Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Top-Pilot in Russland wegen Eigenbeschuss bei Luftkampfübung angeklagt

Gericht (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.11.2021
Abonnieren
Statt einen Luftkampf nur zu simulieren, beschoss der Pilot einer russischen Su-35 seine Kameraden bei einer Übung im September letzten Jahres mit scharfer Munition. Nun drohen dem 34-Jährigen bis zu sieben Jahre Haft. Er aber weist die Verantwortung für den Vorfall von sich und sieht die Schuld beim Bodenpersonal seines Fliegerhorstes.
Eine Rotte aus zwei Su-35S, dem neuesten Kampfjet im Dienst der russischen Luftwaffe, befand sich am 22. September 2020 unter dem Kommando von Major Saweljew auf einem Übungsflug in der russischen Region Twer nördlich von Moskau. Im Verbund mit einem weiteren Kampfjet, einer Su-30M2, sollte der Luftkampf geübt werden.
Die Su-30 als Ziel erfasst, betätigte Major Saweljew den Feuerknopf. Damit sollte die Su-35 lediglich ein Lichtsignal zur Simulierung eines Treffers aussenden. Tatsächlich aber feuerte der Kampfjet mehrere scharfe Schüsse mit der bordeigenen Maschinenkanone ab und traf die zur Imitation des Gegners eingesetzte Su-30. Die Maschine wurde manövrierunfähig und stürzte ab, die Piloten konnten sich mit ihren Schleudersitzen retten.
Gegen den heute 34-jährigen Major wurde ein Ermittlungsverfahren wegen groben Verstoßes gegen die Flugregeln eingeleitet, nun soll der Fall von einem Militärgericht verhandelt werden. Nach Informationen der Tageszeitung „Kommersant“ drohen ihm bis zu sieben Jahre Haft.
In der Regel werden derartige Vorfälle in Russland als weniger schwere Fälle mit Geldbußen oder Freiheitstrafen von höchsten zwei Jahren geahndet. In diesem Fall aber besteht die Anklage darauf, dass die Lichtsimulation in einer Übung mit demselben Knopf am Steuerknüppel der Maschine ausgelöst werde, mit dem auch die Bordkanone betätigt werde. Also habe der Pilot vor dem Flug prüfen müssen, ob der Einsatz der Kanone ausgeschlossen sei.
US-Zerstörer USS Porter - SNA, 1920, 30.10.2021
US-Zerstörer ins Schwarze Meer eingelaufen – russisches Militär beginnt Beobachtung
Der Pilot verweist aber darauf, dass seine Pflichten lediglich einen kurzen Check-Up der Maschine vor dem Abflug umfassten. Die spezifische Vorbereitung auf den Einsatz liege im Zuständigkeitsbereich des Bodenpersonals. Am Tag des unglücklichen Vorfalls hätten die Techniker den Kampfjet am Boden komplett entwaffnen und die Bordkanone abschalten müssen. Weder sei dies geschehen noch sei die Information, dass die Su-35 im kampffähigen Zustand verblieben sei, in der entsprechenden Dokumentation verzeichnet worden.
Ein Verhandlungsdatum ist noch nicht angesetzt. Der zuständige Richter prüft den Fall gegenwärtig und kann ihn noch zur nochmaligen Bearbeitung an die Staatsanwaltschaft zurückgeben.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала