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Aiwanger spricht sich für Hunderte neue Windräder in Bayerns Wäldern aus

© AP Photo / Martin MeissnerWinkraftanlagen in Bensersiel
Winkraftanlagen in Bensersiel - SNA, 1920, 25.10.2021
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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) will in den kommenden Jahren mehrere Hundert Windkraftanlagen in bayerischen Wäldern bauen lassen. Dies berichtet die deutsche Presse-Agentur am Montag.
„37 Prozent der Landesfläche sind Wald – und wir müssen jetzt mehr Windkraft in Bayern realisieren“, sagte er gegenüber der DPA in München.
Unabhängig von der Frage, ob die umstrittene 10h-Abstandsregel von der neuen Bundesregierung gekippt werde oder nicht, gehe es darum, Potenziale in den heimischen Wäldern zu beleuchten und zu realisieren. „Es kommt auf jeden Fall neue Bewegung in die Debatte“, sagte der Minister.
Als 10H-Regeung wird eine Bestimmung in der Bayerischen Landesbauordnung bezeichnet, wonach Windkraftanlagen einen Mindestabstand vom Zehnfachen ihrer Höhe zur nächsten Siedlung haben sollen. Moderne Windkraftanlagen sind mehr als 200 Meter hoch, sodass der geforderte Abstand mehr als zwei Kilometer ausmachen würde. Eine entsprechende Gemeinde kann zwar einen Beschluss fassen, dem zufolge ein Windrad näher an einer Ortschaft gebaut werden darf. Dies wird das Genehmigungsverfahren jedoch stark erschweren.
Am Montag wolle Aiwanger zusammen mit Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) in Oberfranken Details zu seinen Wünschen und Plänen vorstellen.
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Die Nachrichtenagentur weist darauf hin, dass Aiwangers Forderungen mit dem Koalitionspartner CSU bisher allerdings nicht abgesprochen sind. Ohne CSU-Zustimmung könne daraus wohl nichts werden: Zum einen stelle die Partei die größere Regierungsfraktion, zum anderen sei für die Staatsforsten Agrar- und Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) zuständig.

Genug Platz

Laut Aiwanger liegt eine Karte vor, wo in Bayerns Wäldern ohne große Probleme Windkraftanlagen gebaut werden könnten. Dabei würden ein Drittel der Flächen in den Staatswäldern und weitere zwei Drittel in Privatwäldern liegen. Für die Waldbesitzer seien Stellplätze für die Anlagen eine gute Einnahmemöglichkeit: In anderen Bundesländern seien mehrere 10.000 Euro Pacht pro Jahr möglich, betonte er. Mit dem Geld könnten Verluste durch schlechte Holzpreise kompensiert werden.
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Aus Aiwangers Sicht ist der Aufbau von Windrädern auch für Tiere und Pflanzen vorteilhaft, denn die Gebiete würden ökologisch aufgewertet. Anstelle von Baum-Monokulturen würden auf den etwa 50 mal 50 Meter großen Bauflächen Blumen und Disteln wachsen, die vielen Tieren wie Schmetterlingen als Lebensraum dienten. Die gefällten Bäume könnten zudem andernorts wieder aufgeforstet werden.
Außerdem sei die Akzeptanz der Menschen für die Rotoren im Wald höher, da diese hier nicht so auffallen würden.
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Im Juni hatte Aiwanger gesagt, er halte rund 300 neue Standorte mit jeweils mehreren Windkraftanlagen für durchaus realistisch. Eine Voraussetzung dafür seien der politische Wille vor Ort sowie die Einsicht der Bevölkerung in den „Nutzen für die Kommune und für eine klimaverträgliche, dezentrale Stromversorgung“.
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