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Ippen: „Wollten Eindruck vermeiden, einem Wettbewerber wirtschaftlich schaden zu wollen“

Axel Springer (Archivbild) - SNA, 1920, 18.10.2021
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Die Mediengruppe Ippen hat ihren Rückzug eines geplanten Berichts über „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt damit begründet, sie habe den Eindruck vermeiden wollen, einem Wettbewerber wirtschaftlich schaden zu wollen.
Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur teilte Ippen am Montag mit: „Als Mediengruppe, die im direkten Wettbewerb mit ‚Bild‘ steht, müssen wir sehr genau darauf achten, dass nicht der Eindruck entsteht, wir wollten einem Wettbewerber wirtschaftlich schaden.“ Damit sei das Thema einer Erstveröffentlichung der betreffenden Recherche vom Tisch gewesen.
Es sei keine leichte oder schnelle Entscheidung gewesen und es habe im Vorfeld eine „intensive Diskussion beider Seiten im Haus“ gegeben. Mit „beide Seiten“ sind wohl der Verleger einerseits und das vierköpfige Rechercheteam um Juliane Löffler andererseits gemeint. Diese hatten sich in einem Schreiben wegen der Zurückhaltung ihrer Recherche beschwert. „Am Ende ist es aber klar das Recht eines Verlegers, Richtlinien für seine Medien vorzugeben“, kommentiert das Medienhaus. „Wir stehen als Mediengruppe Ippen ganz klar dazu, dass Redaktionen frei und unabhängig arbeiten können und arbeiten müssen. Gleichzeitig hat ein Verleger immer das Recht, Leitlinien festzulegen, und es ist auch normal, bei großen Recherchen die Rechtsrisiken gemeinsam abzuwägen.“
Bild-Chef Julian Reichelt (Archivbild) - SNA, 1920, 18.10.2021
Ippen-Verlag soll Veröffentlichung von kritischen Berichten über „Bild“-Chef Reichelt gestoppt haben
Druck seitens des Springer-Verlags habe es nicht gegeben. „Es gab keine persönlichen Versuche von Springer-Führungskräften, die Recherche zu unterbinden. Der Austausch mit Springer beschränkte sich auf den in diesen Fällen üblichen Schriftwechsel der jeweiligen Anwälte.“ Auch Axel Springer teilte auf Anfrage mit, es habe keinen Versuch gegeben, Veröffentlichungen im Zusammenhang mit der Compliance-Untersuchung zu verhindern.
Am Wochenende hatte die „New York Times“ einen ausführlichen Artikel über den Springer-Konzern, die Pläne zur Übernahme der US-Mediengruppe „Politico“ und die Vorwürfe gegen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt veröffentlicht. Reichelt werden Machtmissbrauch und Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen vorgeworfen. Während der Springer-Konzern im März zu dem Schluss gekommen war, die Vorwürfe reichten nicht aus, um Reichelt deswegen von seinem Posten abzuberufen, hatten die „New York Times“ und die Ippen-Recherchegruppe noch einmal genauer auf diesbezügliche Aussagen von Insidern geschaut.
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