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Nach Libanons Kritik am Jemen-Krieg: Emirate ziehen Botschafter aus Beirut ab

© AP Photo / Bilal HusseinFlaggen von VAE, Saudi-Arabien und Ägypten bei einem Protest gegen Äußerungen des libanesischen Informationsministers George Kordahi in Beirut
Flaggen von VAE, Saudi-Arabien und Ägypten bei einem Protest gegen Äußerungen des libanesischen Informationsministers George Kordahi in Beirut - SNA, 1920, 30.10.2021
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Der libanesische Informationsminister George Kordahi hat in einem jüngsten Interview die Beteiligung Saudi-Arabiens am Jemen-Konflikt kritisiert. Seitdem verschlechtern sich die Beziehungen zwischen dem Libanon und den Golfstaaten. Nun haben auch die Vereinigten Arabischen Emirate negativ darauf reagiert.
So hat Abu Dhabi seinen Botschafter zu Konsultationen aus dem Libanon abgezogen und seinen Bürgern davon abgeraten, dorthin zu reisen, teilte das Außenministerium am Samstag mit.
Dieser Schritt sei unternommen worden, obwohl der libanesische Außenminister Abdallah Bou Habib früher am Tag sagte, dass Beirut hoffe, die Spannungen mit den Golfstaaten und Saudi-Arabien abzubauen.

Kordahi über Jemen-Krieg

Am Montag veröffentlichten libanesische Medien Auszüge aus Kordahis Interview mit Al-Jazeera, in dem er das Vorgehen der arabischen Koalition im Jemen als „Aggression“ und den Krieg im Jemen als sinnlos bezeichnete. Er sagte auch, dass die Huthi-Rebellen gezwungen gewesen wären, sich zu verteidigen.
Aus Protest gegen Kordahis Äußerungen hatte Riad seinen Botschafter im Libanon für Konsultationen zurückgerufen und den libanesischen Botschafter aufgefordert, das Land innerhalb von 48 Stunden zu verlassen. Bahrain und Kuwait folgten diesem Beispiel und forderten die libanesischen Botschafter ebenfalls auf, innerhalb von 48 Stunden abzureisen.
Kordahi erklärte am Mittwoch, seine Äußerungen seien persönliche Ansichten, die er vor seiner Ernennung zum Minister abgegeben habe, und dass er Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate nicht beleidigen wollte.
Der libanesische Premierminister Najib Mikati betonte, dass Kordahis Worte nicht die offizielle Position des Libanons zum Jemen widerspiegeln würden.
Huthi-Rebellen (Archivfoto) - SNA, 1920, 13.10.2021
Von Saudi-Arabien geführte Koalition zerstört zwei mit Sprengstoff beladene Motorboote der Huthi

Krieg im Jemen

Riad hatte 2015 mit arabischen Verbündeten einen Militäreinsatz gegen Jemens Huthi-Rebellen begonnen. Das sunnitische Königreich sieht in ihnen Verbündete seines schiitischen Erzfeindes Iran. Die Huthis kontrollieren große Teile im Norden des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa.
Der Konflikt im Jemen hat das ohnehin stark verarmte Land an den Rand einer Hungersnot gebracht. Mehr als 20 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Sollten die Rebellen Marib einnehmen, dürfte sich die humanitäre Lage weiter verschlechtern. Im Großraum der Stadt leben nach UN-Angaben eine Million Vertriebene, denen durch die Kämpfe eine erneute Flucht droht. Bemühungen für eine Lösung des Krieges blieben bislang weitestgehend erfolglos.
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