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Facebook-Whistleblowerin fürchtet um Sicherheit

© REUTERS / HENRY NICHOLLSFacebook-Whistleblowerin Frances Haugen
Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen - SNA, 1920, 04.11.2021
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Facebook-Whistleblowerin Frances Haugen sorgt sich nach dem Gang an die Öffentlichkeit um ihre Sicherheit. Auch Zuckerbergs Pläne, sein Unternehmen auf die virtuelle Welt, auf den Betrieb eines sogenannten „Metaverse“, auszurichten, bereiten ihr Sorgen.
„Wovor ich am meisten Angst habe, ist vermutlich nicht Facebook. Es ist, dass es eine Menge Leute gibt, die davon profitieren, wie das System heute funktioniert“, sagte Haugen der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

Extreme Ideen auf Twitter

Sie befürchte, dass diese Leute Gerüchte über sie verbreiten könnten, die irgendjemanden radikalisierten. „Ich denke, es gibt die Möglichkeit, dass jemand Verschwörungstheorien über mich glauben und mir Schaden zufügen könnte“, sagte die 37-Jährige. So stoße sie bei Twitter auf extreme Ideen über sich. Sie sei auch um ihre Familie besorgt:

„Ich lese Bedrohungs-Analysen über Leute, die sich im Dark Web über meine Mutter unterhalten.“

Die frühere Facebook-Mitarbeiterin Haugen hatte eine große Sammlung interner Unterlagen heruntergeladen und dem US-Kongress, Behörden sowie ausgewählten Medien zur Verfügung gestellt. Die Informationen belegen ihr zufolge, dass der Konzern Profite über das Wohl seiner Nutzer stellt. So seien interne Hinweise auf für Nutzer schädliche Entwicklungen ignoriert worden. Facebook weist die Vorwürfe zurück.

„Surreale“ Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit nach ihren Enthüllungen findet Haugen „surreal“, während sie generell auf ihre Privatsphäre bedacht sei. „Ich denke, dass es bei den Menschen einen Hunger danach gibt, in diese Systeme hineinzusehen, die einen so großen Einfluss auf ihre Leben haben.“ Sie sei dankbar, dass sie ihre Informationen ernst nähmen.
Facebook (Symbolbild) - SNA, 1920, 07.10.2021
Nach Enthüllungen von Whistleblowerin Haugen: Facebook-Produkte unter Reputationsüberprüfung
Als sogenannte Whistleblowerin, die Fehlverhalten anprangert, genießt Haugen Schutz nach US-Recht. Seit sie Facebook im Frühjahr verließ, lebe sie persönlich von ihren Ersparnissen – die unter anderem dank früher Investitionen in Kryptowährung ausreichten. „Ich könnte 20 Jahre so weitermachen, wenn auch nicht für immer.“ Rechtlich werde sie unentgeltlich von der Organisation Whistleblower Aid vertreten und sei dankbar für die Unterstützung von mehr als 1000 Spendern.

Noch mehr Mikrofone und Sensoren von Facebook in Häuser und Büros?

„Mir persönlich macht der Gedanke Angst, noch mehr Mikrofone und Sensoren von Facebook in unsere Häuser und Büros zu bringen und uns davon ausspionieren zu lassen, während wir keine Ahnung haben, wie sie die Daten verwenden“, erklärte sie weiter bezüglich der Pläne Zuckerbergs für sein Unternehmen „Meta“.
Facebook habe wiederholt gezeigt, dass man dem Unternehmen nicht vertrauen könne und dass seine öffentlichen Aussagen nicht mit den Entwicklungen im Konzern übereinstimmten. Speziell betonte Haugen, dass Facebook Geräte wie VR-Brillen, die virtuelle Realität darstellen können, zum Selbstkostenpreis anbieten wolle. „Sie wollen es anderen unmöglich machen, zu gleichen Bedingungen mit ihnen zu konkurrieren“, so Haugen.
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