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Studie zeigt Vorteil von Impfstoffen mit menschlichen Adenoviren – weiterer Anschub für „Sputnik V”?

© Sputnik / Zur BilddatenbankDer Impfstoff "sputnik V"
Der Impfstoff sputnik V  - SNA, 1920, 20.10.2021
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Bei einer von US-Forschern durchgeführten komparativen Untersuchung haben sich auf dem menschlichen Adenovirus basierende Corona-Impfstoffe effizienter erwiesen als ihre mRNA-Pendants. Ähnliche Schlussfolgerungen gehen aus einer argentinischen Analyse von Langzeitdaten hervor.
Obwohl mRNA-Impfstoffe hohe Spitzenwerte von Corona-Antikörpern anbieten, verlieren sie größtenteils ihre Effizienz innerhalb von sechs Monaten, während Impfstoffe, die auf einem humanen adenoviralen Vektor basieren, innerhalb von acht Monaten nach der Impfung stabile Schutzwerte aufweisen. Das ist das Schlüsselergebnis einer komparativen Studie eines US-Forschungsteams, die Mitte Oktober im Fachjournal „The New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde.
Die Wissenschaftler untersuchten Immunreaktionen gegen Sars-CoV-2, die von verschiedenen Impfstoffen verursachten worden waren – den mRNA-basierten Präparaten von Pfizer und Moderna sowie der adenoviralen Corona-Spritze „Janssen“ von Johnson & Johnson.

Antikörperspiegel

Der Einzeldosis-Impfstoff von Johnson & Johnson mit seiner humanen adenoviralen Vektor-Technologie belegte den ersten Platz – der Medianwert von neutralisierenden Antikörpern stieg bei den mit diesem Impfstoff immunisierten Menschen von 146 auf 629 innerhalb von acht Monaten, was dem Titer von vier Wochen nach der Impfung entspricht. Im Gegensatz sank dieser Wert beim Impfstoff von Pfizer/Biontech 34-fach innerhalb der gleichen Zeitperiode.
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Diese Ergebnisse stimmen mit den Daten überein, die Pfizer Mitte September der US-amerikanischen Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA vorgelegt hatte. Mit diesen Daten wollte das Unternehmen die Aufsicht von der Notwendigkeit von Auffrischungsimpfungen alle sechs Monate überzeugen.
Bei der Studie kam dieser Impfstoff auf den zweiten Platz; zum Schlusslicht wurde die zweite mRNA-Spritze – die von Moderna, deren Wirksamkeit um das 44-Fache fiel.

T-Zellen

Ein weiterer wichtiger Faktor bei der Impfstoff-Effizienz ist die T-Zellen-Antwort, und dieser wurde ebenfalls für die drei Präparate untersucht. Bei einer intrazellulären Zytokinfärbung mit dem Differenzierungsmarker CD8+ erwies sich wieder „Janssen“ als Spitzenreiter – mit einem medianen Anteil von 0,12 Prozent übertraf es deutlich die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna (0,016 Prozent bzw. 0,017 Prozent).
Eine weitere Studie mit vergleichbaren Schlussfolgerungen kommt aus Argentinien, wo Forscher die Effizienz des russischen Corona-Impfstoffs „Sputnik V“, der auch wie „Janssen“ auf einem menschlichen adenoviralen Vektor basiert ist, bewerteten. Demnach „reifen“ die von „Sputnik V“ induzierten Antikörper, was innerhalb von sechs Monaten nach der Impfung zu einem wachsenden Infektionsschutz führt. Die Analyse zeigt einen deutlichen Anstieg bei der Neutralisierungsstärke (NPI) am 120. Tag nach der Impfung im Vergleich mit dem 42. Tag (0,33 gegen 0,15).

mRNA vs. Vektorviren

Die Corona-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna basieren auf der Technologie von mRNA oder Boten-RNA. Diese Impfstoffe enthalten Informationen über das Antigen des Virus, welche von der Boten-Ribonukleinsäure in menschliche Zellen befördert werden, damit der Körper lernt, wie er selbst das Antigen produziert. Solche Impfstoffe waren vor der Corona-Pandemie nicht großangelegt im Einsatz und weniger erforscht als adenovirale Technologien.
Der Impfstoff „Sputnik V“ setzt auf zwei verschiedene humane Adenoviren (rAd26 und rAd5), um den genetischen Code für das Spike-Protein des Coronavirus in die menschlichen Zellen zu übertragen. Der Impfstoff ist bereits in 70 Ländern mit insgesamt vier Milliarden Einwohnern zugelassen worden. Er liegt weltweit auf Platz zwei bei den Herstellungsgenehmigungen. Das Vakzin hat eine Wirksamkeit von 97,6 Prozent, wie eine Analyse der Daten zu den mit „Sputnik V“ immunisierten 3,8 Millionen Russen ergab.
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„Janssen“ von Johnson & Johnson ist ein Einzeldosis-Impfstoff, der auf dem menschlichen Adenovirus rAd26 basiert. Nach WHO-Angaben schützt er zu 85,4 Prozent gegen schwere Verläufe von Covid-19 und zu 93,1 Prozent gegen Fälle, die eine Krankenhauseinweisung benötigen. (Zahlen von 28 Tagen nach der Impfung). Ein weiterer adenoviraler Impfstoff ist „Vaxzevria“ von Astrazeneca, der aber nicht ein menschliches Adenovirus, sondern einen Schimpansen-Virusvektor nutzt.
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