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Nowitschok-Formel verraten? Österreichischer Top-Diplomat suspendiert – Bericht

© CC0 / pepa74 / PixabayFlagge Österreichs
Flagge Österreichs - SNA, 1920, 23.10.2021
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Österreichs Bundesdisziplinarbehörde hat laut einem Medienbericht Johannes Peterlik, den höchsten Beamten im Außenministerium, wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs und Geheimnisverrats suspendiert. Er soll die Formel des russischen Nervengifts „Nowitschok“ an den inzwischen untergetauchten Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek verraten haben.
Wie der Österreichische Rundfunk (ORF) unter Verweis auf das Ö1-Mittagsjournal berichtete, soll es sich um eine Akte gehandelt haben, die im Zusammenhang mit dem Giftanschlag auf den früheren sowjetischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter in der britischen Stadt Salisbury 2018 angelegt worden sei.
Marsalek habe mit einem geheimen Dokument sowie mit Verbindungen zu Geheimdiensten vor Londoner Bankern geprahlt, um sich bei ihnen einzuschmeicheln, schrieb die „Financial Times“ („FT“) 2020.
Das von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) erstellte Dossier habe die genaue chemische Nowitschok-Formel enthalten, die mit dem Fall Skripal in Verbindung gebracht werde, hieß es. Auch hatte die „FT“ berichtet, dass sich das Dokument aufgrund eines Barcodes nach Österreich zurückverfolgen lasse. Die OPCW soll eine österreichische Diplomatin über die Herkunft der Unterlagen informiert haben.
Österreichs Ex-Kanzler Christian Kern (SPÖ) - SNA, 1920, 20.10.2021
Österreich
„Erbsünde der SPÖ“ – Österreichs Ex-Kanzler Kern zur Inseratenpolitik seiner Partei
Unter Verweis auf die Berichte vom Vorjahr teilte der ORF mit, dass das Papier der Abrüstungsabteilung des Außenministeriums vorgelegen habe und auch an die Abteilung Militärpolitik des Verteidigungsministeriums sowie an das Wirtschaftsministerium weitergeleitet worden sei. Damals sei auch bekannt geworden, dass Außen-, Wirtschafts- und Verteidigungsministerium wegen einer möglichen Weitergabe vertraulicher Unterlagen im Zusammenhang mit den Vorwürfen Anzeigen erstattet hätten.
Auch im „Ibiza“-U-Ausschuss sei das Thema besprochen worden. Der Nationalratsabgeordnete David Stögmüller (Grüne), der im besagten Ausschuss mitgewirkt habe, habe im Mittagsjournal von den Anzeichen gesprochen, dass das Leaken des Geheimdossiers mit dem Außenministerium und Peterlik in Verbindung gestanden habe.
Der aus einer Diplomatenfamilie stammende Peterlik sei seit 1994 im Außenministerium tätig, teilte der ORF weiter mit. Während der ÖVP-FPÖ-Regierung unter Außenministerin Karin Kneissl habe er den einflussreichen Posten bekommen. Die Ehefrau von Peterlik sei wiederum Mitarbeiterin des mittlerweile umbenannten und umstrukturierten Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) gewesen. Ihr damaliger Abteilungsleiter Martin W. werde verdächtigt, Marsalek bei der Flucht nach Weißrussland geholfen und ihn mit Informationen versorgt zu haben.
Peterlik selbst habe der „Presse“ im Februar per E-Mail erklärt, er kenne Marsalek nicht und sei ihm auch nie begegnet. Und: „Ich kann auch vollkommen ausschließen, dass irgendein Dokument von mir an Herrn Marsalek ergangen ist.“
Das Außenministerium habe die Suspendierung bestätigt. Es gelte die Unschuldsvermutung.
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