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Beschmierter Mauerstreifen, Randale und Sorgen vor Ausschreitungen vor Union-Spiel

© REUTERS / ANNEGRET HILSESchmierereien an der East Side Gallery
Schmierereien an der East Side Gallery  - SNA, 1920, 04.11.2021
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Bereits vor dem Spiel in der Conference League zwischen Union Berlin und Feyenoord Rotterdam am Donnerstagabend gibt es Anlass zur Sorge. Nach Schmierereien an der East Side Gallery gab es in der Nacht zum Donnerstag Fankrawalle und zahlreiche Festnahmen. Strenges Sicherheitskonzept soll Schlimmeres verhindern.
Vor dem Conference-League-Spiel von Union Berlin gegen Feyenoord Rotterdam herrscht große Sorge vor Ausschreitungen. Und diese scheint nicht nur vor dem Hintergrund der gewaltsamen Zusammenstöße der Fanlager beim Hinspiel in Rotterdam berechtigt. Bereits in den vergangenen Tagen sind erste Feyenoord-Fans nach Berlin gereist. Am Mittwoch bezifferte die Polizei ihre Anzahl mit „im unteren vierstelligen Bereich“. Erwartet werden insgesamt 5100 niederländische Fans, deren Kartenkontingent Union Berlin kurz vor der Begegnung fast verdoppelt hatte.
Eine erste große Provokation leisteten sich mutmaßliche Anhänger von Feyenoord Rotterdam in der Nacht zum Mittwoch, als die East Side Gallery auf einer Länge von 18 Metern mit einem „Feyenoord“-Schriftzug beschmiert wurde. Die Polizei nahm zwei niederländische Staatsbürger im Alter von 21 und 25 Jahren fest. Diese seien von Sicherheitskräften beim Besprühen des Mauerstreifens beobachtet worden. Als die Polizei sie festgenommen habe, hätten sie Farbreste an den Händen und mehrere Sprühdosen dabeigehabt.
Die Empörung über die Verschandelung des historischen Zeugnisses des geteilten Deutschland ist groß – nicht nur bei Union-Fans.
Binnen eines Tages ist das Graffito zweimal übermalt worden – erst von mutmaßlichen Anhängern von Union Berlin, dann von mutmaßlichen Fans des anderen Berliner Fußballclubs Hertha BSC.
Am Mittwochabend zogen Fans der beiden Clubs durch die Straßen der Hauptstadt. Offiziellen Angaben zufolge sind in der Nacht zum Donnerstag insgesamt 71 Fußballfans festgenommen worden. Bei vielen kleineren Zusammenkünften wurde unter Alkoholeinfluss randaliert, auch Pyrotechnik ist gezündet worden.
„Im Treptower Park und in Tempelhof waren größere Auseinandersetzungen geplant. Da die Polizei davon erfahren hatte, konnten die Einsatzkräfte zeitnah einschreiten und die vermeintlichen Anhänger beider Vereine festnehmen“, heißt es in einer Mitteilung auf „berlin.de“.
Im Hinspiel, das die Berliner mit 1:3 verloren, hatte es bereits gewalttätige Auseinandersetzungen, zahlreiche Festnahmen und mehrere verletzte Union-Fans gegeben, die im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Berliner warfen den niederländischen Einsatzkräften vor, unverhältnismäßig hart gegen sie vorgegangen zu sein.
Für die Begegnung am Abend haben Vereine und Polizei ein strenges Sicherheitskonzept erarbeitet. So sollen die beiden Fanlager strikt getrennt werden – nicht nur im Olympiastadion, sondern auch schon bei der Anreise. Laut Berliner Polizei sollen die Feyenoord-Fans per U-Bahn zum Stadion gebracht werden, während die Union-Fans möglichst per S-Bahn kommen sollen. Die Sicherheit im Stadion will Union mit 800 Ordnern gewährleisten. In welcher Stärke die Polizei anrücken wird – darüber wollte sie sich nicht im Vorfeld äußern. „Uns ist der Umstand bekannt, welche Fans mitreisen und welche Fans zu erwarten sind. Wir sind gut aufgestellt“, so die Berliner Sicherheitskräfte am Mittwoch.
Sorge vor Ausschreitungen gibt es nicht nur von deutscher Seite. So erklärte Feyenoord-Aufsichtsratsvorsitzender Toon van Bodegom im Vorfeld: „Natürlich machen wir uns Sorgen darüber, ob es gut geht. Wir fordern auch jeden auf, sich in Berlin gut zu benehmen. Sonst schaden sie dem Club enorm.“
Auch Union-Trainer Urs Fischer, der sich wohl am liebsten nur auf das Spiel und den für den Gruppenletzten so ersehnten Sieg konzentrieren würde, kann seine Augen vor der Fangewalt nicht verschließen. „Das sind Begleitumstände. Leider, leider geschieht es immer wieder. Fußball ist da, um Spaß zu vermitteln. Es sollte ein Fest sein. Wir sind da, um Freude zu bereiten, deshalb gilt es, den Fokus hinzubekommen“, so Fischer beim Abschlusstraining am Mittwoch im Olympiastadion. Wegen einer Verletzung am Rücken wird Fischer auf Offensivstar Max Kruse verzichten müssen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Innenverteidiger Marvin Friedrich stehe nach überstandener Corona-Erkrankung hingegen vor seinem Comeback. Anpfiff ist um 21 Uhr, erwartet werden 25.000 Fans.
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