Weltklimagipfel in Glasgow hat sich die 63-Jährige mit einem Klimaschutz-Appell an die Öffentlichkeit gewandt. „Es geht in diesem Jahrzehnt um alles oder nichts“, sagte sie dabei. Auch das Jahr 2021 hatte sie zuvor zum „Jahr der Schiene“ erklärt. Nach Berechnungen von „The Telegraph“ hatte sie aber bei 18 ihrer bisher 34 Dienstreisen in diesem Jahr mit Privatjets unternommen.

Aber warum mit Privatjet?

Laut einem Sprecher der EU-Kommission lag es an dem engen Terminplan Von der Leyens. „Mit Abflug und Ankunft in Belgien waren es bei dieser Reise der Präsidentin sieben Länder in zwei Tagen“, sagte der Sprecher der „Bild“. Alternativen zum Flugzeug seien geprüft worden, es habe jedoch logistisch „keine andere Möglichkeit“ gegeben. Es habe aber auch Bedenken wegen der Corona-Gefahr in Zügen oder auf Linienflügen gegeben, hieß es es weiter – ein schwammiges Argument, wenn man bedenkt, dass Von der Leyen zu diesem Zeitpunkt schon längst geimpft war und die Corona-Lage sich im Juli etwas verbessert hat.
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