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Lkw-Fahrermangel: Unterdurchschnittliche Entlohnung trotz drohender Versorgungskrise

LKW (Symbolbild) - SNA, 1920, 19.10.2021
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Leere Supermarktregale und explodierende Preise: Der Bundesverband Güterverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) warnt vor einem Versorgungskollaps und damit vor „englischen Verhältnissen“. Gleichzeitig wird die Berufsgruppe unterdurchschnittlich bezahlt, wie das Statistische Bundesamt meldet.
Die Versorgungskrise in Großbritannien sowie pandemiebedingte Probleme mit globalen Lieferketten sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Allerdings hat der Brexit mit seinen Einwanderungsregeln die Lage im Vereinigten Königreich noch weiter zugespitzt. Der Mangel an Lastwagenfahrern sorgt aber auch hierzulande für Sorgenfalten. Auch Deutschland drohe, ähnlich wie in Großbritannien, in zwei bis drei Jahren ein Versorgungskollaps, schreibt der „Bundesverband Güterverkehr, Logistik und Entsorgung“ (BGL) in einer Mitteilung.
Bereits heute sollen 60.000 – 80.000 Berufskraftfahrer fehlen, heißt es darin. Hinzukommt, dass jedes Jahr circa 30.000 Berufskraftfahrer in Rente gehen, demgegenüber stehen nur etwa 17.000 neue Berufseinsteiger. Diese Entwicklung spitze sich immer weiter zu. So soll die aktuelle Versorgungssituation in England erkennen lassen, wie rasch sich der Fahrermangel zu einem Versorgungskollaps entwickeln kann.
„Wir warnen davor, dass wir auch in Westeuropa sehenden Auges in einen Versorgungskollaps laufen. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen daher endlich wach werden und dem Fahrermangel in einem gesamtgesellschaftlichen Kraftakt entschlossen entgegentreten“, sagt BGL-Vorstandssprecher Dirk Engelhardt.
Der BGL zählt in seinem „Aktionsplan Fahrermangel“ folgenden Maßnahmen auf: So sollen unter anderem die Wertschätzung der Fahrer sowie die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Der Bürokratieabbau soll entschlossen angegangen, Nachwuchsgewinnung und Digitalisierung sollen gefördert werden. Den Fachkräften aus dem Auslands müsse zudem die Zuwanderung erleichtert werden.
Eine Jobmesse für Migranten, die von der Bundesagentur für Arbeit Ende Januar 2019 in Berlin veranstaltet wurde.  - SNA, 1920, 24.08.2021
„Deutschland gehen die Arbeitskräfte aus“: Arbeitsagentur-Chef will 400.000 Migranten pro Jahr
Ob und wie die Lohnsituation der Berufskraftfahrer verbessert werden soll, wird in dem Aktionsplan jedoch nicht erwähnt. Obwohl die Gehaltsfrage für die Attraktivität des Berufs von zentraler Bedeutung sein müsste. Dass die Kraftfahrer im Vergleich zu anderen Fachkräften in der deutschen Wirtschaft insgesamt unterdurchschnittlich verdienen, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. So erhielten Fachkräfte im Gütertransport im vergangenen Jahr in Vollzeit durchschnittlich 14,21 Euro brutto pro Stunde. Angelernte ohne entsprechenden Ausbildungsabschluss bekamen im Schnitt 12,91 Euro. In der gesamten Wirtschaft lag der durchschnittliche Stundenverdienst für Fachkräfte bei 19,97 Euro brutto, für Angelernte bei 16,02 Euro.
Monatlich bekamen ausgebildete Berufskraftfahrerinnen und -Fahrer im Jahr 2020 den Angaben zufolge 2623 Euro brutto. Das waren gut 660 Euro weniger als Beschäftigte mit einer vergleichbaren Ausbildung und Berufserfahrung in der deutschen Wirtschaft insgesamt (3286 Euro).
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