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Bis zu zehn Prozent des Energiebedarfs: Elektrischer LKW mit Solardach startet Testbetrieb

© Foto / Fraunhofer ISELKW mit Solardach
LKW mit Solardach - SNA, 1920, 28.10.2021
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Fünf bis zehn Prozent des Verbrauchs eines LKWs mit Kühlanhänger soll ein neues Solardach von Fraunhofer-Instituten stemmen. Da die Module auf dem Dach eine hohe Spannung erzeugen, ist es außerdem speziell abgesichert. Ein Jahr soll das Fahrzeug nun im Realbetrieb getestet werden.
Beim LKW-Betrieb scheiden sich die Geister. Kritiker der gesamten Branche wünschen sich mehr Warentransport auf Gleisen und entsprechende Investitionen in den Ausbau des Schienennetzes. LKW-Befürworter argumentieren mit flexiblen Lieferwegen und arbeiten am Umstieg vom Verbrennermotor zu CO2-neutralen Technologien wie der Brennstoffzelle, der elektrischen Batterie, Oberleitungsbahnen oder auch komplexeren synthetischen Kraftstoffen, die unter Nutzung von erneuerbaren Energien entstehen sollen.
LKW mit Solarkraft zu betreiben, hat noch niemand ernsthaft vorgeschlagen, dafür würde auch die Energie, die über die Dachfläche eingesammelt wird, niemals reichen. Aber den Energieverbrauch eines LKW zu senken, dafür taugt ein LKW-Solardach dann schon. So ist es auch nicht verwunderlich, dass verschiedene Forschungsprojekte und Unternehmen weltweit genau dieses Ziel verfolgen: Fahrzeuge mit Solarzellen versehen.

Fünf bis zehn Prozent des Energiebedarfs

Die neuste Entwicklung aus dem Bereich: ein 18 Tonnen schwerer LKW mit Solardach, das zwei Fraunhofer-Institute entwickelt haben und das eine maximale Leistung von 3,5 Kilowatt erbringen kann, was laut Fraunhofer fünf bis zehn Prozent des Energiebedarfs des Fahrzeugs abdecken soll. Die Rede ist von der Peak-Leistung, das heißt einer Leistung bei idealen Bedingungen. Im Realbetrieb wird der Wert sicher darunter liegen.

Hochspannung von bis zu 400 Volt

Die Photovoltaik-Zellen auf dem Dach sind in Reihe geschaltet und erzeugen eine Hochspannung von bis zu 400 Volt, um möglichst viel Strom zu generieren und den Ansprüchen der Kühltechnik zu entsprechen. Gleichzeitig stellt eine derart hohe Spannung aber auch eine ernsthafte Gefahr dar, weshalb Fraunhofer-Forscher eine Trennungsvorrichtung entwickelt haben. Wenn es zum Unfall kommt, kann die Stromverbindung dadurch innerhalb von Millisekunden unterbrochen werden.
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Nun wird der LKW im Freiburger Umland ein Jahr lang getestet und geprüft, um zu sehen, was das Dach im Realbetrieb beisteuern kann.
Die Idee, Dächer von Fahrzeugen mit Solarzellen auszustatten, ist nicht neu. In jüngster Zeit hat im deutschsprachigen Raum zum Beispiel das Unternehmen Sono Motors von sich reden lassen, das zunächst einen eigenen Kleinwagen mit einer speziellen Photovoltaikbeschichtung angeboten hat, jetzt aber die Technologie auch für LKW und andere Fahrzeuge anbietet. In der Schweiz wurde zudem im April 2021 ein elektrischer Lieferwagen vorgestellt, der an Dach und Seiten des Anhängers über Solarmodule verfügt.
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