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Fehlende Zensur: Facebook soll bei Hassnachrichten in Indien weggesehen haben

© CC0 / geralt / PixabayFacebook (Symbolbild)
Facebook (Symbolbild) - SNA, 1920, 25.10.2021
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Bereits zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen macht Facebook negative Schlagzeilen. Laut den jüngsten Enthüllungen wurden Gewaltaufrufe und Hassnachrichten in Indien, Facebooks größtem Markt, unzureichend zensiert. Nun steht der US-Konzern wegen fehlender Kontrolle unter Druck.
Demnach berichteten mehrere US-Medien am Wochenende unter Berufung auf unternehmensinterne Dokumente, dass der Konzern es trotz Hinweisen eigener Analysten versäumt habe, Falschinformationen und Hassnachrichten in seinen indischen Plattformen einzudämmen. Facebook soll sich angeblich bewusst gewesen sein, dass seine Plattformen wegen der schwachen Moderation missbrauchsgefährdet seien.

Vorwürfe gegen Facebook

Der Konzern wurde bereits von der ehemaligen Facebook-Managerin und Whistleblowerin Frances Haugen beschuldigt, eigene Gewinne über die Sicherheit von Menschen zu stellen und dabei verheerende Folgen für Menschen, Demokratie und Gesellschaft in Kauf zu nehmen.
Die 37-Jährige legte Facebook unter anderen zur Last, man habe aus internen Studien gewusst, dass Instagram die psychische Gesundheit einiger Teenager beeinträchtige, aber nichts dagegen unternommen.
Ein weiterer Informant legte vergangene Woche nach und berichtete laut der Zeitung „Washington Post“ von internen Diskussionen, in denen die mutmaßliche Einmischung Russlands in die US-Präsidentschaftswahl 2016 über Facebooks Dienste heruntergespielt worden sei.
Für negative Schlagzeilen sorgte das Unternehmen auch, weil ein Fehler in den Netzwerk-Einstellungen jüngst zu einem rund sechsstündigen Ausfall bei Facebook sowie WhatsApp und Instagram geführt hatte.
Facebook wies zwar alle Vorwürfe zurück, die Enthüllungen haben aber dem Konzern die Notwendigkeit einer strengeren Regulierung vor Augen geführt.
Facebook-App-Logo - SNA, 1920, 22.10.2021
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Hassreden und Bilder von Toten

Den neuesten Enthüllungen zufolge hatten Facebooks Analysten in Indien einen starken Anstieg von „Gerüchten und Aufrufen zur Gewalt“ ab Dezember 2019 dokumentiert. Besonders schlimm sei es auf WhatsApp im Februar 2020 zugegangen, als bei Zusammenstößen zwischen Hindus und Muslimen in Indien Dutzende Menschen starben, berichtet das „Wall Street Journal“.
Bereits im Februar 2019 hatten Wissenschaftler zudem ein fiktives Facebook-Profil einer 21-jährigen Nutzerin in Nordindien erstellt. Ohne das Zutun der Forscher wurde das Profil mit „Propaganda“ für den hindu-nationalistischen Regierungschef Narendra Modi sowie „Hassreden gegen Muslime überflutet“, berichtet die „Washington Post“. „Ich habe in den vergangenen drei Wochen mehr Bilder von Toten gesehen als in meinem ganzen Leben zuvor“, schrieb die„New York Times“ mit Verweis auf den Forscher.
Indien gilt nach Nutzerzahlen mit Abstand als größter Facebook-Markt. Den Medienberichten zufolge ging aus internen Dokumenten jedoch hervor, dass der größte Teil des Budgets zur Bekämpfung von Desinformation für die USA bestimmt war, obwohl diese weniger als zehn Prozent der Nutzer ausmachen.
Ein Konzernsprecher erklärte, dass sich das Unternehmen im Kampf gegen Hassbotschaften in nicht-englischer Sprache mittlerweile verstärkt eingesetzt habe.
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