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Mit zwei Transfrauen und einem „freundlichen Gesicht des NS“ – Fakten über den neuen Bundestag

© REUTERS / MICHELE TANTUSSIErste Sitzung des neuen Bundestages am 26. Oktober 2021
Erste Sitzung des neuen Bundestages am 26. Oktober 2021 - SNA, 1920, 26.10.2021
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Am heutigen Dienstag ist der 20. Deutsche Bundestag zum ersten Mal zusammengekommen. Mit 736 Abgeordneten hat er 27 Mitglieder mehr, als in seiner vorherigen Zusammensetzung, und dabei mehr, als je zuvor. Was ist ansonsten über das neue Parlament Deutschlands bekannt?

SPD-Politikerin Bärbel Bas als Präsidentin und fünf Vizes gewählt

Der langjährige Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (79) legt sein Amt nieder – bleibt aber als Mitglied im Bundestag. In seiner letzten Rede als Präsident mahnte er: „Es braucht ein selbstbewusstes Parlament – selbstbewusste Parlamentarier“ – er wünsche sich große, strittige Debatten. Wer soll nun dafür sorgen?
Bei der Abstimmung im Rahmen der ersten konstituierenden Sitzung haben die neuen Abgeordneten neben Bas als Präsidentin auch die CDU-Abgeordnete Yvonne Magwas als Vizepräsidentin gewählt. Claudia Roth (Grüne) und Petra Pau (Linke) wurden ebenfalls als Vizepräsidentinnen wiedergewählt, wie auch der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki und die erstmals angetretene SPD-Politikerin Aydan Özoğuz. Der AfD-Kandidat Michael Kaufmann bekam dagegen lediglich 118 Ja-Stimmen und ist damit im ersten Wahlgang durchgefallen.
SPD-Politikerin Bärbel Bas - SNA, 1920, 26.10.2021
Mehr Bürgernähe, mehr Frauen in Top-Positionen – Bas hält Antrittsrede

Fraktionsloser AfD-Politiker?

Die SPD stellt mit 206 Abgeordneten die größte Fraktion, danach folgen die Union mit 197 und die Grünen mit 118 Abgeordneten. Dann kommen die FDP mit 92, die AfD mit 82 und die Linke mit 39 Volksvertretern. Auch zwei fraktionslose Abgeordnete: Stefan Seidler vom Südschleswigschen Wählerverband und der AfD-Politiker Matthias Helferich – gehören nun zum Bundestag. Helferich verzichtete Ende September freiwillig auf die Fraktionszugehörigkeit, nachdem der AfD-Bundesvorstand eine Ordnungsmaßnahme wegen seiner älteren Chats beschlossen hatte. Helferich bestreitet nicht, dass er sich darin als „freundliches Gesicht des NS“ bezeichnet hatte.

Merkel nicht mehr dabei – dafür aber mehr Frauen

Noch-Bundeskanzlerin Angela Merkel scheidet nach 16 Jahren Kanzlerschaft aus dem Bundestag aus und wurde an diesem Dienstag auch formell von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier entlassen. Die Bundestagssitzung verfolgte sie jedoch nicht von ihrem gewöhnlichen Platz aus, sondern von der Ehrentribüne. Merkel bleibt bis zur Bildung einer neuen Bundesregierung kommissarisch im Amt.
Bundestag (Symbolbild) - SNA, 1920, 26.10.2021
Erste Bundestagssitzung nach der Wahl: 23 AfD-Abgeordnete auf Tribüne für 3G-Gegner
Auch die Zahl der Frauen unter den Abgeordneten ist von 218 auf 256 gestiegen – vor allem durch die Parteien des linken Lagers. Mit 59 Prozent Frauenanteil sind die Grünen dabei auf dem ersten Platz, wobei dazu auch Tessa Ganserer und Nyke Slawik gehören, die ersten offenen Transfrauen. Auch in der Union ist der Anteil der Frauen von etwa 25 auf rund 31 Prozent gestiegen.

Die Abgeordneten werden jünger - und mit ein bisschen mehr Migrationshintergrund

Dabei sind die Abgeordneten im Durchschnitt zwei Jahre jünger geworden, wie aus der der Statistik des Bundeswahlleiters hervorgeht. Demnach liegt das Durchschnittsalter der Bundestagsmitglieder jetzt bei 47,3 Jahren. 50 Abgeordnete sind unter 30 – diese Altersgruppe ist damit stärker vertreten. In der letzten Periode waren es nach der Wahl nur zwölf. Gemessen an der Größe des Parlaments, ist jeder vierte Bundestagspolitiker noch unter 40 – 2017 war es nicht mal jeder Fünfte. Die jüngste Abgeordnete ist die 23-jährige Grünen-Politikerin Emilia Fester aus Hamburg.

Die meisten nach wie vor aus Recht, Finanzen oder Verwaltung

Auch beim Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund gibt es einen kleinen Fortschritt. Wie der Mediendienst Integration berechnete, stieg dieser Anteil im Vergleich zum Jahr 2007 von 8,2 auf 11,3 Prozent.
Was jedoch die Verteilung der Berufe angeht, da hat sich nicht viel geändert. Noch mehr Abgeordnete (532 von 736) sind entweder Rechtsanwälte und Steuerberater oder kommen aus dem Rechnungs- oder Finanzwesen, der Verwaltung oder Unternehmensführung.
Darauf folgen mit 56 Menschen Geisteswissenschaftler, Werbe- und Marketing-Fachleute sowieKultur- und Medienschaffende und mit 59 Vertretern Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, Lehrkräfte und Erzieher. Handwerker, Landwirte und Kaufleute sind mit acht bzw. 16 Menschen kaum vertreten.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht Kanzlerin Angela Merkel Entlassungsurkunden - SNA, 1920, 26.10.2021
Steinmeier würdigt Merkel als „prägende Figur der deutschen Geschichte“
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