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Klimaschutz in Deutschland: Ausgaben und Umsatz der Industrie in Zahlen

© CC0 / matthiasboeckel / PixabayWindräder (Symbolbild)
Windräder (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.10.2021
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Die Industrie in Deutschland hat ihre Investitionen in den Klimaschutz innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt, teilte das Statistische Bundesamt mit. Wir haben in den aktuellen Bericht der Behörde reingeschaut und präsentieren Ihnen einige Zahlen, die davon zeugen, dass das Thema Umwelt ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor in Deutschland ist.
Die deutsche Industrie investiert zunehmend in Klimaschutz. Ein Grund dafür dürften sowohl gesetzliche Regelungen als auch die staatliche Förderung sein, so das Amt in seiner Pressemitteilung vom Dienstag. Der Staat fördere seit Jahren die Umstellung auf Produktionsprozesse, die weniger Energie verbrauchen und das Klima schonen. Wir haben aus dem Bericht nun einige Fakten zusammengefasst und präsentierten Ihnen in der folgenden Auflistung die wichtigsten Zahlen.

Verdoppelung der Investitionen in Klimaschutz

Insgesamt 3,46 Milliarden Euro gaben die Unternehmen des Produzierenden Gewerbes (ohne Bau) 2019 für Anlagen zur Vermeidung von Emissionen oder zu einer schonenderen Nutzung von Ressourcen aus. Vor zehn Jahren, also 2009, waren es noch 1,63 Milliarden Euro. Auch anteilig gebe die Industrie immer mehr für Klimaschutz aus. Die Investitionen in diesem Bereich stiegen demnach von 2,6 Prozent vor zehn Jahren auf 3,6 Prozent im Berichtsjahr.

Mehr als die Hälfte für erneuerbare Energien

In den Klimaschutzinvestitionen der deutschen Firmen spiegelt sich laut dem Amt die Dekarbonisierung der Industrie wider, also für die Abkehr von kohlenstoffhaltigen Energieträgern. So flossen mehr als die Hälfte der Klimaschutz-Investitionen (52,4 Prozent) in Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien (1,813 Milliarden Euro) wie zum Beispiel Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Ein Drittel der Ausgaben (33,1 Prozent, 1,14 Milliarden Euro) wurde in die Steigerung der Energieeffizienz und Energieeinsparung investiert. Dazu gehören die Wärmedämmung von Gebäuden oder Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung. Weitere 14,5 Prozent (rund 500 Millionen Euro) standen für Investitionen in Maßnahmen zur Vermeidung von Treibhausgasen gemäß des Kyoto-Protokolls.

Erhöhter Umsatz mit Klimaschutzprodukten

Das Produzierende Gewerbe und der Dienstleistungsbereich haben im Berichtsjahr rund 44 Milliarden Euro Umsatz mit Klimaschutzprodukten gemacht. Das war zwar ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr (-3,4 Prozent), aber ein Plus in Höhe von 61 Prozent gegenüber dem Jahr 2009.
Dusche (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.10.2021
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Umsatz mit Umweltschutzgütern und -leistungen

Im Jahr 2019 erwirtschafteten die Unternehmen in Deutschland 73,6 Milliarden Euro Umsatz mit Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz. Mehr als die Hälfte (60 Prozent, 44,1 Milliarden Euro) entfielen dabei auf den Umweltbereich Klimaschutz. Mit Maßnahmen für die Luftreinhaltung wurden 10,5 Milliarden Euro (14,3 Prozent) und mit Maßnahmen der Abwasserwirtschaft 8,3 Milliarden Euro (11,2 Prozent) erwirtschaftet. Auf die übrigen Umweltbereiche entfielen 10,7 Milliarden Euro (14,5 Prozent).

Erhöhter Umsatz bei sowohl in- als auch ausländischen Abnehmern

Von den insgesamt 73,6 Milliarden Euro Umsätzen für den Umweltschutz wurden im Jahr 2019 zwei Drittel (62 Prozent, 45,9 Milliarden Euro) mit inländischen Abnehmern erwirtschaftet, so das Amt. Auf ausländische Abnehmer entfielen demnach 27,7 Milliarden Euro Umsatz. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umsätze mit inländischen Abnehmern um 0,9 Milliarden Euro (2,1 Prozent) und mit ausländischen Abnehmern um 1,2 Milliarden Euro (4,7 Prozent) an.

Aufbau neuer „Green Jobs“

Der Bereich „Umweltschutz“ führt zum Aufbau neuer Arbeitsplätze (der so genannten „Green Jobs“), behauptet das Amt. Die Zahl der Beschäftigten, die bei der Produktion von Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz eingesetzt waren, lag im Jahr 2019 bei 305.003. Im Vergleich zum Vorjahr stieg damit die Beschäftigung für den Umweltschutz um 5,4 Prozent (15.723 Beschäftigte). Mehr als zwei Drittel (212.808) waren demnach in Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes tätig. Im Baugewerbe arbeiteten 50.489 Beschäftigte für den Umweltschutz, im Dienstleistungssektor 40.704 und in den übrigen Wirtschaftsbereichen 1.002 Personen.

Deutsche Klimaschutzinvestitionen in der Entwicklungszusammenarbeit

Von den neunzehn Milliarden Euro, die Deutschland im Jahr 2019 für die bilaterale öffentliche Entwicklungszusammenarbeit ausgezahlt hat, flossen 2,6 Milliarden Euro (14 Prozent) in die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen. Im Jahr 2014 waren es noch dreizehn Prozent (damals 1,4 Milliarden Euro) und im Jahr 2010 lag der Betrag bei zwölf Prozent (821 Millionen Euro). Deutschland fördert dabei Maßnahmen zugunsten von Entwicklungsländern, die die Vermeidung von Treibhausgasen oder die Anpassung an den Klimawandel zum Hauptziel haben. Bei den Empfängerländern war im Jahr 2019 laut dem Statistischen Bundesamt Indien mit Klimaschutzmaßnahmen in Höhe von 475 Millionen Euro an vorderster Stelle. Darauf folgten Mexiko (273 Millionen Euro) und Peru (143 Millionen Euro).
Kohlekraftwerk im Ruhrgebiet  - SNA
Klima in Deutschland: Erwärmung

Die mittlere Temperatur in Deutschland ist seit 1881, dem Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen, gestiegen. Das vergangene Jahrzehnt war rund 1,9 Grad Celsius wärmer als die ersten Jahrzehnte der Beobachtungen, folgt aus dem 2020 veröffentlichten Bericht des Deutschen Wetterdienstes „Was wir heute über das Extremwetter in Deutschland wissen“. Damit stiegen die Temperaturen hierzulande deutlich stärker als im weltweiten Durchschnitt. Neun der zehn wärmsten Jahre traten in den letzten 20 Jahren auf. Drei Jahre waren sogar mehr als 2,5 Grad wärmer als die Werte zwischen 1881 und 1910.

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