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Keine echten Alternativen zu Nord Stream 2: BDI-Präsident sieht Gazprom „am längeren Hebel“

© REUTERS / Hannibal HanschkeEin Straßenschild von Nord Stream 2 (Archivbild)
Ein Straßenschild von Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 01.11.2021
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Aus Sicht des Industrieverbandes BDI hat Russland im anhaltenden Streit um die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 die Oberhand – vor allem wegen bestehender hoher Nachfrage nach seinem Gas. Auch alternative Anbieter sind momentan keine gute Option. Das erklärte BDI-Präsident Siegfried Russwurm gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Wenn das Land die Lieferung von mehr Erdgas nach Westeuropa an die Betriebserlaubnis für die Pipeline knüpfen sollte, könne man dies zwar ablehnen, sagte Russwurm. Im Endeffekt brauche es dann aber andere Lieferanten.
Selbst bei einer Vielzahl alternativer Anbieter gibt es trotzdem ein Hindernis – nämlich, dass sie keine Pipeline-Anbindung hätten und damit auf Transporte per Schiff angewiesen seien. Auch Flüssiggas aus den USA ist laut Russwurm derzeit kaum eine echte Alternative.
Die USA hätten aktuell mit China „einen zahlungswilligen Abnehmer“, erklärte er. Wegen der hohen chinesischen Nachfrage sei es naiv zu glauben, dass Flüssiggas aus den USA billiger wäre als das jetzt gerade aus Russland eingekaufte Gas.
„In einer Zeit, in der die Gas-Nachfrage das Angebot übersteigt, sitzen die Anbietenden am längeren Hebel“, sagte der BDI-Chef.

Grüne sträuben sich gegen Pipeline-Projekt

Zuletzt hatte sich unter anderem Grünen-Chefin Annalena Baerbock gegen eine Betriebserlaubnis für Nord Stream 2 ausgesprochen. Sie warf Russland in einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe mit Blick auf die hohen Energiepreise ein „Pokerspiel“ vor, mit dem Moskau eine schnelle Inbetriebnahme von Nord Stream 2 erzwingen wolle.
Sie räumte zwar ein, Russland liefere vertragsgemäß Gas nach Europa, machte den Kreml aber zugleich dafür verantwortlich, dass die europäischen Gasspeicher vergleichsweise leer seien. „Das dürfte von russischer Seite aus bewusst so herbeigeführt worden sein“, fand die Grünen-Chefin.
„Wir dürfen uns nicht erpressen lassen“, so Baerbock anschließend.

Nord Stream 2

Der russische Gasmonopolist Gazprom will über Nord Stream 2 jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas nach Deutschland liefern.
Die Pipeline ist zwar fertiggestellt, die Betriebsgenehmigung der deutschen Behörden steht aber aus. Am 4. Oktober hat die Befüllung des ersten Strangs der Nord Stream 2-Pipeline mit Gas begonnen. Die Leitung wird nun schrittweise mit Gas befüllt und der notwendige Druck aufgebaut.
Befürworter der Pipeline werben auch wegen der derzeit so hohen Energiepreise für eine Erteilung der Betriebserlaubnis. Sie erhoffen sich durch zusätzliche Gas-Lieferungen eine Entspannung des Marktes. Gegner befürchten hingegen eine noch größere Abhängigkeit von russischen Energielieferungen.
Ende Oktober hatte Wladimir Putin den Gazprom-Vorstandschef, Alexej Miller, aufgefordert, ab dem 8. November mit der „reibungslosen und geplanten Arbeit zur Erhöhung des Gasvolumens“ in den Untergrundspeichern Österreichs und Deutschlands zu beginnen. Dies soll laut Putin ermöglichen, die vertraglichen Gaslieferverpflichtungen gegenüber den europäischen Partnern im Herbst und Winter „zuverlässig, stabil und rhythmisch“ zu erfüllen.
Putin beim Eastern Economic Forum, September 2021 - SNA, 1920, 27.10.2021
Gazprom soll Gaslieferungen nach Europa ab November erhöhen – Putin
Ferner hat der Vorstandschef des österreichischen Öl- und Gaskonzerns OMV, Alfred Stern, auf einer Pressekonferenz am Freitag bekanntgegeben, dass der zweite Strang der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 voraussichtlich bis zum Ende des Jahres mit Gas befüllt sein wird.
Das Bundeswirtschaftsministerium seinerseits teilte unterdessen mit, es sei zu dem Entschluss gekommen, dass eine Zertifizierung die Sicherheit der Gasversorgung Deutschlands und der Europäischen Union nicht gefährde. Die Bundesnetzagentur werde nun ihr Zulassungsverfahren fortsetzen – die Frist hierfür läuft bis zum 8. Januar.
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