Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Nur Grüne im Außenamt könnten Inbetriebnahme von Nord Stream 2 noch verhindern – „Welt“-Bericht

© SNA / Dmitry Lelchuk / Zur BilddatenbankDie Fertigstellung von Nord Stream 2
Die Fertigstellung von Nord Stream 2 - SNA, 1920, 26.10.2021
Abonnieren
Streitigkeiten über die Inbetriebnahme der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 könnten laut einem Bericht der Zeitung „Welt“ eine mögliche Ampelkoalition in Deutschland belasten.
Laut dem Autor des Artikels, Alan Posener, sind inmitten der Energiekrise – während die Gaspreise täglich steigen – nur die Grünen weiterhin gegen die Pipeline, was ihre Popularität beeinträchtigen kann. Ihre möglichen Partner – die SPD und die FDP – seien ihrerseits grundsätzlich dafür, dass die fertige Gas-Pipeline in Betrieb gehe.
Aufseiten der SPD halte die traditionell mit den großen Energiefirmen verbandelte Parteiführung eisern am Pipelineprojekt fest, so der Autor des Artikels. Bei der FDP hätten viele Vertreter das Projekt immer aktiv vorangetrieben.
Damit sehen sich die Grünen trotz wiederholter Äußerungen ihrer Chefin Annalena Berbock über die Unzulässigkeit der Pipeline im Nachteil.
Baerbock hatte zuvor dafür plädiert, Nord Stream 2 vorerst keine Betriebserlaubnis zu erteilen. Nach europäischem Energierecht müsse der Betreiber „ein anderer sein als derjenige, der das Gas durchleitet“, hatte sie der Funke Mediengruppe gesagt. „Solange das ein und derselbe Konzern ist, darf die Betriebserlaubnis nicht erteilt werden.“ Baerbock warf Russland mit Blick auf die hohen Energiepreise ein „Pokerspiel“ und politische Erpressung vor.
„Baerbocks Worte sind allerdings wertlos, wenn die Grünen nicht das Auswärtige Amt beanspruchen.“ Unter den drei künftigen Koalitionspartnern seien die Grünen die Einzigen, die einen „ungetrübten Blick auf Putins offenbar imperiale Ambitionen“ hätten. „Wenn Baerbocks Mahnung zugleich Bewerbung war: gut“, so Posener abschließend.

Gaspipeline Nord Stream 2

Der russische Konzern Gazprom gab im September die Fertigstellung der Gasleitung Nord Stream 2 bekannt. Durch die Pipeline sollen künftig bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr nach Deutschland und in weitere EU-Länder fließen. Das Projekt mit einem geschätzten Wert von 9,5 Milliarden Euro wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt, deren einziger Aktionär der russische Staatskonzern Gazprom ist.
Zuletzt warb der russische Präsident, Wladimir Putin, für eine rasche Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2, die Erdgas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland bringen soll. Die Lieferungen über diesen Weg würden zu einer Entspannung auf dem aufgeheizten Gasmarkt führen, sagte er.
Ein Straßenschild von Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 26.10.2021
Bundeswirtschaftsministerium gibt grünes Licht für Zertifizierung von Nord Stream 2
Die Pipeline ist zwar fertiggestellt, die Betriebsgenehmigung der deutschen Behörden steht aber aus. Am 4. Oktober hat die Befüllung des ersten Strangs der Nord Stream 2-Pipeline mit Gas begonnen. Die Leitung wird nun schrittweise mit Gas befüllt und der notwendige Druck aufgebaut.
Die Bundesnetzagentur hat bis Anfang Januar Zeit, um über eine Betriebserlaubnis für die Röhren zu entscheiden.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала