Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

U-Boot-Streit: Frankreichs Botschafter wirft Australien „vorsätzlichen Betrug“ vor

© REUTERS / STRINGERFrankreichs Botschafter Jean-Pierre Thébault bei einer Rede vor dem australishcen Nationalen Presseklub
Frankreichs Botschafter Jean-Pierre Thébault bei einer Rede vor dem australishcen Nationalen Presseklub  - SNA, 1920, 03.11.2021
Abonnieren
Der französische Botschafter in Canberra, Jean-Pierre Thébault, hat der australischen Regierung vorgeworfen, bei der abrupten Kündigung des milliardenschweren Deals mit Paris über den Bau von U-Booten mit Betrug gehandelt zu haben. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.
„Der Betrug war vorsätzlich“, sagte Thébault am Mittwoch vor den Reportern in Canberra. Die Rede war sein erster öffentlicher Auftritt zu den bilateralen Beziehungen, seitdem er nach der Abberufung wieder nach Australien zurückgekehrt war.
„Und da weit mehr auf dem Spiel stand, als die Lieferung von U-Booten, da es sich um ein gemeinsames Abkommen über Souveränität handelte, das mit der Übermittlung von streng geheimen Daten geschlossen wurde, war die Art und Weise, wie das gehandhabt wurde, ein Messerstich in den Rücken“, äußerte er.
„Das tut man nicht unter Partnern und schon gar nicht unter Freunden“, so Thébault weiter. Allerdings empfinde die französische Regierung gegenüber dem australischen Volk keinen Ärger, fügte er hinzu.
Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern waren diese Woche erneut auf die Probe gestellt worden, als australische Medien eine durchgesickerte private Textnachricht von Emmanuel Macron veröffentlicht hatten, die die Behauptung des französischen Präsidenten entkräften sollte, er sei von der australischen Seite nicht vor der möglichen Kündigung des Abkommens gewarnt worden.
Die Veröffentlichung bezeichnete Thébault als einen „beispiellosen neuen Tiefpunkt“ in den bilateralen Beziehungen. Dies sei ein besorgniserregendes Signal an Staatschefs, dass vertrauliche Kommunikation eines Tages „als Waffe gegen Sie eingesetzt werden“ könnte.
„So verhält man sich nicht bei einem persönlichen Austausch von Staatsoberhäuptern, die Verbündete sind. Aber vielleicht ist das nur eine Bestätigung dafür, dass wir nie als Verbündete gesehen wurden“, sagte der Botschafter.
Thébault wurde unter anderem gefragt, ob der australische Premier Morrison sich bei Macron entschuldigen solle, wie es der ehemalige Regierungschef Malcolm Turnbull vorgeschlagen hatte. Die USA hätten konkrete Schritte unternommen, um die Beziehungen wegen der von Joe Biden als „ungeschickt“ bezeichneten Handhabung der Aukus-Partnerschaft zu verbessern, antwortete der Botschafter.
Macron - SNA, 1920, 01.11.2021
Vorwurf an Australiens Premier: Macron fühlt sich nach geplatztem U-Boot-Deal belogen
Thébault stellte zudem in Frage, ob Australiens neue Partnerschaft mit Großbritannien und den USA schnell genug atomgetriebene U-Boote liefern werde: „Magisches Denken wird die Fakten nicht ändern“, äußerte er.
Australien, Großbritannien und die USA haben sich Mitte September zu einem Militärbündnis namens Aukus zusammengeschlossen. Australien kündigte darüber hinaus an, sich aus dem 56 Milliarden Euro schweren U-Boot-Abkommen mit dem französischen Unternehmen Naval Group zurückzuziehen. Die Vereinbarung mit Frankreich sah die Produktion von zwölf Angriffs-U-Booten der Barracuda-Klasse vor.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала