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General al-Burhan zu Ereignissen im Sudan: „Diejenigen, die das für einen Putsch halten, irren sich“

© AP Photo / Christophe EnaAbdel Fattah al-Burhan bei einem Gipfel zur Unterstützung des Sudan im Grand Palais Ephemere in Paris. 17. Mai 2021.
Abdel Fattah al-Burhan bei einem Gipfel zur Unterstützung des Sudan im Grand Palais Ephemere in Paris. 17. Mai 2021. - SNA, 1920, 30.10.2021
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Laut dem Befehlshaber der sudanesischen Armee, Abdel Fattah al-Burhan, sollten die Geschehnisse im Sudan nicht als Militärputsch angesehen werden.
„Diejenigen, die das für einen Putsch halten, irren sich, denn wir sind an der Macht — anderenfalls wären wir durch den Putsch selbst entmachtet worden“, sagte der General gegenüber SNA am Samstag. „Was geschehen ist, ist eine Kurskorrektur und eine Anpassung der Übergangszeit“, unterstrich al-Burhan.
„Diejenigen, die es für einen Staatsstreich halten, können auch jede Kurskorrektur in der Regierung als einen ansehen, wie etwa (die Ereignisse) vom 12. April (2019, als der sudanesische Präsident Omar al-Baschir nach 30 Jahren an der Macht abgesetzt worden war – Anm. d. Red.).“
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Das Militär rechnete jedoch mit einer solchen Reaktion der internationalen Gemeinschaft, erklärte der General. „Ein Großteil der Medien ist nicht vertrauenswürdig und unzuverlässig“, so al-Burhan. Viele Fakten über die Geschehnisse im Sudan seien noch unbekannt.
Der Premierminister Abdalla Hamdok musste beispielsweise wegen Anschlagsgefahr aus seiner Residenz gebracht werden. „Einige Gruppierungen versammelten sich tatsächlich vor seinem Haus“, erklärte der General. Als die Sicherheitskräfte spürten, dass sich etwas anbahne, sei Hamdok aus seiner Residenz geholt worden. „Jetzt ist er wieder zu Hause“, so Al-Burhan.
In der Übergangszeit gab es laut dem General viele Schwierigkeiten. „Die Parteien (...) haben es nicht geschafft, eine Koalition zu bilden, einen Konsens zu irgendeinem Thema zu erreichen“, betonte al-Burhan. Sie hätten sich weder auf eine gesetzgebende Versammlung und Provinzgouverneure geeinigt noch politische Kräfte in den Entscheidungsprozess einbeziehen können.
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Am Freitag hatte General al-Burhan gegenüber SNA bereits angekündigt, dass er einen Technokraten zum neuen Premierminister des Landes machen wolle. Eine Kandidatenliste für diesen Posten liege nach seinen Worten noch nicht vor.

Lage im Sudan

Das Militär hatte am Montagmorgen bei einem Putsch im Sudan die Macht an sich gerissen. General Abdel Fattah al-Burhan, der bisher gemeinsam mit dem Premierminister Abdalla Hamdok an der Spitze einer Übergangsregierung stand, verkündete die Entmachtung der zivilen Regierungsmitglieder und verhängte einen Ausnahmezustand. Hamdok und die meisten Regierungsmitglieder wurden festgenommen.
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Am Donnerstag hatten sich EU- und UN-Diplomaten mit Hamdok getroffen, der unter Hausarrest steht, und bestätigten, er sei wohlauf. In westlichen Ländern werden der entmachtete Premierminister und sein Kabinett weiterhin als die verfassungsmäßigen Führungspersönlichkeiten der Übergangsregierung anerkannt.
Nach dem Putsch hatten die USA ihre Hilfsgelder für das Land ausgesetzt und die Freilassung aller festgesetzten politischen Akteure gefordert. Auch Deutschland drohte am Mittwoch mit gravierenden Folgen für das internationale Engagement im Sudan, wenn der Putsch nicht beendet werde.
Ende September hatten die internationalen Nachrichtenagenturen bereits über einen vereitelten Militärputsch im Sudan berichtet. Meldungen zufolge soll eine Gruppe von Militärs versucht haben, Regierungsobjekte sowie Räumlichkeiten der Staatsmedien unter ihre Kontrolle zu bringen und einen Staatsstreich durchzuführen.
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Putsch im Sudan: USA setzen Hilfszahlungen aus
Der Sudan war fast 30 Jahre lang von Omar al-Baschir regiert worden. Dieser wurde im April 2019 nach monatelangen Protesten und einem Militärputsch aus dem Amt gedrängt. Armee- und Zivilbehörden vereinbarten eine Übergangsperiode für die Durchführung von großangelegten politischen und wirtschaftlichen Reformen.
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