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Wegen umstrittener Aussagen zu Corona-Impfstoffen: Facebook und Youtube sperren Bolsonaros Konten

© AP Photo / Eraldo PeresBrasiliens Präsident Jair Bolsonaro
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro - SNA, 1920, 26.10.2021
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Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro, der als Impfskeptiker bekannt ist, soll in einem Video mit seinen Äußerungen über negative Auswirkungen der Corona-Impfstoffe für HIV-Infizierte angeeckt sein. Als Reaktion darauf entfernten die Online-Netzwerke Facebook und Youtube das Video und schränkten die Konten des Politikers ein.
Youtube verhängte nach eigenen Angaben eine einwöchige Sperre für den Präsidenten. Demnach hatte Bolsonaro im fraglichen Video von negativen Auswirkungen der Corona-Impfstoffe für HIV-Infizierte gesprochen.
„Wir haben ein Video von Jair Bolsonaros Kanal entfernt, weil es gegen unsere medizinischen Desinformationsrichtlinien zu Covid-19 verstößt“, erklärte Youtube den Schritt.
Der Präsident habe behauptet, dass „Impfstoffe das Risiko einer Ansteckung mit der Krankheit nicht verringern und andere Infektionskrankheiten verursachen“ würden. Im Rahmen seiner wöchentlichen Live-Ansprache auf Facebook hatte der rechtsextreme Staatschef „offizielle Berichte“ der britischen Regierung zitiert, wonach vollständig Geimpfte angeblich schneller ein Immunschwächesyndrom entwickeln könnten.
„Ich empfehle Ihnen, den Artikel zu lesen“, legte Bolsonaro im Video nahe, ohne genauer anzugeben, wo die Informationen herkommen. Die Behauptung wurde mittlerweile dementiert. Die britische Regierung bestritt die Existenz von Berichten zu diesem Thema.
Ein brasilianischer Ärzteverband bestätigte in dieser Hinsicht, es gebe keine Erkenntnisse über einen Zusammenhang zwischen den Corona-Impfstoffen und Aids.
Nach Angaben des UNAIDS-Programms der Vereinten Nationen können die meisten HIV-positiven Menschen ohne Komplikationen mit den von den jeweiligen Gesundheitsbehörden freigegebenen Impfstoffen immunisiert werden.
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Erneut Massenproteste gegen Staatschef Bolsonaro in Brasilien

Brasiliens Präsident skeptisch gegenüber Impfungen

Bolsonaro hat sich bisher nach eigenen Angaben nicht vakzinieren lassen und mit Äußerungen zu den Impfstoffen bereits zuvor für Aufmerksamkeit gesorgt. In Brasilien kam es bereits öfter zu Massendemonstrationen gegen denStaatspräsident – unter anderem wegen seiner Corona-Politik. Auf einer solchen Demonstration Anfang Oktober haben die Beteiligten mehr Corona-Impfstoffe gefordert.
Im Juli eröffnete der Oberste Gerichtshof Brasiliens gegen den Präsidenten eine Untersuchung wegen Korruptionsvorwürfen. Hintergrund war die Bestellung von 20 Millionen Dosen des indischen Corona-Impfstoffs Covaxin. Eine Gruppe von Senatoren stellte Strafanzeige gegen Bolsonaro wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch.
Mitte Dezember hatte der Präsident etwa Folgendes zum Pfizer-Impfstoff gesagt:
„Im Vertrag ist klar geregelt, dass Pfizer nicht für Nebenwirkungen verantwortlich ist. Wenn Du Dich in einen Kaiman verwandelst, ist es Dein Problem“.
Auch wenn jemand Superman werde, einer Frau ein Bart wachse oder ein Mann anfange, geschliffen zu reden, hätten sie (Pfizer – Anm. d. Red.) nichts damit zu tun.
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