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700 Millionen Dollar Schulden bei Gazprom – Moldau will vor Zahlung erst Buchprüfung

© SNA / Pawel LwowDas Logo des russischen Gasriesen Gazprom
Das Logo des russischen Gasriesen Gazprom  - SNA, 1920, 25.10.2021
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Nach Angaben des moldauischen Infrastrukturministers Andrei Spinu will Moldau seine Schulden beim russischen Energiekonzern Gazprom in einer unabhängigen Buchprüfung untersuchen lassen. Zuvor war Gazprom der moldauischen Regierung beim Gaspreis und der Laufzeit des Liefervertrags entgegengekommen.
Gazprom besteht darauf, Moldau nach dem Ablauf einer Schonfrist erst wieder mit Erdgas zu beliefern, wenn das Land seine Schulden beim russischen Energiekonzern in Höhe von rund 700 Millionen Dollar beglichen hat. Diese Schulden hätten sich seit 1994 angehäuft, erklärte der moldauische Infrastrukturminister Spinu vor Journalisten. Man sei zwar zu Gesprächen über das Schuldenproblem bereit, aber Verpflichtungen nehme man erst auf sich, nachdem diese Schulden in einer unabhängigen Prüfung bestätigt worden seien.
Moldau kämpft derzeit mit massiven Problemen bei der Gasversorgung. Das nationale Versorgungsunternehmen Moldovagaz erklärte bereits Anfang Oktober, der Gasverbrauch in der Republik übersteige die Gaslieferungen aus Russland, und rief die Menschen in der ehemaligen Sowjetrepublik zum Gassparen auf. Das Parlament des Landes hat auf Vorschlag des Regierungskabinetts einen einmonatigen Notstand ausgerufen.
Chisinau hat bislang keinen langfristigen Liefervertrag mit Gazprom abgeschlossen. Den seit 2008 mit Moldau bestehenden Vertrag hat der russische Energiekonzern aus Kulanz um einen Monat verlängert. Nach Ablauf dieser Frist droht dem Land ein Lieferstopp, sollte es seine Schulden bei Gazprom in Höhe von mehr als 700 Millionen Dollar bis dahin nicht beglichen haben.
Medienberichten zufolge bot Gazprom der moldauischen Regierung bei erneuten Verhandlungen einen Preisnachlass von 25 Prozent zur Verrechnung mit den Schulden an. Dieses Angebot hat Chisinau abgelehnt und stattdessen einen Gaspreis gefordert, der nur die Hälfte des Weltmarktpreises betragen würde. Zur Begründung hieß es, Moldau fehle es an Geld.
Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans - SNA, 1920, 24.10.2021
Verbindungen pflegen statt kappen: Walter-Borjans plädiert für Inbetriebnahme von Nord Stream 2

Kritiker sehen Gazprom in der Pflicht

Die rasant gestiegenen Energiepreise haben vielerorts in Europa Sorgen ausgelöst. Kritiker werfen Gazprom vor, auf die erhöhte Nachfrage in Europa nicht zu reagieren, um eine rasche Inbetriebnahme der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 zu erwirken. Russland weist derartige Anschuldigungen zurück.
Die zuständigen deutschen Regulierungsbehörden haben bislang keine Genehmigung für die mittlerweile komplett fertiggebaute Pipeline zwischen Russland und Deutschland erteilt. Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass eine rasche Inbetriebnahme von Nord Stream 2 zum Abbau der Spannungen auf dem europäischen Gasmarkt beitragen könnte.
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