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Kramp-Karrenbauer warnt Europäer: Nicht von der Nato loslösen

© AP Photo / Darko BandicAnnegret Kramp-Karrenbauer (Archivbild)
Annegret Kramp-Karrenbauer (Archivbild) - SNA, 1920, 21.10.2021
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Nach Ansicht einiger europäischer Staats- und Regierungschefs muss Europa nun mit Blick auf den chaotischen US-Truppenabzug aus Afghanistan militärisch unabhängiger operieren. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht das aber ganz anders: ihr zufolge müssen Europa und die USA mehr zusammenarbeiten.
„Es wird viel über europäische Autonomie oder Souveränität gesprochen, oder – wie ich es lieber nenne – mehr Handlungsfähigkeit der Europäischen Union in Sicherheit und Verteidigung. Die Leute fragen, warum wir den Flughafen Kabul nicht selbst halten konnten. Wir müssen ganz offen sagen: Ohne die Fähigkeiten der Amerikaner hätten wir als Europäer das nicht geschafft“, sagte sie am Donnerstag gegenüber „Politico“ zum Auftakt des Nato-Treffens nach Afghanistan (der Originalartikel wurde auf Englisch veröffentlicht).
Wenn die Idee hinter den Wörtern „Autonomie“ oder „Souveränität“ laute, „wir lösen uns von Amerika ab, dann denke ich, dass das der falsche Weg ist“, betonte sie.
Laut Kramp-Karrenbauer sollten sich die Europäer fragen, wie sie „innerhalb der Nato handlungsfähig werden“ – und nicht, wie sie außerhalb des Bündnisses handlungsfähig werden könnten. Kramp-Karrenbauer sagte, sie wolle, dass die Nato-Minister in eine Debatte darüber eintreten, welche Fähigkeiten europäische Verbündete entwickeln könnten, um effektiver zu sein. Einer ihrer Vorschläge: Das Vorhandene besser nutzen.
Was den Konflikt wegen des milliardenschweren U-Boot-Geschäfts AUKUS zwischen Paris, Canberra und Washington betrifft, sagte die Politikerin: „Was wir uns derzeit nicht leisten können, ist, in dieser Frage geteilt zu sein.“
Schon im vergangenen Jahr forderte Kramp-Karrenbauer Frankreich und die EU auf, „Illusionen“ einer zukünftigen Autonomie von den USA zu überwinden.

Fokus auf China

Die Nato werde sich verstärkt auf China konzentrieren müssen, sagte die deutsche Ministerin weiter. „Die große Aufgabe besteht jetzt auch darin, zu erkennen, dass die Frage des Umgangs mit China viel mehr ist als die Frage der nationalen Interessen“, erklärte sie.
„Im großen Ganzen geht es um die Frage, wie die Weltordnung und unsere Lebensweisen für die Zukunft gestaltet und möglicherweise verändert werden“, so Kramp-Karrenbauer.
Erstmals nach dem US-Abzug aus Afghanistan treffen sich an diesem Donnerstag und Freitag in Brüssel die Nato-Verteidigungsminister. Dabei wollen sie über Lehren aus dem Einsatz und dem fast zwei Jahrzehnte langen Bürgerkrieg diskutieren.
Annalena Baerbock (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.10.2021
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