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Studie: Keine erhöhte Sterberate durch COVID-19 in Deutschland

© SNA / Sergej Pjatakow / Zur BilddatenbankEin Mädchen in der Moskauer Metro.
Ein Mädchen in  der Moskauer Metro. - SNA, 1920, 25.10.2021
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Forscher vom Universitätsklinikum Essen haben die Zahl der Sterbefälle in Deutschland, Spanien und Schweden der Jahre 2016 bis 2020 analysiert. Das Ergebnis: In Deutschland sind im vergangenen „Corona-Jahr“ 2020 nicht mehr Menschen gestorben, als dies ohne den Ausbruch einer Pandemie erwartet worden wäre.
2020 gab es keine Übersterblichkeit in Deutschland, auch wenn es etwa 34.000 Todesfälle gab, die mit COVID-19 assoziiert werden. So das Ergebnis einer Auswertung von Forschern des Universitätsklinikums Essen.
„Durch den Fokus auf die Übersterblichkeit vermeiden wir Probleme, die sich sonst aus den beträchtlichen Unterschieden ergeben würden, die weltweit bei der Definition von COVID-19-Todesfällen gemacht werden“, sagt Bernd Kowall vom Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) am Universitätsklinikum Essen. Berücksichtigt man die Alterung der Gesellschaft, können die Studienautoren für Deutschland sogar eine Untersterblichkeit von 2,4 Prozent für 2020 nachweisen.
Neben Deutschland schauten die Wissenschaftler wegen des Sonderwegs auf Schweden. Als drittes bezogen sie Spanien ein, das als eines der Länder mit der höchsten Sterblichkeit im Zusammenhang mit COVID-19 gilt: Die Analyse ergab eine Übersterblichkeit von 14,8 Prozent für Spanien, während sie in Schweden 3 Prozent betrug.
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2020: Kaum Grippe- und Verkehrstote

Es gab 2020 laut Robert Koch-Institut (RKI) etwa 34.000 durch oder mit Covid-19 Verstorbene in Deutschland. Dass dennoch keine Übersterblichkeit beobachtet wurde, kann laut den Autoren der Studie folgende Ursachen haben:
2019/2020 und 2020/2021 gab es zwei Winter hintereinander, in denen kaum Menschen an der saisonalen Influenza (Grippe) gestorben sind.
Auch indirekte Effekte der bundesweiten Pandemie-Maßnahmen spielen eine Rolle: So ging die Zahl der Verkehrstoten während des ersten Lockdowns deutlich zurück.
Das mittlere, auch „median“ genannte Sterbealter der an oder mit Covid-19 Verstorbenen lag bei über 80 Jahren, und bei vielen von ihnen wurden mehrere Vorerkrankungen diagnostiziert. Statistisch gesehen haben gesundheitlich vorbelastete Menschen in einem hohen Alter auch ohne SARS-CoV-2-Infektion eine deutlich reduzierte Lebenserwartung. Verstorbene mit Covid-19-Infektion, die gemäß medizinischer Prognosen auch ohne Corona das Jahr 2020 nicht überlebt hätten, trugen in jenem Jahr nicht zu einer Übersterblichkeit bei.
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