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1,5 Millionen Unterschriften für weltgrößtes Meeresschutzgebiet – Lösung für zwei Krisen

© Pexels / PixabayMeer (Symbolbild)
Meer (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.10.2021
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Renommierte Klimawissenschaftler, Umweltaktivisten und 1,5 Millionen Unterstützer appellieren an die Staatengemeinschaft, eine einmalige Chance für den Meeresschutz nicht verstreichen zu lassen: Sie sollen das größte Meeresschutzgebiet aller Zeiten beschließen.
Zum Start der 40. Verhandlung der Kommission zur Erhaltung der lebenden Ressourcen der Antarktis (CCAMLR) fordern die Deutsche Umwelthilfe (DUH), The Pew Charitable Trusts und die Antarctic and Southern Ocean Coalition (ASOC) gemeinsam mit führenden Klimawissenschaftlern sowie 1,5 Millionen Unterstützenden aus verschiedenen Petitionen die Staats- und Regierungschefs der Welt auf, das größte Meeresschutzgebiet aller Zeiten zu beschließen.

Schutzgebiet von der Größe der EU

Konkret geht es in den Verhandlungen um drei neue Schutzgebiete in der Ostantarktis, der Antarktischen Halbinsel und dem Weddellmeer. Das Gebiet umfasst beinahe vier Millionen Quadratkilometer und damit ein Prozent der Weltmeere – das entspricht ungefähr der Größe der EU. Es wäre die größte Meeresschutzmaßnahme der Geschichte und ein zentraler Hebel im Kampf gegen die globale Klimakrise.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH sagt dazu: „Das Südpolarmeer in der Antarktis ist ein lebenswichtiges Ökosystem und spielt eine entscheidende Rolle zur Einhaltung des 1,5-Grad-Limits. Es erwärmt sich jedoch mit einer beispiellosen Geschwindigkeit und steuert aktuell auf einen ökologischen Kipp-Punkt zu. Deshalb dürfen wir beim Schutz des Südpolarmeers keine Zeit verlieren. Das muss auch die Devise der Bundesregierung bei den anstehenden Verhandlungen sein: Sie muss alles daransetzen, dass die längst überfällige Ausweisung der drei neuen Meeresschutzgebiete in der Antarktis bei den anstehenden Verhandlungen realisiert wird.“

Besondere Rolle Deutschlands

Deutschland kommt in den Verhandlungen eine besondere Rolle zu, weil es den Vorschlag zum Schutz des Wedellmeeres eingebracht hat, dem eine breite Mehrheit der Mitgliedstaaten zustimmt. Allerdings verzögert sich die Ausweisung seit mehreren Jahren, da zwei der 26 CCAMLR-Mitglieder den Vorschlägen nicht zustimmen. Die geplanten Meeresschutzgebiete können allerdings nur einstimmig beschlossen werden. Deshalb unterstützen DUH, The Pew Charitable Trusts und ASOC die internationale Petition #CallonCCAMLR und fordern alle Staats- und Regierungschefs dazu auf, die Gespräche auf höchster politischer Ebene zur Ausweisung der drei Meeresschutzgebiete fortzuführen.
Auch bedeutende Klimawissenschaftlerinnen und -wissenschaftler richteten einen Brief an die CCAMLR-Mitgliedsländer mit der dringenden Bitte, die Biodiversitäts- und Klimakrise parallel anzugehen.

Lösungen für Biodiversitäts- und Klimakrise

„Mehr als 1,5 Millionen Menschen rufen CCAMLR dazu auf, die Antarktis zu schützen“, berichtet Claire Christian, Geschäftsführerin von ASOC. „Noch in diesem Monat finden zwei große internationale UN-Treffen statt, um Lösungen für die Biodiversitäts- und Klimakrise zu finden. Aber CCAMLR sollte darüber hinaus nicht vergessen werden, denn auf diesem Treffen können sofort effektive Maßnahmen beschlossen werden, die beide Krisen direkt angehen. Millionen von Tieren vom Wal bis zum Pinguin könnten geschützt und gleichzeitig kann die Widerstandsfähigkeit dieses einzigartigen Ökosystems erhöht werden, das sich durch die Klimaerwärmung schneller verändert als erwartet.“
„Der Beitritt der Vereinigten Staaten, Südkoreas, Indiens und der Ukraine in den Kreis der Co-Sponsoren der Vorschläge für die Ostantarktis und dem Weddellmeer im Vorfeld des diesjährigen CCAMLR-Treffens zeigt, dass der Konsens über die Schaffung neuer Schutzgebiete in Schwung kommt“, sagt Andrea Kavanagh, die für The Pew Charitable Trusts den Schutz der Antarktis und des Südpolarmeeres leitet. „Um ihr Engagement zur Bewältigung der Klima- und Biodiversitätskrise unter Beweis zu stellen, ist es nun an der Zeit für die führenden Politikerinnen und Politiker, den Schutz für diesen gefährdeten Teil der Welt nicht länger hinauszuzögern.“
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