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Kiew will an Zulassungsverfahren für Nord Stream 2 teilnehmen

© REUTERS / GLEB GARANICHNaftogaz-Chef Juri Witrenko
Naftogaz-Chef Juri Witrenko - SNA, 1920, 18.10.2021
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Der ukrainische Öl- und Gasnetzbetreiber Naftogaz will an der Zertifizierung der Nord Stream 2 AG mitwirken. Der Betreiber der gleichnamigen Ostsee-Gasleitung lässt sich derzeit als unabhängiger Netzbetreiber in Deutschland zertifizieren. An diesem Verfahren will Naftogaz beteiligt werden.
Naftogaz-Chef Juri Witrenko sagte am heutigen Montag vor Journalisten, der ukrainische Öl- und Gasnetzbetreiber habe bei der deutschen Bundesnetzagentur einen Antrag auf die Beteiligung an der Zertifizierung der Nord Stream 2 AG gestellt.
Dabei sprach Witrenko von„großen Risiken“ für den europäischen und den ukrainischen Gasmarkt, die mit der Inbetriebnahme von Nord Stream 2 einhergingen. „Wir machen der deutschen Regulierungsbehörde klar, dass die Zertifizierung der Nord Stream 2 AG den Wettbewerbern auf dem deutschen, auf dem europäischen Markt, insbesondere auf den Märkten Ungarns, der Slowakei, Tschechiens und Österreichs schaden wird … Wir betonen, dass in der Tat große Risiken für die Sicherheit der Ukraine und der Region bestehen. Es gibt negative wirtschaftliche Auswirkungen auf die Ukraine und die gesamte Region.“

Gemeinsame Sache mit polnischem Gaskonzern

Nach Angaben des Vorstands will die ukrainische Naftogaz ihr Vorgehen bei der Zertifizierung der Nord Stream 2 AG mit dem polnischen Öl- und Gaskonzern PGNiG abstimmen. Auch das polnische Unternehmen hat bei der Bundesnetzagentur einen Antrag auf die Beteiligung an der Zertifizierung des Nord Stream 2-Betreibers eingereicht.
Diesem polnischen Antrag könne man sich jedoch nicht anschließen. „Wir bitten einfach nur um die Beteiligung an der Zertifizierung“, so Witrenko. Sein und das polnische Energieunternehmen hätten „sehr richtige partnerschaftliche Beziehungen“. Man berate sich und tausche Informationen aus. „Denn unsere Firmen haben ein Interesse an einem echten Wettbewerb auf dem europäischen Gasmarkt.“

Nord Stream 2 technisch startklar

Derweil ist der erste Strang der Gasleitung Nord Stream 2 nach Angaben der Nord Stream 2 AG betriebsbereit. Die Befüllung mit Gas sei abgeschlossen und somit seien die Voraussetzungen geschaffen, um den Gastransport zu starten, teilte der Pipelinebetreiber mit, ohne ein Datum für die Inbetriebnahme zu nennen. Der Gazprom-Vorstand verfolgt nach eigener Darstellung das Ziel, die Pipeline noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen zu können.
Mit der Inbetriebnahme von Nord Stream 2 würde deutlich mehr russisches Erdgas über die Ostsee nach Deutschland zur Weiterleitung in andere EU-Staaten transportiert. Die Gasversorgung Europas würde gestärkt. Allerdings steht die Betriebsgenehmigung der deutschen Behörden und der EU-Kommission für die russisch-europäische Pipeline noch aus.
Betreiber der Pipeline ist die Nord Stream 2 AG, eine Tochtergesellschaft des russischen Energiekonzerns Gazprom. Europäische Energiefirmen wie Shell, OMV, Uniper und Wintershall sind mit dreistelligen Millionenbeträgen am Projekt beteiligt. Die Pipelinefirma hat bereits bei der Bundesnetzagentur eine Zertifizierung als unabhängiger Betreiber beantragt. Dies ist zur Erfüllung von EU-Vorschriften nötig.
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Gleichzeitig steht die EU-Kommission wegen ihres Umgangs mit Nord Stream 2 in der Kritik, weil sie die Ostsee-Pipeline entgegen juristischen Auffassungen rückwirkend dem sog. Dritten Energiepaket unterwerfen will. Dieser Maßnahmenkatalog der EU sieht unter anderem die Entflechtung von Pipelinebetreibern und Gasanbietern vor.
Zudem versuchten die Vereinigten Staaten mit Unterstützung mehrerer europäischer Länder (darunter Polen und die Ukraine), das russisch-europäische Pipelineprojekt zu verhindern. Die USA erhoben den Vorwurf, Moskau könne die Gasleitung als politische Waffe benutzen. Sowohl die russische Führung als auch die deutsche Bundesregierung erklärten jedoch mehrfach, Nord Stream 2 sei ein rein wirtschaftliches Projekt.
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