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Prozess gegen ehemalige Sekretärin im KZ Stutthof – 96-Jährige sagt nicht aus

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Auktion (Symbolbild) - SNA, 1920, 19.10.2021
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Vor dem Landgericht Itzehoe im Bundesland Schleswig-Holstein ist am Dienstag die Anklage gegen eine frühere KZ-Sekretärin verlesen worden. Die heute 96-jährige Irmgard F. muss sich wegen Beihilfe zum Mord im KZ Stutthof bei Danzig in mehr als 11.000 Fällen verantworten.
Vor dem Landgericht Itzehoe im Bundesland Schleswig-Holstein ist am Dienstag die Anklage gegen eine frühere KZ-Sekretärin verlesen worden. Die heute 96-jährige Irmgard F. muss sich wegen Beihilfe zum Mord im KZ Stutthof bei Danzig in mehr als 11.000 Fällen verantworten.
Seine Mandantin werde sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern und auch keine Fragen beantworten, sagte ihr Verteidiger Wolf Molkentin.
Der Angeklagten wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, in ihrer Funktion als Stenotypistin und Schreibkraft in der Lagerkommandatur des ehemaligen Konzentrationslagers Stutthof bei Danzig zwischen Juni 1943 und April 1945 den Verantwortlichen des Lagers bei der systematischen Tötung von dort Inhaftierten Hilfe geleistet zu haben.
Das KZ Flossenbürg im April 1945 - SNA, 1920, 08.10.2021
Ehemaliger KZ-Wachmann aus Flossenbürg tot – Prozess eingestellt
Als Zivilangestellte im Dienst der SS-Totenkopfverbände habe sie sämtliche Schreiben des damaligen Lagerkommandanten Paul Werner Hoppe erfasst, sortiert oder abgefasst. Dadurch habe sie Kenntnis von allen Geschehnissen im Lager und von den Tötungsarten gehabt.

Angeklagte schweigt

Die 96-Jährige wurde in einem medizinischen Rollstuhl in den Gerichtssaal in einem Logistikunternehmen geschoben und sagte im Prozess nicht aus. Der Prozesstag endete nach zwei Stunden. In einer Woche soll es mit der Vernehmung eines Historikers weitergehen.
Zum eigentlichen Prozessbeginn am 30. September war die Angeklagte nicht erschienen. Sie war nach Angaben des Gerichts untergetaucht. Stunden später wurde die Frau von der Polizei in Hamburg festgenommen. Das Gericht erließ einen Haftbefehl. Nach fünf Tagen wurde die 96-Jährige unter Anordnung von Sicherungsmaßnahmen aus der Haft entlassen. Am Dienstag trug sie ein elektronisches Armband am linken Handgelenk.
Im KZ Stutthof und seinen Nebenlagern sowie auf den sogenannten Todesmärschen zu Kriegsende starben nach Angaben der für die Aufklärung von NS-Verbrechen zuständigen Zentralstelle in Ludwigsburg etwa 65 000 Menschen.
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