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Polen: Energiekrise in Moldau ein Warnsignal für Europa

Gaspipelines - SNA, 1920, 04.11.2021
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Die Energiekrise in Moldau ist laut dem polnischen Gaskonzern PGNiG eine Warnung an Europa vor einer zu großen Abhängigkeit von russischem Gas.
Der PGNiG-Vorstandsvorsitzende, Pawel Majewski, sagte gegenüber der Zeitung „Financial Times“, die Gas-Krise in Moldau müsse ein Weckruf für Europa sein, das 35 Prozent seines Gases von Gazprom beziehe. Majewski warnte davor, dass die gerade fertiggestellte Nord Stream 2-Pipeline Europa noch angreifbarer machen würde.

„Diese Situation (in Moldau – Anm.d.Red.) ist symbolisch, weil sie deutlich zeigt, was Europa, das seine Gasinfrastruktur größtenteils in russische Hände legt, drohen könnte“, so Majewski gegenüber der „Financial Times“.

Er fügte hinzu, der Hauptgaslieferant aus dem Osten „setzt seine Interessen stark durch“. „Gazprom ist kein Freund der EU.“

Gasversorgungsvertrag mit Gazprom

Am 22. Oktober rief Moldau wegen massiver Probleme mit der Gasversorgung einen Notstand aus. Laut der moldauischen Regierungschefin, Natalia Gavrilița, war der Gasbedarf des Landes für Oktober nur zu 67 Prozent gedeckt. Der bisherige Liefervertrag mit dem russischen Konzern Gazprom war bereits Ende September ausgelaufen. Beide Seiten konnten sich nicht auf neue Bedingungen einigen und verlängerten das Abkommen zweimal um einen Monat. Dabei stieg der Gaspreis für Moldau auf 790 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter. Die Republik stand vor einer Energiekrise.
Die Lieferungen würde Gazprom nur dann fortsetzen, wenn Moldau seine Schulden beim russischen Energiekonzern in Höhe von rund 700 Millionen Dollar begleicht. Nach langen Verhandlungen wurde am 29. Oktober der Liefervertrag um fünf Jahre verlängert. Die Seiten einigten sich auf einen Preis von 450 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter. Am 1. November trat der Vertrag in Kraft.
Moldauische Regierungschefin Natalia Gavrilita. Brüssel, 27. September 2021 - SNA, 1920, 22.10.2021
Gas-Krise erreicht Republik Moldau – Chisinau ruft Notstand aus

Probelieferung aus Polen

Vor dem neuen Vertrag von Gazprom mit Moldau, am 25. Oktober, vereinbarte PGNiG die Lieferung von einer Million Kubikmeter Gas an das Land. Das Unternehmen unterstrich, es sei das erste Mal, dass der ehemalige Sowjetstaat Gas aus einer nicht-russischen Quelle erhalte.
Der PGNiG-Vorstandsvorsitzende räumte ein, dass der Vertrag nur einen Bruchteil des jährlichen Gasverbrauchs der Republik Moldau von etwa einer Milliarde Kubikmeter ausmache, erklärte aber, dass PGNiG bereit sei, bei Bedarf in Zukunft mehr zu liefern.

„Wir waren bereit zu helfen und werden es auch weiterhin sein, wenn zusätzliche Gasmengen benötigt werden“, so Majewski.

Polen will juristisch gegen Genehmigung von Nord Stream 2 vorgehen

Die rasant gestiegenen Energiepreise haben vielerorts in Europa Sorgen ausgelöst. Kritiker werfen Gazprom vor, auf die erhöhte Nachfrage in Europa nicht zu reagieren, um eine rasche Inbetriebnahme der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 zu erwirken. Russland weist derartige Anschuldigungen zurück.
Die zuständigen deutschen Regulierungsbehörden haben bislang keine Genehmigung für die mittlerweile komplett fertiggebaute Pipeline zwischen Russland und Deutschland erteilt. Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass eine rasche Inbetriebnahme von Nord Stream 2 zum Abbau der Spannungen auf dem europäischen Gasmarkt beitragen könnte.
Manche EU-Länder, darunter Polen, sind jedoch über die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 sehr skeptisch. Polen spricht sich seit langem gegen die Pipeline aus. Es meint, diese Pipeline würde die Abhängigkeit der EU von Moskau erhöhen.
Gegenüber „Financial Times“ sagte Majewski, dass der polnische Energiekonzern bereit sei, notfalls rechtliche Schritte einzuleiten, um seine Interessen zu schützen.

„Wir warten auf eine Entscheidung der Bundesnetzagentur und werden als Partei alle Entscheidungen anfechten, die nicht den europäischen Rechtsstandards entsprechen.“

„Wir sind auch ein Teilnehmer an diesem Markt und wollen gleich behandelt werden, und wir werden alle juristischen Kanäle nutzen, um unsere Rechte durchzusetzen“, fügte er hinzu.
Das Logo des russischen Gasriesen Gazprom  - SNA, 1920, 30.10.2021
Moldau und Russland einigen sich auf Gaspreis
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