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Gas aus Russland oder Beziehung zu EU? Moldau will nicht wählen müssen

© SNA / Konstantin MichaltschewskiGas im Haushalt
Gas im Haushalt  - SNA, 1920, 29.10.2021
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Die moldauische Premierministerin Natalia Gavrilita hat sich im Interview mit der Wirtschaftszeitung „Financial Times“ (FT) zu der aktuellen Gaskrise im Land geäußert und dabei die EU aufgefordert, Chisinau mehr Hilfe zu leisten. Mit einer Wahl zwischen dem russischen Gas oder einer engen Beziehung zur EU will sie dabei nicht konfrontiert werden.
Sie würde es „vorziehen, nicht in die Lage versetzt zu werden“, in der eine Wahl zwischen dem billigeren Gas aus Russland und engeren Beziehungen zu Brüssel getroffen werden müsse, sagte Gavrilita der „FT“.
Zugleich habe sie eine Stellungnahme abgelehnt, als sie gefragt worden sei, ob die EU-Unternehmen Moldau Gas zu einem unter den Marktpreisen liegenden Preis als Alternative zu einem neuen Abkommen mit dem russischen Gasproduzenten Gazprom anbieten würden.
„Hier gibt es keine einfachen Lösungen. Wir suchen nach einem langfristigen Vertrag, einem Preis, der uns hilft, mit der aktuellen Preisanomalie umzugehen“, sagte Gavrilita. „Wir diskutieren mit europäischen Partnern verschiedene Optionen.“
Gavrilita habe es auch abgelehnt, sich zu dem Angebot von Gazprom zu äußern, aber angegeben, dass die Verhandlungen mit dem Konzern fortgesetzt würden, hieß es. Chisinau sei „immer offen“ gewesen, was eine Partnerschaft mit Gazprom betreffen würde. Das Land strebe eine „normale, wirtschaftliche, vorhersehbare Beziehung“ mit dem Unternehmen an.
Dmitri Kosak, stellvertretender Leiter der russischen Präsidialverwaltung (Archiv) - SNA, 1920, 25.10.2021
Energiekrise in Moldau - Chisinau und Moskau pokern um Gaspreis
Ohne ein akzeptables Abkommen mit Gazprom in den nächsten fünf Monaten werde Moldau etwa 800 Millionen Euro für alternative Gasimporte ausgeben müssen, um seine Winternachfrage decken zu können, gab die moldauische Premierministerin an. Das würde mehr Unterstützung aus Brüssel erfordern, hieß es.
„Das sind die vier, fünf Monate, in denen die EU wirklich deutlich machen muss, dass sie Moldau unterstützt“, sagte Gavrilita. „Die Mengen, die Moldau braucht, sind sehr klein (…) im europäischen Kontext. Wir hoffen, dass wir auf weitere Unterstützung zählen können.“
Der jüngst bewilligte Zuschuss der EU-Kommission in Höhe von 60 Millionen Euro für die Bewältigung der Energiekrise habe dem Land einen wichtigen Spielraum gewährt, „um ohne eine tickende Uhr weiter zu verhandeln“, so die Premierministerin. „In den nächsten Wochen ist es an der Zeit, dass Moldaus Freunde aktiv werden (. . .) (Andernfalls) wird es für das Land politisch, sozial und wirtschaftlich sehr schwierig sein.“
Der Liefervertrag der ehemaligen Sowjetrepublik mit dem russischen Gaskonzern Gazprom ist bereits Ende September ausgelaufen. Beide Seiten haben sich bisher nicht auf neue Preise verständigen können. Am Mittwoch gab es wieder Verhandlungen. Zuletzt hatte Gazprom dem Land mit einem Lieferstopp mitten in der Heizsaison gedroht, wenn nicht für Dezember ein neuer Liefervertrag unterzeichnet werde. Die Republik Moldau hat wegen der Gaskrise bereits den Notstand ausgerufen.
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