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Lösung der Energiekrise? Deutsche Wirtschaft für engere Kontakte mit Eurasischer Wirtschaftsunion

© CC0 / Nikiko / PixabayStrom (Symbolbild)
Strom (Symbolbild) - SNA, 1920, 22.10.2021
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Die Perspektiven des Dialogs zwischen der Eurasischen Wirtschaftsunion EAWU und der Europäischen Union haben am Donnerstag deutsche und russische Experten auf der Konferenz der deutschen Wirtschaft in Moskau diskutiert. Im Mittelpunkt standen die strategischen Linien für die Entwicklung bis 2025.
Dabei wird das Augenmerk auf die primären Entwicklungs- und Integrationsbereiche, künftige gemeinsame Projekte, die Entwicklung des Logistikpotenzials und die nachhaltige Bauwirtschaft gelegt. Während der Plenarsitzung haben die Teilnehmer erörtert, welche Bereiche der Entwicklung und Integration vorrangig umgesetzt werden, wie die Eurasische Wirtschaftsgemeinschaft ihre Zukunft auf der internationalen Bühne sieht und welche gemeinsamen Interessen Europa und Eurasien haben.
Laut Volker Treier, Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer, sind die Fortschritte beim gemeinsamen Energiemarkt – Strom, Gas, Öl – ein großes Thema.

„Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen in Berlin kann man das Thema nicht hoch genug einschätzen. Wenn die EAWU es schafft, ein gemeinsames Stromnetz hinzubekommen, dann wäre es ein Riesenschritt, und das Potenzial ist auch riesig. Wenn wir das global betrachten, steht die EAWU für fünf Prozent der weltweiten Stromerzeugung und ist nach eigenen Angaben viertgrößter Stromerzeuger.“

Volker Treier wies dazu noch darauf hin, dass die EAWU-Mitglieder (Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgistan und Russland) bis 2025 einen gemeinsamen Finanzmarkt einrichten wollen. Die Union habe ein Freihandelsabkommen auf den Weg gebracht, es gebe Diskussionen mit dem Iran, Vietnam, Serbien, Singapur und weiteren Ländern. Das Thema der neuen Seidenstraßen-Initiative Chinas sei auch ein Punkt.
„Es ist wichtig, dass wir mitdiskutieren. Das sollte die EAWU auch für den Westen als Diskussionspartner attraktiver machen. Nicht zuletzt wegen der günstigen strategischen Lage bietet die weitere Entwicklung der EAWU unseren Unternehmen in der Region und weltweit vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit. 5500 deutsche Unternehmen sind in den EAWU-Ländern aktiv. Als Wirtschaftsbündnis verfügt die EAWU über ein Kooperationspotenzial und kann als Wirtschaftspartner für die Europäische Union auch im Thema des großen Wirtschaftsraumes von Lissabon bis nach Wladiwostok als Perspektive gesehen werden“, so Volker Treier.
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Der Dialog mit Brüssel ist, laut den Worten des russischen Ministers für Integration und Makroökonomie der eurasischen Wirtschaftskommission, Sergej Glasjew, von den politischen Hindernissen erschwert. 2015 hat die eurasische Wirtschaftskommission einen Vorschlag nach Brüssel geschickt, um die Tagesordnung des Austausches zu bestimmen, aber noch immer sei wegen der politischen Position von Brüssel kein Dialog zustande gekommen.
„Wir versuchen der Europäischen Union nahezulegen, wie wichtig ein direkter und konstruktiver Dialog ist. Momentan trägt dieser Dialog noch keinen Systemcharakter. Jetzt verlagert sich der wirtschaftliche Mittelpunkt der globalen Entwicklung nach Asien, und das wird die Europäische Union definitiv dazu bringen, einen direkten Dialog mit der EAWU aufzunehmen. Das ist im Interesse der europäischen Wirtschaft“, argumentierte Glasjew.
Auf der Konferenz wurde ein Positionspapier zur Schaffung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes von Lissabon bis Wladiwostok unterzeichnet. Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation, bemerkte dabei, dass es offiziell keine Kontakte zwischen EU und EAWU gebe. Auf der mittleren Ebene gestalten sich die Kontakte manchmal schwierig, aber eine erfolgreiche Zusammenarbeit sei noch möglich, beispielsweise beim Klimaschutz, bei der Digitalisierung. Die Mitglieder der AHK in Minsk, in Zentralasien und in Kasachstan werden sich der Idee anschließen, den Dialog zwischen der EU und der EAWU zu intensivieren, ist sich Schepp sicher.
„Wir und unsere Mitgliedsunternehmen hoffen darauf, dass das auch während der Koalitionsgespräche und später auf der Tagesordnung der neuen Bundesregierung ein Thema sein wird. Wir möchten auch die Eurasische Wirtschaftskommission und die politische Führung der Mitgliedsstaaten der EAWU dazu aufrufen, dass sie an dieser Integrationsidee festhalten“, sagte der AHK-Chef abschließend.
Die EAWU verfügt über ein enormes Kooperationspotenzial in der Region und bietet Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Die Union erstreckt sich über zwei Kontinente – Europa und Asien - und ist ein wichtiger Brückenkopf zwischen zwei wirtschaftsstarken Regionen – die EU und China, wobei das gemeinsame BIP dieser Märkte 40 Prozent des weltweiten BIP und 27 Prozent des Welthandels ausmacht.
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