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Bayern strikt gegen jegliche Cannabis-Legalisierung

© CC0Cannabis, Symbolbild
Cannabis, Symbolbild - SNA, 1920, 29.10.2021
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Bayern hat alle Pläne zur Legalisierung von Cannabis abgelehnt. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) empfiehlt stattdessen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, Warnungen von Experten ernst zu nehmen. Aus Sicht des Politikers ist zu verhindern, dass noch mehr Menschen Cannabis konsumieren.
„Bei den Berliner Koalitionsverhandlungen sollte endlich auf die Warnungen von Experten gehört und auf gefährliche Drogen-Vorhaben verzichtet werden“, sagte Holetschek. Er forderte die Spitzen von SPD, FDP und Grünen auf, Pläne für eine Legalisierung von Cannabis fallen zu lassen.
„Der Genuss von Cannabis darf nicht verharmlost werden. Zu den Risiken zählen neben der Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung negative Auswirkungen auf das Gedächtnis sowie auf Lern- und Denkleistungen“, betonte er. Auch das Risiko für die Entwicklung einer psychotischen Erkrankung sowie weiterer psychiatrischer Erkrankungen sei erhöht.
Eine Legalisierung von Cannabis ist bei den Parteien umstritten. Im Sondierungspapier einer möglichen Koalition aus SPD, Grünen und FDP gab es dazu keine Angaben. FDP und Grüne sind für einen „Verkauf in lizenzierten Fachgeschäften“. Die SPD hingegen befürwortet eine „regulierte Abgabe“ an Erwachsene zunächst in Modellprojekten, die von Präventions- und Beratungsangeboten begleitet werden.
Weißes Pulver - SNA, 1920, 28.10.2021
„Spiking“-Epidemie breitet sich in britischen Nachtclubs aus – Demos in 40 Städten
Auch der Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters, Rainer Thomasius, warnte eindringlich vor einer Legalisierung. Dieser Schritt würde psychische Störungen und gesundheitliche Probleme vor allem bei Jugendlichen verschärfen, sagte der Hamburger Professor der „Neuen Osnabrücker Zeitung“:
„Länder wie die USA, Kanada und Portugal, die Cannabis legalisiert haben, zeigen, dass der Konsum im Zusammenhang mit der Legalisierung um etwa 30 Prozent steigt und die damit verbundenen psychischen Störungen um etwa 25 Prozent höher liegen als in Staaten ohne Legalisierung.“
Dieselben Argumente legte auch die scheidende Bundesdrogenbeauftragte, Daniela Ludwig, an den Tag, als sie im Oktober gegenüber der „Rheinischen Post“ die Nachfolge-Regierung vor einer Legalisierung von Cannabis warnte. „Kiffen ab 18“ sei alles andere als harmlos und gebe keine Antwort auf die Frage nach besserem Jugendschutz.
Auch die Mehrheit der Deutschen (59 Prozent) sind laut einer im vorigen Monat veröffentlichten Forsa-Umfrage der Meinung, dass Cannabis nur als Arzneimittel erlaubt sein sollte. Sieben Prozent der Menschen sprachen sich für ein generelles Cannabis-Verbot aus. 30 Prozent der Befragten sagten, der Verkauf von Cannabis im Land sollte generell erlaubt werden.
Cannabis ist in Deutschland seit 2017 für medizinische Zwecke erlaubt und darf von Ärzten verschrieben werden.
Rauschgiftdelikte nach Drogenarten in Deutschland 2020

Cannabis war laut dem Bundeskriminalamt das populärste Rauschgiftmittel (220.414 von den insgesamt 365.753 Drogendelikten im Jahr 2020) in Deutschland. Der größte Anstieg wurde im Zusammenhang mit Crystal-Delikten registriert (11.840 Fälle, ein Plus von 18,9 Prozent). Auch die Deliktzahlen im Zusammenhang mit Cannabis (220.414 Fälle, ein Plus in Höhe von 1,1 Prozent) und sonstigen Drogenarten (28.261 Fälle +1,6 Prozent) stiegen an. Ein Rückgang wurde bei Ecstasy (10.288, -11,7 Prozent), Heroin (10.314 Fälle, -5,4 Prozent) und Amphetamin (39.321 Fälle, -0,7 Prozent) verzeichnet.

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