Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Zu großes Vertrauen in Windkraft: Rosneft-Chef zu Ursachen der Gaskrise in Europa

© SNA / Alexej Nikolski / Zur BilddatenbankChef des russischen Ölkomzerns "Rosneft" Igor Setschin
Chef des russischen Ölkomzerns Rosneft Igor Setschin  - SNA, 1920, 28.10.2021
Abonnieren
Igor Setschin, der Vorstandsvorsitzende des russischen Energieriesen Rosneft, ist auf dem XIV. Eurasischen Wirtschaftsforum in Verona (Italien) auf die Gaskrise in Europa eingegangen und hat dabei von mehreren Umständen gesprochen, die aus seiner Sicht eine solche Entwicklung verursacht haben.
Ein starker Anstieg der Gaspreise in Europa sei „hauptsächlich mit einem übermäßigen Vertrauen in die Zuverlässigkeit der alternativen (Energie-)Erzeugung verbunden“, sagte Setschin. Dieses Vertrauen sei einer der Gründe dafür geworden, dass es in den europäischen Speichern nicht ausreichend Gasreserven gegeben habe.
„Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass die Stabilität der Windstärke überschätzt wird. Laut Klimaforschern lag die Windstärke in Europa im September und Oktober dieses Jahres um 15 Prozent unter dem historischen Niveau, was sich negativ auf die Windenergieproduktion auswirkte“, so der Rosneft-Chef.
Ihm zufolge begann Europa erst mit dem Herannahen des Winters, ernsthaft über die Risiken der erneuerbaren Energie-Erzeugung nachzudenken. Diese Situation habe zu Rekordgaspreisen geführt, „die sich seit Anfang dieses Jahres verfünffacht haben und nun die langfristige wirtschaftliche Erholung Europas bedrohen“.
Ein Auslöser der Gaskrise in Europa sei auch gewesen, dass die USA angefangen hätten, ihr Flüssiggas (LNG, Liquified Natural Gas) überwiegend auf die asiatischen Märkte zu liefern.
Die Gaspreise würden ein Risiko für die wirtschaftliche Erholung Europas darstellen, so Setschin weiter. „Rekordpreise wurden zu einem Indikator für den Schock, den Europa erlebte.“
Gas im Haushalt  - SNA, 1920, 08.10.2021
Gaskrise in Europa: Russland wird mit gesamter EU verhandeln müssen – Borrell
Zudem könnte ein erheblicher Anstieg der Gaspreise zu einer zusätzlichen Ölnachfrage in Höhe von einer Million Barrel pro Tag führen, so der Rosneft-Chef, was wiederum die Ölpreise antreiben könnte.
Setschin forderte dazu auf, trotz der Politisierung der Energieprozesse „die Brücken der Freundschaft und des gegenseitigen Verständnisses“ zwischen Russland und Europa zu stärken.
„Russland bleibt der wichtigste und zuverlässigste Gaslieferant für Europa“, sagte er.
Anfang Oktober hatte der US-Kongressabgeordnete Michael McCaul erklärt, Moskau habe einen Anstieg der Gaspreise angeblich durch die Beschränkung der Lieferungen nach Europa provoziert. Ein Vertreter des russischen Außenministeriums gab seinerseits bekannt, Russland habe keine vertraglichen Verpflichtungen in Bezug auf das Gas verletzt, es gebe bestimmte Bedingungen für die Erhöhung der Lieferungen.
Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin den Staatskonzern Gazprom angewiesen, die Lieferungen nach Deutschland und Österreich zu erhöhen, sobald die unterirdischen Speicher in Russland aufgefüllt sind.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала